Der weiteste Weg ist der zur Mutter

Der weiteste Weg ist der zur Mutter

Die Liebe der Kinder zu ihren Eltern existiert von Geburt an. Sie ist unausweichlich. Dennoch kommt es in den Familien  oft zu einer schwierigen Beziehung zur eigenen Mutter. Die tiefe seelische Hinbewegung der Liebe zur Mutter ist dann in ihrem natürlichen Fluss unterbrochen. Alle weiteren Bemühungen des Kindes um die Liebe seiner Eltern führen zu Ersatzhandlungen und beeinträchtigen das weitere Leben.

Trennungen in der frühen Kindheit, Krankenhausaufenthalte, Unfälle, ein Geburtstrauma und andere frühkindliche Traumata können dazu führen, dass die Kinderseele sich zurückzieht und sich nicht mehr vertrauensvoll der Mutter zuwendet. Doch es sind nicht immer selbst erlebte schwierige Situationen, die zu solch einem inneren Rückzug führen. Auch Traumata und Verluste anderer Familienmitglieder können dazu führen, dass sich ein Kind schon von klein an nicht vertrauensvoll der Mutterzuwenden kann.

Ist das Kind auf der Seelenebene mit einem zeitig verstorbenen Familienmitglied verbunden, dann trauert das Kind unbewusst von klein auf. Kommt ein Kind beispielsweise als allein geborener Zwilling auf die Welt oder hat ein Geschwisterkind durch eine Fehlgeburt oder Abtreibung der Mutter verloren,  richtet sich seine Seele und seine Liebe auf das verlorene Geschwisterchen aus – nicht auf die Mutter. Auf einer ganz unbewussten tiefen Ebene trauert es von Beginn an. Der Weg zum Herzen der Mutter ist unterbrochen.

„Kinder tragen die Schicksale ihrer Familie mit“, sagt Dr. Renate Wirth, systemische Therapeutin für Familienaufstellungen „Wenn beispielsweise ein Kind tot geboren wurde oder als Säugling beziehungsweise als Kleinkind verstorben ist, kann sich das auf ein später geborenes Kind stark auswirken. Es braucht noch nicht einmal davon zu wissen und kann trotzdem diesen Tod spüren und hat ein Schuldgefühl dafür, dass es selbst leben darf. Dieses Schuldgefühl, das das Kind nicht zuordnen kann, belastet dann sein weiteres Leben und das Miteinander in der Familie. Das Kind lebt in dem Gefühl, nicht dazuzugehören und seinen Platz nicht zu finden.“  

Oft geschieht es, dass eine Mutter ihr Kind bestens versorgt, doch unbewusst ist sie mit ihrem Herzen woanders. Ein Kind kann dies spüren - es erreicht mit seiner Liebe die Mutter nicht - und zieht sich traurig und verunsichert zurück. In dem Kind entsteht das Gefühl, nicht wichtig zu sein oder nicht gesehen zu werden. Es fühlt sich alleine gelassen, nicht anerkannt und nicht geliebt.

Was ist geschehen, wenn eine Mutter im Herzen nicht auf ihr Kind schauen kann? Wohin schaut sie? Es kann sein, dass sie auf die unerfüllte Liebe zur eigenen Mutter schaut. Es können aber auch traumatisches Erlebnisse der Mutter, wie beispielsweise der Verlust eines lieben Menschen, Kriegserlebnisse, Flucht, Gewalt oder andere traumatische Erfahrungen sein. In vielen Familien sind Kriegstraumatisierungen nie verarbeitet und somit als „seelisches Erbe“ weitergegeben worden. Dann leben unbewussten Beziehungsdynamiken weiter.

„In meiner Aufstellungsarbeit erlebe ich es sehr häufig, dass der Weg zur Mutter oft sehr schwierig ist und dass eine unterbrochene Hinbewegung zwischen Mutter und Kind das ganze Leben beeinflusst. Fehlt einem Kind die elterliche Bezugsperson, fehlt ihm damit auch das Gefühl der Zugehörigkeit zur Familie. Auch als erwachsener Mensch  fühlt es sich noch einsam und sucht deshalb unbewusst nach Situationen im Leben, die ihn hoffen lassen, das Gefühl der Trennung heilen zu können. Und der Weg zur Mutter ist weit. Doch die Aufstellungsarbeit zeigt auch, dass er letztendlich  ans Ziel führen kann“, erklärt Dr. Renate Wirth.

Ein schwierige Kindheit und Schicksalsschläge in der Familie können zu Problemen in der Partnerschaft, in der Familie, im Beruf, zu ständiger Suche, unbestimmter Trauer oder Krankheit führen. Sie mindern die Lebenskraft und schränken in den Handlungsmöglichkeiten ein. Familienaufstellungen zeigen die Dynamiken auf, die unsichtbar hinter diesen Problemen wirken und machen sie sichtbar. Die dadurch gewonnene innere Freiheit ermöglicht es, in einem neuen Miteinander neu auf das eigene Leben zu schauen.

Weitere Informationen:
http://www.aufstellungstage.de/presse.html

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Dr., Renate Wirth, Systemische Therapeutin, Akkadeus, 10717 Berlin
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Dr Renate Wirth Systemische Therapeutin  Akkadeus 10717 Berlin Dr., Renate Wirth, Systemische Therapeutin,
Akkadeus, 10717 Berlin
http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/psychotherapeutischer-heilpraktiker-werder-renate-wirth.html

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