Alles EHEC?

Alles EHEC?

„Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“ heißt es, und genau das trifft auch auf die seit  Tagen anhaltenden Meldungen über ein Bakterium, dass viele von uns in Angst und Schrecken versetzt, zu. Und es macht nicht den Anschein, als würden die Nachrichten darüber weniger werden. Im Gegenteil – waren es gestern noch Gurken und Tomaten, so sind wir heute wieder im Ungewissen über die Herkunft der bakteriellen Bedrohung. Jeden Tag aufs Neue hören wir etwas von EHEC. Auch der Begriff Hämolytisch-urämisches Syndrom – kurz HUS, begleitet uns jeden Tag!

Aber was ist dieser Erreger? Wo kommt er her und was richtet er an? Gibt es Möglichkeiten sich zu schützen und wenn, welche? Was müssen wir in unserem Alltag beachten und wie erkennen wir, ob uns eine „normale“  Magen-Darm-Grippe heimsucht oder ob wir auch Opfer dieses kleinen, aber anscheinend nicht zu unterschätzenden Bakteriums geworden sind?

EHEC ist die Kurzform von Enterohämorrhagische Escherichia coli, einer besonderen Art von Darmbakterien. Sie produzieren Zellgifte und können dadurch beim Menschen schwere Erkrankungen auslösen. Gefährdet sind in der Regel vor allem Säuglinge, Kleinkinder, ältere und abwehrgeschwächte Menschen. EHEC kommen natürlicherweise im Verdauungstrakt von Wiederkäuern vor, zum Beispiel bei Rindern, Schafen und Ziegen, ohne dass diese selbst erkranken. Die Tiere scheiden die Bakterien mit dem Kot aus. Da EHEC relativ unempfindlich sind, können sie in der Umwelt, im Boden und im Wasser wochenlang überleben. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Der Erreger ist kein Neuling, auch wenn viele von uns bisher von seiner Existens nicht gewußt haben. Bereits 1977 trat er in Erscheinung und im Jahr 1989 wurde eine bundesweite Meldepflicht eingeführt. Seit dem stieg die Anzahl der Erkrankten kontinuierlich an, wobei in den meisten Fällen Kinder unter 5 Jahren  erkrankten. Seit Mitte Mai diesen Jahres kam es nun vermehrt zu Krankheitsfällen in Deutschland, wobei erst der Norden betroffen war. Die Verbreitung hat sich aber inzwischen auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Der einzige Schutz vor diesem Erreger scheint ein gesteigertes Beachten von Hygienemaßnahmen zu sein. Aktuell empfehlen das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren. Was allerdings die genaue Ursache der Verbreitung ist, ist heute noch ungewiss…

Dennoch: Eine Auflistung der empfohlenen Schutzmaßnahmen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Die Symptome, die bei einer Infektion mit dem EHEC-Bakterium auftreten, gleichen denen einer Magen-Darm-Grippe. Durchfälle in Begleitung von Erbrechen und Übelkeit können Anzeichen einer Infektion sein.  Seltener treten blutige Durchfälle und Fieber auf. Es wird dringend dazu geraten, beim Auftreten der Krankheitszeichen einen Arzt aufzusuchen.  Gegen den Erreger scheinen aber auch die Mediziner machtlos zu sein. Die Behandlung beschränkt sich daher meist auf die Symptone wie z.B. erhöhte Flüssigkeitszufuhr zum Ausgleich der Wasserverluste durch Durchfall und Erbrechen. Eine Behandlung mit Antibiotika, wie sie etwa bei anderen bakteriellen Infektionen eingesetzt wird, scheint die Bakterienausscheidung im Fall von EHEC nur zu verlangsamen.

Aber was ist nun das Hämolytisch-urämisches Syndrom, von dem in Zusammenhang mit EHEC immer wieder berichtet wird? Nun, dieses Syndrom wird auch als Gasser-Syndrom bezeichnet und kann lebensbedrohlich sein. Es wird u.a. durch EHEC hervorgerufen und kann ein Nierenversagen hervorrufen. Dem Robert-Koch-Institut sind seit Anfang Mai  470 HUS-Fälle gemeldet worden, darunter 9 Todesfälle (Stand 31.05.2011 Robert-Koch-Institut). Und solange der Übertragungsweg des EHEC-Bakteriums nicht gefunden wird, wird auch eine Eindemmung der Ausbreitung ein schweres Unterfangen.

Abschließend heißt es also: Auf vermehrte Sauberkeit und Hygiene bei der Verarbeitung von Lebensmitteln achten, bei Anzeichen einer Magen-Darm-Erkrankung lieber einmal mehr einen Arzt aufsuchen und auf die neuesten Meldungen und Empfehlungen in den Medien achten. Und hoffen, dass die Zeitung von morgen für uns ein paar erfreuliche Nachrichten bereit hält.

Empfehlung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Infektionen vermeiden: auf Hygiene achten

1. Schutz vor lebensmittelbedingten EHEC- Infektionen

Aktuell empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren.

Wie die meisten Erreger von Lebensmittelinfektionen lassen sich auch EHEC- Bakterien durch Erhitzen abtöten, also durch Kochen, Braten oder Pasteurisieren (bei 70°C für 10 Minuten). Tiefgefrieren garantiert hingegen nicht, dass ein Lebensmittel vollständig frei von EHEC wird.  Zur Vermeidung lebensmittelbedingter Infektionen sind folgende Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung von Speisen empfohlen (Vgl. Bundesinstitut für Risikobewertung, Internet-link unten).

  • Roh verzehrtes Gemüse und Obst gründlich waschen oder schälen.
  • Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (mindestens 70° C für mehrere Minuten).
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen.
  • Auf Rohmilch verzichten oder zumindest vor dem Verzehr abkochen.
  • Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit Lebensmitteln gründlich reinigen und abtrocknen.
  • Wisch- und Handtücher nach der Zubereitung von Obst oder Gemüse und rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60° C waschen.

EHEC- Bakterien können infolge der fehlenden Wärmebehandlung auch vorkommen in:

  • streichfähigen Rohwürsten, zum Beispiel Zwiebelmettwurst, Teewurst, Braunschweiger;
  • Rohmilchkäse (verpackter Käse aus Rohmilch muss mit dem Wortlaut "mit Rohmilch hergestellt" gekennzeichnet sein);
  • unpasteurisiertem Apfelsaft.

Diese Lebensmittel sollten Sie vorsichtshalber meiden.

Außerdem:

  • Speisen und Getränke nur außerhalb von Tierställen und Gehegen verzehren.
  • Personen mit Durchfallerkrankungen sollten am besten keine Speisen zubereiten.

Das Risiko für lebensmittelbedingte Infektionen mit EHEC lässt sich mit diesen einfachen Mitteln senken. Eine vorbeugende Impfung gegen EHEC gibt es nicht.

2. Schutz vor Schmierinfektionen mit EHEC- Bakterien

Der Erreger kann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, vor allem durch eine sogenannte Schmierinfektion (fäkal-oral) aufgrund mangelnder Hygiene. Der beste Schutz gegen diese  Übertragung ist gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und sorgfältiges Abtrocknen:

  • vor der Zubereitung von Speisen,
  • vor dem Essen,
  • nach dem Toilettengang
  • nach Kontakt mit Tieren.

Vorsicht auch beim Baden in natürlichen Gewässern, die durch Tierkot verschmutzt sein können. Bei kleinen Kindern zudem auf sauberes Wasser im Planschbecken und unverschmutzten Sand im Sandkasten achten.

Über Gurken, Anschläge und Zapateros Angst vor Angela Merkel

Verfolgt man nicht nur die Berichte über erneute Krankheitsfälle, so kommen auch Neuigkeiten zu Tage, die durchaus nachdenklich stimmen können.

So erscheinen Gerüchte über die angebliche Angst des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero vor Angela Merkel fast ein wenig lächerlich. Fakt ist jedoch, dass spanische Bauern lauthals eine Entschädigung von Deutschland für ihre Einbußen fordern. Laut der spanischen Bauernverbände beziffern sich die Verluste bisher auf immerhin 200 Millionen Euro wöchentlich! Außerdem, so heißt es aus Spanien, wird Zapatero vorgeworfen, sich aus "Angst" vor unserer Kanzlerin nicht genügend für die Bauern einzusetzen. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hält dagegen und betont, die Bevölkerung nicht zu früh gewarnt zu haben. Welche finanziellen und internationalen Auswirkungen EHEC noch haben wird, werden wir mit Spannung verfolgen.

Auch auf den ersten Blick skuril wirkende Neuigkeiten machen im Zusammenhang mit EHEC die Runde. Es sind Verschwörungs-und sogar Anschlagstheorien in Umlauf! Demnach soll der EHEC-Erreger gezielt an verschiedenen europäischen Umschlagplätzen eingesetzt worden sein! Ob diese Theorie der Wahrheit entspricht oder nur ein weiterer Versuch ist, den Ursprung des Erregers zu finden liegt wohl erstmal weiter im Auge des Betrachters.

 

Ursache für EHEC-Epedemie gefunden?

Weder Gurken noch Tomaten? Waren die Warnungen davor doch zu verfrüht?

Wie heute Medienberichten zu entnehmen ist, soll eine "heiße Spur" auf einen Hof im Kreis Uelzen führen! 18 Sprossenmischungen des Hofes, darunter Brokkolisprossen, Bohnenkeimlinge, Linsensprossen, Knoblauchsprossen, Radieschen- und Rettichsprossen, Erbsen- und Kichererbsensprossen sollen für die Verbreitung des Bakteriums verantwortlich sein!

Aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover heißt es "zu allen Hauptausbruchstellen lässt sich die Verbindung herstellen". Allerdings liegt noch kein eindeutiger Labornachweis vor. Dennoch warnt das Ministerium dringend vor dem Verzehr von Sprossen! Weiter heißt es "die Sprossen wurden direkt oder über Zwischenhändler an Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geliefert".

Der Hof ist inzwischen gesperrt und die Ware zurückgerufen!

Bedeutet, die Ursache gefunden zu haben nun auch, die Epedemie in den Griff zu bekommen? Wir werden sehen, welche neuen Meldungen uns morgen erreichen.

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Dipl. Kfm, Markus Schmidt, therapeutenfinder.com, 20354 Hamburg
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