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Krebs - Seinem Selbst zuvor entfremdet


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03.01.2008

Ein Artikel von Hans-Peter Hepe

Krebserkrankungen sind heute die zweithäufigste Todesursache. Das Schicksal der einzelnen Krebszelle enthüllt uns die zugrunde liegende Thematik. Auf der Körperebene wird verdeut-licht, dass hier jemand von seinem ureigenen Lebensweg abgewichen ist. Obwohl Krebs nicht zu den schulmedizinisch anerkannten psychosomatischen Krankheiten gehört, gibt es viele empirische Befunde aus systemischer Sichtweise, die das Anerkennen einer psycholo-gischen Komponente des Krebsgeschehens erforderlich machen. Viele krebserkrankte Men-schen weisen folgende Persönlichkeit auf:

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Hinter einer äußerlichen Angepasstheit und Lebensbejahung erscheint er hoffnungs-los und bedrückt: alles ist ihm im Grunde eine Last, die Zukunft eine Bürde. Er er-scheint dabei eigenen wichtigen Bedürfnissen, z.B. dem nach Ruhe, nach sexueller Befriedigung, nach mitmenschlicher Verbundenheit, nach Erholung - entfremdet. Er ist durch geringe Entwicklungsmöglichkeiten und starrer Rollenaufteilung aus seiner Herkunftsfamilie seinem Selbst und vor allem seinem ureigenen Lebenssinn entfremdet. Und es fällt ihm schwer, andere Menschen zu finden, die diese (von ihm selbst nicht klar erkannten und zugelassenen) Bedürfnisse befriedigen könnten - obschon, oder gerade weil er zu allen Menschen nett sein möchte. Schließlich erscheint er be-sonders verwundbar für bestimmte Verluste, Kränkungen, oder Ausstoßungserlebnis-se, umso mehr, als er sich oft nur an einen einzigen Menschen enger bindet, während er andere Kontakte vernachlässigt.

Und nicht nur die Persönlichkeitszüge, sondern auch die Familienverhältnisse, aus dem der krebserkrankte Mensch kommt, ähneln sich in folgenden systemischen Besonderheiten:

Sehr geringe Entwicklungsmöglichkeiten, starre Rollenaufteilung, starke Bindungen und Koalitionen, starre Grenzen nach außen, harmonisierendes, konfliktvermeidendes Verhalten, Altruismus bis zur Selbstaufopferung, gespannte und latent explosive Atmosphäre als Folge der Konfliktverleugnung und Konfliktunterdrückung. Verlust ei-gener Lebensinhalte und eigenem Lebenssinn. Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass derartige Mechanismen in starker Ausprägung auch in Familien mit an-deren psychosomatisch schweren Erkrankungen vorkommen sowie in Familien mit psychotischen Erkrankungen.

Meiner Meinung nach muss die psychologische Komponente von Krebs auch noch aus einem viel wichtigeren Grunde anerkannt werden, nämlich der Spontanremission. Bei ca. 10.000 Erkrankungen bildet sich eine ohne medizinische Eingriffe spontan zurück, oft sogar nach hochgradiger Metastasierung. Bei diesen Patienten wurden immer außergewöhnliche und grundlegende Veränderungen in der Einstellung zum Leben ermittelt!

Einmal mehr geht es in diesem Krankheitsbild darum, dem Körper die im Krankheitsgesche-hen deutlich werdende Lebens-Aufgabe abzunehmen. Der Patient sollte seinen ursprüngli-chen Lebenssinn wiederfinden - anstelle der Krebszelle, die den Körper findet.

Einmal mehr der Beweis dafür, dass andere Faktoren unsere Krankheit bestimmen, als die einzelnen Stoffe in unserem Körper. Das ist analog zu der Bakterientheorie als Ursache von Krankheiten, wo selbst der große Louis Pasteur auf dem Sterbebett sagte: ? Die Bakterie ist nichts, der Boden ist alles?.

Doch viele ignorieren oder bagatellisieren ihren Zustand nach der Diagnose aus Angst vor dem Verlust ihrer gewohnten Ordnung oder ihrer vorhandenen Bindungen. Sie wollen das tun, was sie immer schon getan haben, gehen zur Tagesordnung über und entfremden sich irgendwann endgültig vom irdischen Leben. Nur wenige Krebspatienten kommen aus eige-nem Antrieb in eine systemische Aufstellungsarbeit - dann allerdings mit günstigerer Prog-nose.

Die systemische Familienaufstellungen verdeutlicht die zuvor lebens- und krankheitsbe-stimmenden Beziehungen innerhalb des Familiensystems, die bei dem Patienten bewusst werden und auf seelischer und körperlicher Ebene eine heilende Wirkung haben und eine Umkehr zum selbstbestimmten Leben bewirken.

Und zu Guter letzt: Wenn man das äußerst Machtvolle und Zerstörerische des Krebsgesche-hens, das in seiner scheinbaren Unabdingbarkeit soviel Grauen auslöst, als Ausdruck unge-lebter, abgespaltener, unterdrückter , verleugneter oder ins Gegenteil verkehrter Vitalität sehen kann, sind gleichfalls die großen Potentiale erahnbar, die der Patient sich im Falle einer Wende verfügbar machen kann. Weitere Ergänzung zum Thema Krebs:

Der krebserkrankte Mensch sollte sich seinen verlorenen Lebensinhalt erkämpfen, bevor die Krebszellen sich seinen Körper erkämpfen. Es gilt, dass der Mensch seinen ureigenen Le-benssinn wiederfindet, den er in der familiären/emotionalen Ursuppe verloren hatte. Damit ist aber nicht gemeint, aus der zuvor "erfahrenen Selbstentfremdung" jetzt mit aller Kraft in den Gegenpol "egoistischer Selbsterfüllung" zu stürzen. In der Polarität von Idealismus und Egoismus ist für das ureigene Selbst nichts wirklich gewonnen und der Kampf mit dem Krebs zieht sich über Jahre hinweg. Wir müssen eine "Dritte Position" für uns gewinnen. Statt Idealist oder Egoist sollten wir Logoist werden. Die Bezeichnung logo kommt aus dem griechi-schen und heißt übersetzt soviel wie Sinn. Wir sollten ein sinn-bezogenes Leben führen, anstelle eines familien-(ideal) oder eines ich-bezogenen Lebens.

Weitere Informationen:
http://www.simplepower.de/gutzuwissen/index.php?=t20

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