Magersucht bei Kindern erkennen und Behandeln

Magersucht bei Kindern erkennen und Behandeln

Das Thema Magersucht beschäftigt immer mehr Eltern. Jedes dritte Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren zeigt Anzeichen einer Essstörung, bei Jungen ist es jeder siebte bis achte.

Magersucht bei Kindern erkennen und Behandeln
© Pezibear / 4472 Bilder (CC0 1.0) – pixabay.com

Magersucht erkennen

Essstörungen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern entwickeln sich schleichend. Vor allem während der Pubertät ist es schwer einzuschätzen, ob die Entwicklung der Kinder normal ist oder ob eine Störung des Essverhaltens besteht. Starke Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kann ein Hinweis auf Magersucht sein. Das Kind empfindet sich selbst als zu dick oder meckert über den „fetten“ Bauch, obwohl es eine gesunde Statur hat. Auch ein verändertes Essverhalten kann auf eine Magersucht hindeuten. Insbesondere, wenn Kinder ihre Ration penibel kontrollieren oder das Essen mit häufigen Ausreden wie Bauchschmerzen ganz verweigern. Auch eine Zunahme der sportlichen Aktivitäten zur Gewichtsreduktion kann ein Anzeichen sein.

Es gibt verschiedene Arten der Magersucht, die verschiedene Methoden der Gewichtsabnahme unterscheiden. Restriktive Magersucht heißt, dass Betroffene durch Nahrungsmittelverzichte Gewicht verlieren. Die Magersucht mit „zusätzlicher Gewichtsreduktionsmethode“ bezeichnet die Kombination von verringerter Nahrungsmittelaufnahme mit dem Missbrauch von Abführmittel oder anderer Medikamente. Der bulimische Magersuchttyp hat Hungerphasen, die durch Essattacken unterbrochen werden, und führt die Gewichtsabnahme durch Erbrechen nach den Malzeiten herbei.

Starkes Untergewicht ist eine Belastung für den Körper

Umso jünger die Betroffenen sind, umso schwerer sind die Folgen einer Essstörung. Magersüchtige leiden häufig an Herz-Kreislauf-Störungen. Puls, Blutdruck und Körpertemperaturen sinken und sie frieren leicht. Dem Körper fehlt es an Nährstoffen, das zeigt sich zum Beispiel durch trockene Haut oder brüchige Haare. Der Hormonhaushalt ist gestört, was langfristig zur Osteoporose führt. Besonders junge Betroffene leiden an Wachstumsstörungen. Magersüchtige haben häufig Magen-Darm-Beschwerden. Bei einer schweren Magersucht sind alle Organe von der Krankheit betroffen. Neben körperlichen Problemen sind häufig seelische Krankheiten feststellbar. So leiden Magersüchtige häufig unter Zwangssymptomen, Angsterkrankungen oder depressiven Verstimmungen.

Hilfe für Betroffene

Schuldzuweisungen sind in dieser Situation der falsche Weg. Man sollte versuchen, den Betroffenen zu helfen, ohne die Kontrolle übernehmen zu wollen. In erster Linie ist es wichtig zu akzeptieren, dass es sich um eine Krankheit handelt und nicht bloß um eine Phase, die von selbst vorübergeht. Die komplette Familie muss an einem Strang ziehen und gemeinsam versuchen, eine Strategie zu entwickeln. Essstörungen gehören zu den psychosomatischen Krankheiten, das heißt, die körperlichen Beschwerden haben psychische Ursachen. Magersüchtige drücken durch ihr Verhalten Botschaften wie Wünsche und Ängste aus. Da es sich um eine Krankheit handelt, können Elternteile nur bedingt bei der Heilung helfen. Dennoch können sie ihr Kind unterstützen und dazu motivieren, eine professionelle Behandlung anzunehmen. Es ist nicht sinnvoll, eine Behandlung gegen den Willen des Kindes zu erwirken – es sei denn, die Krankheit ist schon so weit fortgeschritten, dass es sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet.

Offene Gespräche führen

Falls erste Anzeichen sichtbar werden, sollten sich Eltern umfassend über das Thema informieren. Auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist eine Vielzahl an Informationen zu finden. Neben dem Internet kann man auch bei dem Hausarzt des Kindes oder einer Beratungsstelle für Essstörung Hilfe finden. Das Problem sollte offen mit dem Kind besprochen werden. Wichtig ist, dem Kind keine Vorwürfe zu machen, sondern das Thema sachlich zu besprechen, ohne es zu dramatisieren oder zu bagatellisieren. Dabei sollte es um das veränderte Verhalten des Kindes gehen – nicht um sein Gewicht. Eine sehr häufige Reaktion von Betroffenen ist, das Verhalten abzustreiten. Wichtig ist, das Kind trotzdem von einem Arztbesuch zu überzeugen, genau wie bei allen anderen Verdachtsfällen von Krankheiten. Da Eltern die Krankheit nicht selbst behandeln, sondern eine Behandlung nur unterstützen können, ist das primäre Ziel, das Kind zu einer professionellen Beratung zu motivieren.

Professionelle Hilfe ist unumgänglich

Es gibt verschiedene therapeutische Ansätze zur Behandlung von Magersucht. Eine große Rolle spielt die Psychotherapie. Psychologen helfen dabei, den Kindern die Gefahr der Krankheit verständlich zu machen und Veränderungen zu motivieren. Magersüchtige leiden oft an einem gering ausgeprägten Selbstwertgefühl und einer verzerrten Selbstwahrnehmung, weshalb es ein wichtiges Therapieziel darstellt, beides zu stärken. In der Regel wird dazu geraten, Magersucht ambulant zu behandeln. Nur bei einer drastischen Gewichtsabnahme ist eine stationäre Behandlung erforderlich. Seit Jahren steigt der Bedarf an Pflege und Therapiepersonal, um die vermehrte Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Essstörung fachgerecht zu betreuen. In stationären Einrichtungen geht es primär um das körperliche Wohl und die Gewichtszunahme der jungen Patienten, wenn dies ohne durchgängige Unterstützung und Kontrolle nicht mehr zu gewährleisten ist. Da es sich um psychosomatische Krankheiten handelt, ist das langfristige Therapieziel jedoch nicht primär ein gesundes Gewicht, sondern die psychische Gesundheit der Betroffenen. Deshalb ist es wichtig, auch nach der Rückkehr zum Normalgewicht die ambulante Betreuung fortzusetzen, um an den Ursachen der Störung zu arbeiten und Rückfälle zu vermeiden.

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Dipl. Kfm, Markus Schmidt, therapeutenfinder.com, 20354 Hamburg
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