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Psychosomatische Naturheilpraxis

22.08.2007

Ein Artikel von Stephanie Merges-Wimmer

Was ist eine Psychosomatische Naturheilpraxis?

Unter einer Naturheilpraxis kann sich mittlerweile fast jeder etwas vorstellen. Hier wird mit natürlichen Mitteln versucht, den geschwächten oder kranken Körper wieder ins Lot zu bringen. Die hierbei angewandten Maßnahmen unterscheiden sich in fast jeder Praxis. Der eine setzt auf klassische Homöopathie oder Schüssler Salze, der andere mehr auf Akupunktur oder unterschiedliche Tinkturen oder Ozontherapie oder Bioresonanztherapie. Meistens geht es um Ausleitung von Gewebsgiften, Allergien, parasitäre Belastungen,  Ernährungsumstellung oder Energie­lenkung. Selten um eine rein symptomatische Behandlung. Hilfreich sind sicher jede dieser Maßnahmen.

So ganz nebenbei erhalten die Behandler, ganz gleich, ob Arzt oder HeilpraktikerIn, oft weitere Einblicke über die Lebens­situation ihrer Klienten, vor allem dann, wenn alle bisherigen Versuche zu helfen nur bedingt erfolgreich waren. Nicht jeder medizinisch Tätige kann mit derartigen Infor­mationen konstruktiv umgehen, es sei denn, das Wissen über die Zusammenhänge von Körper, Geist und Psyche ist vorhanden. Doch was hat der Frust am Arbeitsplatz, der dauernde Streit mit dem Nachbarn oder Partner mit der Darmverstimmung oder den immer wieder auftre­tenden Infekten zu tun? Oder wie soll gar der Tod der Mutter oder eines anderen lieben Menschens mit einer lebensbedrohlichen Krankheit in Zusammenhang stehen?

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit der Vielschichtigkeit des Menschen.  Sie geht davon aus, dass Gefühle sich im Körper manifestieren können, vor allem dann, wenn sie negativer Natur sind. Trauer, Wut, Angst, Frust, Schuld-, Ohnmachts- oder Verlassenheitsgefühle werden von uns stark empfunden und der Körper muss mit den so entstehenden Gefühls-Schwingungen fertig werden. Wir sagen >ich bin sauer< und der Körper  produ­ziert auch tatsächlich Säuren. Wir haben >Wut im Bauch< und können davon ausgehen, dass das Vegetativum oder der Darm diese zu spüren bekommt und damit umgehen muss. Wir trauen uns eine Aufgabe, Verantwortung, Prüfung nicht zu und haben einen Unfall oder werden krank. Zufall? Wohl kaum.

Unsere Gefühle gehören genauso zu uns wie unser Denken. Nur, dass unser Körper die Gefühle spürt, die Gedanken hingegen nicht. Erst wenn wir an unsere Gedanken Gefühle koppeln, hinterlassen sie Spuren in uns.

Die Aussage >ich will gesund sein< bedeutet wenig, wenn die Angst, Verantwortung für sich zu übernehmen, groß ist und Gesundheit gerade diese Situation herbeiführen würde. Krankheitsgewinnwird das genannt. Wir alle kennen das. Als Kind haben wir es mehr oder weniger oft praktiziert und das Ergebnis war fast immer angenehm. Warum sollte es nicht auch im Erwachsenenleben gültig sein? Unsere Psyche jedenfalls hat sich das gemerkt und so lange sie keine neue und überzeugende Infor­mation erhält, wird sie diese Praxis anwenden.

Innere Stärke entsteht nicht durch Schonung und Anpassung. Innere Stärke entwickelt sich, wenn wir das Kleine in uns zugunsten eines Größeren überwinden. Tun wir es nicht, brauchen wir Mittel und Wege, unser Tun zu legitimieren, uns selbst und anderen gegenüber. Doch unser Inneres ist auf Wachstum und Weiter­entwicklung eingerichtet und wenn wir unsere Größe nicht leben, wird es traurig. Diese Trauer spüren wir. Sehr oft jedoch kennen wir nicht den Grund hierfür, denn unser Leben verlief doch >schon immer so<. Vielleicht gerade darum.

Manchmal kann ich Wut bei Menschen spüren, die ihre Potentiale nicht leben. Sie denken dann, andere sind an ihrem Unglück schuld, denn sie gaben ihnen nicht, was sie sich wünschten. Doch die Wahrheit ist, dass sie sich selbst nicht gaben, was möglich gewesen wäre. Sie gaben sich nicht die Chance zu wachsen und glücklich zu sein. Sie gaben sich nicht den Ruck, nach vorne zu sehen und den ersten Schritt zu tun. Sie gaben sich nicht die Chance zu lieben, Freude zu empfinden, Schönheit in ihr Leben zu bringen, mutig zu sein und erfolgreich.

Wenn wir den Körper als Hülle oder noch besser als Tempel all dieser Möglichkeiten ansehen und wenn wir davon ausgehen, dass wir verant­wortlich sind für den Zustand des Tempels und seiner Inhalte, so bekommen wir eine Idee von der Vielfältigkeit des Menschen. Das eine ist vom anderen nicht zu trennen, denn sie gehören zusammen. Der Geist, der im Tempel herrscht, wird sichtbar und drückt sich auch nach außen aus. Die genutzten Materialien, die liebvolle oder lieblose Gestaltung, all das wird sichtbar und ist spürbar. Natürlich muss der Tempel gereinigt und geschmückt werden und ab und zu fallen Reparaturen an. Kümmern wir uns regelmäßig um ihn, können wir größere Schäden verhindern. Machen wir es uns bequem und glauben, ein anderer würde es schon richten, so sind wir im Irrtum. Wir sind für unseren Körper-Tempel selbst verantwortlich.

In einer Psychosomatischen Naturheilpraxis wird der Mensch als eine Ganzheit von Körper, Gefühl, Psyche, Seele, Geist, Gedanken und Potentialen gesehen. Nur den Körper zu behandeln reicht bei dieser Sicht nicht aus. Es ist die Ausrichtung und die Haltung im Leben, der Glaube an sich selbst, die Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit und das Interesse an Veränderung, die mit in das Geschehen hineinspielen. All das gilt es zu berücksichtigen, wenn eine Wandlung zum Guten bewirkt werden soll.

Naturheilverfahren oder Bioresonanztherapienunterstützen den Prozess auf körperlicher Ebene und stellen den Raum für Veränderung zur Verfügung. Die therapeutische Arbeit bewirkt, dass alte Wunden sich schließen können und neue Akzente im Leben gesetzt werden. Dadurch entwickelt sich eine ver­änderte und konstruktive Lebenshaltung, die Erfolg möglich sein lässt und ein breiteres Handlungs- und Denk-Spektrum zur Verfügung stellt.

Die Behandlung in einer Psychosomatischen Naturheilpraxis verlangt von den Klienten Mitarbeit. Sie werden als mündig angesehen und als fähig, in ihrem Leben eine Wende zu bewirken. Nicht jeder jedoch ist hierzu bereit, vor allem dann nicht, wenn noch immer Vorurteile gegen therapeutisches Arbeiten bestehen. >Ich bin doch nicht verrückt< heißt es da und doch spricht hier die Angst, aus alten, gewohnten Gleisen geworfen zu werden. Die Angst also, nicht zu genügen. Gerade das aber ist die zerstörerische Haltung, denn sie lässt Entwicklung nicht zu. Das Innere ? und meist auch das Umfeld ? bewertet das mit Ärger oder Trauer, denn eine solche Haltung ist gegen die schöpferische Kraft des Seins gerichtet. Wie viel einfacher wäre es da, einen Moment inne zu halten, sich die derzeitige Lage anzuschauen und einen schöneren Weg zu wählen, auch wenn er für kurze Zeit Anstrengung verlangt. Hierfür Unterstützung anzunehmen verkürzt den Weg in fruchtbares Land.

In einer Psychosomatischen Naturheilpraxis erleben Sie, dass Sie als  Mensch in seiner Vielfalt angesehen und angesprochen werden. Selbst wenn manche Potentiale verschlossen sind und verneint werden, so sind sie trotz allem vorhanden. Diese Schlösser zu öffnen und eine bejahende und konstruktive Lebenshaltung zu entwickeln, die Erfolg und Gesund­heit möglich machen, ist das Bestreben.

Stephanie Merges-Wimmer, 22. August 2007

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