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ein Leben als umgeschulter Linkshänder

10.04.2007

Ein Artikel von Markus Schmidt

Gründung einer Selbsthilfegruppe Brain-breaking, ein Leben als umgeschulter Linkshänder

Autor: Bärbel Däuble

Seit März 2007 existiert eine Selbsthilfegruppe brain-breaking (umgeschulte Linkshänder) in Düsseldorf. Auslöser für die Gründung dieser Selbsthilfegruppe ist meine Rückschulung auf meine dominante Hand.

Bei meiner Einschulung 1958 hieß es noch schreib mit rechts. Die Auswirkungen einer Umschulung sind in der Öffentlichkeit und bei den meisten Medizinern / Therapeuten unbekannt. Nachdem ich Jahr 2005 ( 47 Jahre nach der Einschulung) zufällig auf meine Linkshändigkeit angesprochen wurde, beschäftige ich mich bewußt mit diesem Thema.

Frau Dr. Sattler von der ersten deutschen Linkshänderberatungsstelle in München beschreibt die Primär- und Sekundärfolgen der Umschulung ausführlich in ihren Büchern. Im Amerikanischen nennt man diesen Zustand brain-breaking. Brain-breaking kann außerdem nach Schlaganfall und Unfällen auftreten, wenn die dominante Hand ausfällt und eine Umstellung auf die andere Hand erforderlich wird.

Die Umschulung bedeutet für mich keinen Bruch. Die Gehirnhälften waren unterschiedlich belastet. Durch eine Überlastung bei körperlicher oder geistiger Beanspruchung kommt die Bewegung ins Stocken, es gibt einen Knoten im Gehirn. Mit der Hilfe einer Ergotherapeutin mit der Zusatzausbildung nach der Methode Frau Dr. Sattler habe ich eine Rückschulung gewagt. Für mein Wohlbefinden haben sich die Mühen der Rückschulung gelohnt.

Das Ziel der Selbsthilfegruppe ist ein direkter Erfahrungsaustausch zwischen Betroffenen. Allein das Wissen und Begreifen, warum man so "ist", hilft den Druck zu nehmen. Selbsthilfe bedeutet: Unsere Gruppe wird von keinem Profi geleitet. Selbsthilfegruppe bedeutet: Ich helfe mir selbst. Wer Hilfe von professionellen Experten oder Therapeuten erwartet oder benötigt, sollte sich an anerkannte LinkshänderberaterInnen wenden.

Weitere Informationen:
http://www.mein-brain-breaking.de

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Kommentare zu ein Leben als umgeschulter Linkshänder

von: erika kisling

30.07.2007 09:47 Uhr

Seit ca. einem Jahr bin ich ein rückgeschulter Linkshänder. Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich wohl in meiner Haut.
Begonnen hatte alles mit sechs Jahren. Damals wurde ich zwangswise auf die rechte Hand trainiert. Bereits zur Einschulungszeit hatte ich eine erste Depression(damals noch unbekannt).
Später, beim Studium stellte ich fest, dass ich anders war als meine Studienkollegen, besonders wenn es ums Mitschreiben bei Vorlesungen ging. Mit 32 Jahren hatte ich erneut eine Erschöpfungsdepression, die dann aber medikamentös geheilt wurde.
Im Alter von 53 Jahren bekam ich erneut eine Depression und musste mich in klinische Behandlung begeben. Zu diesem Zeitpunktverlor ich die Fähigkeit mit der rechten Hand zu schreiben - und das als Lehrerin. Meine behandelnden Ärzte rieten mir dringend von einer Rückschulung ab. Bei der Entlassung konnte ich weder rechts noch links schreiben.
So musste ich eine Rückschulung auf eigene Verantwortung durchführen. Sie gelang mir zu meinem Erstaunen beinahe problemlos. Zu Beginn war meine Schrift noch sehr wacklig.
Zwischenzeitlich befinde ich mich in psychotherapeutischer und ergotherapeutischer Behandlung. . Von Tag zu Tag empfinde ich ein nie dagewesenes Gefühl, endlich bei mir (in meiner Mitte) angekommen zu sein. Das Malen von Aquarellbildern macht mir außerdem seither großen Spaß. Ich kann nur Jedem dazu raten, eine Rückschulung zu versuchen.
Liebe Grüße Erika


von: Annette Damm

27.10.2007 05:37 Uhr

Guten Tag,
auch bei mir ist es so gewesen, ich wurde auch umgeschult. Habe danach die Zahlen falsch herum gelesen, mußte es wieder neu lernen Zahlen zu lesen. Depressionen habe ich auch in der Schulzeit bekommen, keiner wußte warum (ich selbst auch nicht)! Es ist nicht sehr schön für mich, aber es gibt schlimmeres, dies ist mein Trost! Es gibt sicher Menschen, denen es in der Kindheit noch schlechter als mir ging!
Wünsche allen Menschen ein schönes Leben, ohne immer wieder mit Schuldgefühlen überhäuft zu werden! Wir machen alles Fehler, Gott sei Dank!
Alles Liebe & Gute, Annette!


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