Die Seele aus dem Gleichgewicht

Die Seele aus dem Gleichgewicht

Die Problematik der Einordnung und Anerkennung

Viele psychische Leiden, Probleme und Krankheiten, die heutzutage bekannt sind, wurden vor wenigen Jahren bis Jahrzehnten entweder ignoriert oder als persönliche Fehler abgetan, während andere reguläre Eigenschaften und Besonderheiten als psychische Störung definiert wurden. Beispiele hierfür sind Homosexualität oder angebliche Hysterie bei Frauen. Noch heute gibt es Länder, die sich nicht nach dem ICD, dem internationalen Katalog der Krankheiten, richten und noch bis 1992 war Homosexualität in diesem Katalog als Krankheit eingetragen. Auch wenn viele tatsächlichen Krankheitsbilder heute viel besser bestimmt sind als noch vor wenigen Jahren, ist es immer wieder noch eine Herausforderung für Ärzte und Heilpraktiker herauszufinden, warum Seele und Psyche aus dem Gleichgewicht geraten.

1. Psychiatrische Klassifikation und die Anerkennung des Fremden


Isolation ist bei vielen psychischen Erkrankungen die Folge;
Pixabay.com © Foundry (CC0 1.0)

Neben dem ICD ist das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) relevant für die Klassifizierung der Krankheiten, das von der Amerikanischen Psychologischen Vereinigung APA herausgegeben wird. Joachim Küchenhoff analysiert in seinem Artikel die Neuauflage. Er erläutert, dass beispielsweise die unterschiedlichen Formen von Autismus und Schizophrenie zusammengefasst wurden, da die Diagnosen einzelner Ausprägungen nicht vergleichend erreicht werden konnten. Aufgenommen wurde als Essstörung beispielsweise das „Binge Eating“, das unkontrollierte Essen ohne Erbrechen.
Küchenhoff kritisiert, dass die Kriterien der ADHD-Störung abgeschwächt wurden und eine Abgrenzung zu Persönlichkeitsstörungen ebenfalls schwieriger wird. Ebenso wurde das alte Modell der 10 Persönlichkeitsstörungen nicht erneuert.

Entstehung einer Phobie

Küchenhoffs größte Kritik liegt in dem Störungsbegriff an sich, der nicht hinterfragt, sondern weiterhin aufgeführt wird. Der Personenbegriff beinhalte jedoch noch weitere Dimensionen:

  • Subjektivität
  • Individualität
  • Identität

Das eigene Erleben sei dabei relevant, ebenso wie die Unverwechselbarkeit der Person und der Umgang der Person mit seiner Umwelt und seinen eigenen Fähigkeiten. Die Identität ist die stabile Manifestation über einen längeren Zeitraum hinweg. Hierbei müssen also die Klassifikationssysteme diese unterschiedlichen Elemente einer Person in die Diagnostik einbringen können, denn nur so lassen sich Krankheiten oder Eigenschaften besser erkennen. Der kulturelle Hintergrund ist ebenso wichtig, denn ein simples Einteilen in die Klassen kann bei unterschiedlichen Personen zu verfälschten Ergebnissen führen. Küchenhoff spricht sich klar gegen die Vereinfachung aus.

Quelle:http://www.psychoanalyse-aktuell.de

2. Schatten der Seele neu denken

Ein anderer Ansatz, die psychischen Konzepte neu zu begreifen, liegt in der Verbindung von Gehirnen und Genen. Ebenso wie Küchenhoff sind andere Forscher davon überzeugt, dass die kategoriale Systematik nicht mehr tragbar ist. Bereits heute ist bei vielen Diagnosen eine Vielzahl an Unterschieden und Ausprägungen vorhanden und einen rein „klassischen“ Verlauf der Krankheiten gibt es kaum. Nach Untersuchungen des Erbgutes von über 30.000 Patienten mit Depression, Schizophrenie und weiteren Erkrankungen stellten Forscher heraus, dass es Überschneidungen zwischen Schizophrenie und bipolarer Störung und Depression und ADHS in den Chromosomen zu erkennen gibt.

Teufelskreis Schizophrenie

Weitere Experten untersuchten die Gehirne der Patienten mit dem Positronenemissionstomografen (PET), um die Aktivitäten der Regionen zu messen. Forscher des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim prophezeien, dass in Zukunft Diagnosen anhand von Neurobiologie begründet werden können.
Hilfreich wäre beispielsweise eine Darstellung der Erkrankungen anhand eines Spektrums, denn so könnten sich Behandlungen verbessern lassen, da einige Symptome und Ausprägungen in mehreren Krankheiten vorkommen. Laut dem British Journal of Psychiatry sollten folgende Krankheiten auf einer Achse zusammengefasst werden:

  • Autismus
  • Schizophrenie
  • schizoaffektive Störung
  • bipolare Störung

Dadurch sollen sich die Behandlungsmethoden für psychische Krankheiten verbessern, denn viele Symptome und Probleme ähneln sich in den unterschiedlichen Stadien.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de

Süchte und moderne Maßnahmen

Glücksspielsucht – Die Spielertypen

Bis es zur Diagnose „Pathologisches Spielen“ kommt, können einige Jahre vergehen. Experten reihen die Sucht unter abnorme Gewohnheiten oder Störung der Impulskontrolle ein, denn das Spielen sorgt dafür, dass die Süchtigen sich gegenüber ihren Problemen oder negativen Empfindungen betäuben können. Seit 1992 ist die Sucht als Krankheit anerkannt, bei den deutschen Krankenversicherungen seit 2001. Folgende Spielertypen können definiert werden:

Soziale Spieler Diese bilden die größte Gruppe der Spieler. Sie spielen zum Spaß und haben ein eher unauffälliges Spielverhalten.
Professionelle Spieler Von diesem Typen Spieler gibt es sehr wenige. Sie spielen kontrolliert und distanziert zum Spiel und sind oft im illegalen Milieu des Glücksspiels tätig.
Problematische Spieler Sie sind gefährdet und oft in der Übergangsphase zur Spielsucht. Die Merkmale dieser Phase sind, dass erste Schuldgefühle und höhere Geldverluste eintreffen.
Pathologische Spieler Dieser Spielertyp hat ein schwerwiegendes Problem mit dem Spielen und das Spielverhalten ist unkontrolliert.

Die pathologischen Spieler fallen in zwei Kategorien:

Action-Spieler

Er liebt das Risiko und spielt meist Spiele, die ein hohes Maß an Geschicklichkeit erfordern.

Flucht-Spieler

Er spielt, damit er seinen Sorgen, Leid und Einsamkeit entflieht und sich diesen nicht stellen muss.
Dieser ist der “typische” Spielsüchtige, den man in der Spielhalle trifft.

Vor allem Automatenspieler besitzen ein hohes Risiko zu Abhängigkeiten, denn sie machen rund 70 bis 80 Prozent der Abhängigen aus. Der Automat zeigt eine hohe Ereignisfrequenz, so dass sich kleine Erfolge schnell einstellen können, aber auch ein Gefühl der Kontrolle durch die Stopptasten entsteht. Der Nervenkitzel ist besonders groß und der Zugang in den über 240.000 Automaten in Deutschland sehr einfach. Die Symptome sind häufig in mehreren Phasen zu erkennen, von Euphorie bei Gewinnen, über Risikoverhalten bei Verlusten, bis zu Hoffnungslosigkeit und einem Verlust sämtlicher finanzieller Mittel. Viele Abhängige sind gereizt, launisch, ziehen sich zurück und lügen, um ihr Entgleiten zu vertuschen. Die Störung der Impulskontrolle kann ohne Hilfe nicht mehr überwunden werden und selbst wenn Frühwarnzeichen vorliegen, kann es zu einem Kontrollverlust kommen.

Quelle: http://www.casinoverdiener.com/glucksspielsucht.php

Pathologischer PC-Gebrauch: Stellungnahme des Fachverbandes Sucht zu Diagnostik, Beratung und Behandlung

Ärzte und Wissenschaftler wie Dr. Wilma Funke überlegen Konzepte, wie der pathologische PC-Gebrauch sinnvoller kategorisiert werden kann, denn die Einordnung über den Jellinekschen Screening-Fragebogens, der noch aus den 60ern stammt, sei zu wenig an die neue Realität angepasst. Stoffgebundene und stoffunabhängige Süchte sind dabei sehr unterschiedlich zu betrachten. Viele andere Experten sehen in der Nutzung des Mediums eine folgende Dopaminausschüttung und ein Belohnungsprinzip des Gehirns, obwohl dieses deutlich komplexere Strukturen besitzt. Alternativ zu der Einordnung in die „Süchte“ gibt es ein Modell, das sich auf Entwicklungspsychopathologie bezieht. Darin wird die Sucht als Verhaltensexzess erklärt, bei welcher der Körper und die Psyche negativ reagieren, wie beispielsweise durch einen schlechten Biorhythmus, Essstörungen, Depressionen oder dem vollständigen sozialen Rückzug. Weitere Befunde aus dem klinischen Raum sind folgende:

  • Soziale Angststörung
  • ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung
  • Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung
  • Essstörung
  • Adipositas
  • Tabak-, Alkohol-, Cannabisabhängigkeit

Die Behandlung sollte laut Funke auch in der Psychosomatik erfolgen und die Rehabilitation nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch mit psychologischer, pädagogischer und beruflicher Hilfe erfolgen. Möglich sind stationäre Einrichtungen oder ambulante Stellen, die sich jedoch nach Alter und Intensität der Erkrankung richten sollten. Oftmals benötigen junge Patienten ohne berufliche Erfahrung andere Trainingsmöglichkeiten als bereits beruflich erfolgreiche Personen.

Prävalenz der wahrscheinlichen Abhängigkeit

Quelle: http://www.drogenbeauftragte.de/

Eine Problematik für die Entwicklung der Einrichtungen ist, dass genügend Patienten vorhanden sein müssen, um die kostspieligen Therapiemaßnahmen und Personalmenge rechtfertigen zu können. Deshalb werden häufig pathologische Glücksspieler mit pathologischen PC-Nutzern zusammengelegt. Funke fordert eine ebenso lange Behandlungszeit und ähnliche Standards, wie sie bereits für Glücksspieler etabliert worden sind.

Quelle: http://www.sucht.de/pathologischer-pc-internet-gebrauch.html

Kaufsucht, eine Verhaltenssucht

Kaufsucht
Die Konsumoptionen sind heutzutage vielfältig;
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Die Kaufsucht wurde bereits vor 100 Jahren in die Lehrbücher der Psychiatrie aufgenommen. Früh analysierten Ärzte, dass es nicht um den Besitz der Konsumgüter, sondern um ein Glücksgefühl während des Einkaufens geht. Die Ärztekammer Hamburg nimmt an, dass die Prävalenz in der heutigen Zeit zugenommen hat und in Anbetracht des vorherrschenden Konsummarktes und der großen Produktvielfalt ist ein Anstieg der Betroffenen nicht verwunderlich.
Gefährdet sind in Deutschland zwischen 6,5 bis 8 Prozent der Bevölkerung und der größte Teil der Abhängigen wird von jungen Frauen gestellt. Typisch für die Sucht ist eine Steigerung der „Dosis“ und wie bei anderen Süchten die vorherrschende Suche nach dem Kick oder dem Rausch durch das Kaufen selbst.

Im Gegensatz zu stoffbedingten Süchten ist eine vollständige Abstinenz bei der Kaufsucht wenig fruchtbar und hilft meist nur für einen bestimmten Zeitraum. Die Ärztekammer führt ein Beispiel eines Patienten an, der aufgrund von nichtbezahlten Rechnungen wegen Betrugs im Gefängnis saß und trotz der negativen Erfahrung erneut rückfällig wurde. Die Verhaltenssucht lässt sich nicht ignorieren oder aussetzen, schließlich geht es um die psychische Wirkung des Verhaltens und nicht um die materiellen Werte.

Merkmale der Sucht

Die Fachleute betonen, dass die Kaufsucht keine Störung der Persönlichkeit ist, die beeinflusst werden kann, sondern eine psychische Störung, die langfristige Behandlungen benötigt. Außerdem erklären die Ärzte, dass heutzutage bessere Früherkennungen vorliegen und Süchte nicht mehr nur als Symptom von psychischen Störungen anerkannt werden, sondern als eigene Krankheit, die sich im komplexen Umfeld der Konsumgesellschaft weiter ausgeprägt hat.

Quelle: http://www.aerztekammer-hamburg.de

Arbeitssucht – offiziell nicht anerkannt

Holger Heide und Rudolf Schulze von der Universität Bremen untersuchen die Problematik der Begriffsbezeichnung „Sucht“ für das Feld Arbeitssucht, welches bis heute von der Weltgesundheitsorganisation nicht anerkannt ist. Die Autoren kritisieren, dass Gesundheit immer noch mit Funktionalität und Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht und Krankheit als persönliches Versagen und Dysfunktionalität bezeichnet wird. Beispielsweise gibt es im Englischen bereits den Begriff „Workaholism“, der sich dem „Alcoholism“ Suchtbegriff annähert, während im Deutschen der Begriff der Arbeitssucht eher ironisch verwendet wird.

Arbeitssucht
Ständige Erreichbarkeit erhöht den Arbeitsdruck;
Pixabay.com © fancycrave1 (CC0 1.0)

Arbeitssucht bezeichnen Heide und Schulze anhand von drei Typen:

  • Die wenigen wirklich Erfolgreiche, die Workaholics im engeren Sinn
  • Die ständig kämpfenden Vielarbeiter
  • Die Erfolglosen, die sich ihr Leben lang als Versager erleben und die zum Arbeiten nahezu unfähig sind

Alle Typen sind jedoch auf die Arbeit festgelegt und je nach Typ spielen die Ausprägungen sehr stark in Alltag und Lebenswelt hinein. Direkte Bestätigung fördert die Motivation, doch je länger sich die Sucht ausbreiten kann, desto seltener stellen sich Hochgefühle ein. Die Arbeit besitzt oberste Priorität und viele Menschen gehen mehr und mehr an ihre physischen und psychischen Grenzen. Die Problematik der Diagnose stellt sich dann ein, wenn weitere Süchte hinzukommen, wie Drogen, Sex oder Wege zur Realitätsflucht.

Workaholic Auswirkungen

Die Zusammenarbeit mit Kollegen oder Vorgesetzten wird immer schwieriger, die Familie ist kaum am Leben beteiligt und Aufputsch- oder Beruhigungsmittel helfen dabei, den Tag zu überstehen. Heide und Schulze stellen heraus, dass die Arbeitssucht entweder geleugnet oder dazu genutzt wird, um die Arbeitskraft im Unternehmen zu halten. Nur die Symptome zu behandeln, reicht ihnen nicht, denn die Langzeitfolgen könnten sowohl die betroffenen Personen schädigen, als auch das Unternehmen finanziell und personell belasten, sollte es zu einem Ausfall der Arbeitskraft kommen.

Gefordert wird eine Erweiterung des Begriffs „Gesundheit am Arbeitsplatz“, der sich auch um die Lebensweise der Arbeitssüchtigen drehen sollte. Selbsthilfegruppen können eine Möglichkeit sein, aber auch eine Erweiterung der betriebsärztlichen Sensibilisierung. Die Ursache für Fehlzeiten wird oft nicht berücksichtigt.

Quelle: http://www.wiwi.uni-bremen.de/seari/arbeitssucht.pdf

Depression und Burnout – Neue Erkenntnisse

Depressionen heute – Diagnose, Einteilung und Therapie nach aktuellen Gesichtspunkten

Depressionen werden heute als Krankheit anerkannt, doch in der Gesellschaft sind sie immer noch tabuisiert. Wenige Menschen sprechen darüber und wenn sie sich äußern, treten ihnen häufig Ablehnung oder Unverständnis entgegen. Depressionen werden laut den Leitlinien des ICD mit einer Mindestanzahl an Krankheitszeichen diagnostiziert. Folgende Symptome fallen in die Beobachtung hinein:

  • Hauptsymptome (mindestens 2 Wochen):
    gedrückte Stimmung, Interessenlosigkeit, Antriebsstörung
  • Andere häufige Symptome:
    Appetitverminderung, Schlafstörungen, mangelnde Gefühlsbeteiligung (etc.)
  • Körperliche Symptome:
    Früh-morgendliches Erwachen, Morgentief, Verlust der Libido, innere Unruhe

Der Artikel erklärt, dass die Definition des Beschwerdebildes vielseitig ist und besonders eigene Scham und Angst vor Ausgrenzung Betroffene daran hindern, frühzeitig Hilfe aufzusuchen. Für Ärzte ist eine Definition ebenfalls schwierig, da die Symptome nicht immer einheitlich auftreten und meist zunächst körperliche Beschwerden dominieren, die auch anderen Krankheiten zugeordnet werden können.

Traditionelle klinische Einteilung ICD-10-Klassifizierung
Endogene Depression, unipolar Depressive Episode, rezidivierende depressive Episode
Endogene Depression, bipolar Bipolare affektive Störung, gegenwärtig depressive Episode
Depressive Neurose Dysthymie
Reaktive Depression Anpassungsstörung
Depression bei schizoaffektiver Psychose Schizodepressive Erkrankung
Organisch bedingte Depression Organisch depressive Erkrankung
Depressive Symptome bei Demenz Demenz und vorwiegend depressive Symptome

In den heutigen Behandlungsmethoden nutzen Ärzte die multifaktorielle Ätiopathogenese, welche von genetischen Anfälligkeiten, über Hirntraumen in der Kindheit, bis zu Persönlichkeitseigenschaften viele Felder abdeckt. Die Differentialdiagnose ist hierbei besonders wichtig, denn viele Symptome und Ausprägungen können auf organische Probleme oder andere Ursachen zurück zu führen sein.

Depressionsbedingte Fehlzeiten

Quelle: http://www.mittelstandinbayern.de/

Ob in der Therapie Antidepressiva eingesetzt werden sollten oder nicht, ist auch heute noch umstritten. Allerdings stellen die Autoren heraus, dass bei schweren oder mittelgradigen Depressionen Medikamente notwendig seien, um mögliche Suizidgefahren einzudämmen.
Jeder zehnte bis vierte Patient eines Hausarztes wird mindestens einmal in seinem Leben eine Depression erleiden. Deshalb sind Aufklärung und eine Enttabuisierung notwendig, damit die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden können. Eine ideale Behandlung oder Vorbeugung gibt es nicht, jedoch helfen heute nicht nur verbesserte Kombinationen der Antidepressiva, sondern auch Psycho- und Soziotherapien in einem großen Rahmen an Behandlungsmöglichkeiten.

Quelle: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/pdf/depression_heute_faust.pdf

Borderline-Störung – besser als ihr Ruf

In den Medien herrscht die Fokussierung der Borderline-Störung auf dem selbstverletzenden Verhalten der Betroffenen, das als eine Ausprägung genutzt wird, um sich von den inneren Zuständen lösen zu können, vor. Dunja Voos erläutert in ihrem Artikel „Borderline-Störung – besser als ihr Ruf“, dass dies jedoch nicht immer offensichtlich erkennbar ist und die Patienten aus sämtlichen sozialen Schichten mit unterschiedlichen Vorbelastungen kommen können.

Die Entstehung der Symptomatik kann in der Kindheit liegen, von sexuellem Missbrauch bis zu Gewalt, aber auch durch Süchte oder ein komplexes Verhältnis zu den Eltern. Viele Patienten berichten darüber, dass sie sich oft nicht als sie selbst erkennen, dass eine sogenannte „Ich-Schwäche“ vorliegt. Die Menschen werden in Gut und Böse unterteilt und oft ist erst in einer Therapie erkennbar, dass es sich hier um Borderline handelt.

Mittlerweile ist die Störung als Krankheit anerkannt und psychoanalytische Behandlungen sind immer zielgerichteter geworden. Die meisten zielen darauf ab, die Mentalisierungsfähigkeit, also das reflektierende Nachdenken über sich, andere und die Beziehungen des Umfelds, zu verbessern.

Weitere Therapiemöglichkeiten sind:

  • Transference Focussed Psyhotherapy
  • Dialektisch-Behaviorale Therapie

Quelle: http://www.medizin-im-text.de/blog/2015/35/die-borderline-storung-besser-als-ihr-ruf/

Burnout-Syndrom – aus medizinischer Sicht

Heutzutage gilt Burnout als Volkskrankheit der modernen Arbeitswelt und ist hauptsächlich auf den Beruf bezogen, im Zusammenhang mit Erschöpfung, Entfremdung und Leistungsabfall. Es gilt immer noch als schwierig zu diagnostizieren, da weitere psychische Erkrankungen berücksichtigt werden müssen. Allerdings sorgen die Ausfälle durch Burnout-Patienten für große wirtschaftliche Verluste, die mittlerweile dazu führen, dass sich vermehrt um die Prävention Gedanken gemacht wird. Statistisch gesehen gibt es in den letzten Jahren einen Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen.

Verteilung der Arbeitsunfähigkeit

Quelle: http://www.baua.de/

Burnout ist weniger stigmatisiert als Depressionen, da angeblich eine ausgeprägte und überbordende Leistung vorangegangen sein muss, und so gibt es einen Anstieg dieser Diagnosen. Drei Dimensionen lassen sich jedoch bei allen Patienten finden:

  • Emotionale Erschöpfung
  • Depersonalisierung
  • Erleben von Misserfolg

Es gibt einen zunehmenden Verlust des Sinnes der Tätigkeit und trotzdem bleibt das Gefühl, nicht genügend zu tun. Aktuell ist jedoch das Burnout-Syndrom noch nicht ausgeprägt genug, um als eigenständige Krankheit zu gelten, so lässt es sich beispielsweise schwer von Depression oder dem Chronic-Fatique-Syndrom abgrenzen. Die Autoren kritisieren, dass es momentan keine klinische Diagnose geben kann, jedoch das Leid der Betroffenen real und vorhanden ist. Eine Differentialdiagnose zur Depression und weiteren Krankheiten mit ähnlichen Symptomen ist deshalb zwingend erforderlich.

Quelle: http://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/20fortbildung/20praxis/65medSach/1404.pdf

Angststörungen –  Einordnung und Therapielage

Angsterkrankung oder Traumafolgen?

Die wesentlichen Merkmale von Phobien und Ängsten stellen sich wie folgend dar:

  • Die Ängste stehen in keinem angemessenen Verhältnis zu einer angstauslösenden Begebenheit
  • Die Ängste werden von einer Person als ungewöhnlich stark und lang anhaltend erlebt
  • Die Ängste beeinträchtigen die Lebensführung
  • Die Angst wird von der betreffenden Person subjektiv nicht als sinnvoll erlebt, sie kann davon jedoch nicht loskommen

Prof. Dr. Franz Ruppert kritisiert dabei, dass die medizinische Psychiatrie einen zu großen Einfluss auf die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten besitzt und die Krankheiten auf genetische Disposition in Zusammenhang mit äußeren Ereignissen reduziert werden. Er beschreibt ausführlich die Lehren der Verhaltenstheorie zu Ängsten. Allerdings fehlt ihm eine genauere Ursachenforschung. In seiner eigenen therapeutischen Arbeit sieht Ruppert Ursachen in individuellen Lebensbiografien, anhand derer sich irrationale Ängste ausprägen konnten. Als Therapieansatz schlägt er neben dem autogenen Training, Angstbewältigungsstrategien, Verhaltenstherapien und Selbsthilfe vor.

Quelle: http://www.claro-vita.net/pdf/texte/Skriptum_Angst.pdf

Soziale Phobie - „krankhafte Schüchternheit“

Eine weit verbreitete Angst ist die Soziale Phobie, welche unter die neurotische Belastungs- und somatoformen Störungen fällt. Die Angst ist hauptsächlich situationsgebunden und beinhaltet ein starkes Ablehnungs- und Vermeidungsverhalten. Oft sind alltägliche Begegnungen Auslöser, wie Partys, Einladungen und die Angst dort fremde Menschen zu treffen und mit ihnen interagieren zu müssen. Die Beschwerden sind vielfältig, von seelischen, psychosozialen bis zu körperlichen Belastungen. Oft verläuft die Phobie chronisch, verschlimmert sich ohne Behandlung immer mehr. Wie viele andere seelische Leiden auch, kommt es zu weiteren Störungen wie Depressionen, Alkoholabhängigkeit oder Essstörungen.

Schwierig ist die Diagnose außerdem, weil die Patienten sich nicht öffnen oder auch den Gang zum Arzt vermeiden und sich eher „unauffällig“ verhalten. Selbst wenn sie die Angst erkennen, denken sie, dass eine Therapie ihnen nicht helfen könnte. Mittlerweile gibt es aber individuell wirkende Medikamente und intensivere Diagnoseverfahren für Soziale Phobien.

Quelle: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/sozphobie.html

Behandlung von Agoraphobie und Panikstörung 

 Medikamentöse Behandlungen sind höchstens in Extremfällen notwendig
Medikamentöse Behandlungen sind höchstens in Extremfällen notwendig;
Pixabay.com © jarmoluk (CC0 1.0)

Um heutzutage Angststörungen zu behandeln, gibt es vielseitige Therapien. In der Verhaltenstherapie soll der Patient lernen die vermeintlichen Gefahren zu überleben, um die Kontrolle über die Angst für freie Entscheidungen zu erhalten. Die Expositionstherapie nutzt die Konfrontation mit den Ängsten, die zum Teil die Panik auslösen können, während das kognitive Verfahren die Gedankenmuster in den Fokus rückt. Die Patienten sollen alternative Gedanken erhalten, um die Angst zu schwächen. Die meisten Verhaltenstherapeuten werden von den Krankenkassen bezahlt, es gibt jedoch Einschränkungen in Dauer und Therapiestunden.
Medikamente können den Betroffenen helfen, sich besser zu entspannen und ihr Verhalten bewusst zu kontrollieren. Allerdings wird betont, dass eine alleinige Medikamententherapie keine nachhaltige Verbesserung erwirken wird, da die Medikamente nur für den Moment der Einnahme wirken. Viele Behandlungen können auch mit homöopathischen Mitteln durchgeführt werden, wenn eine entsprechende Verhaltenstherapie begleitend erfolgt.

Quelle: http://www.panikattacken-info.de/behandlung.php

Fazit

Die Begriffsbezeichnung für seelische Störungen, Erkrankungen oder Syndrome und ihre Diagnosen bleiben umstritten. Während viele Mediziner an den alten Kategorien festhalten wollen, da sie die Behandlung und die Diagnosen vereinfachen und schnellere Ergebnisse bringen, sehen andere die komplexe psychische Lebenswelt der Menschen als ersten Ansatzpunkt an, auf den Therapeuten und Ärzte sich fokussieren sollten. Wenngleich es mit Medikamenten Verbesserungen geben kann, so entstehen viele der Erkrankungen nicht aufgrund von körperlichen Problemen, sondern sind mit Vorgeschichten aus der Kindheit, äußeren Traumata oder Einflüssen und weiteren psychischen Erinnerungen verbunden. Deshalb sollten die Begrifflichkeiten und ihre Diagnosen erweitert werden, sodass individuellere Behandlungen möglich werden.

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Dipl. Kfm, Markus Schmidt, therapeutenfinder.com, 20354 Hamburg
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