April! April! Je(der) macht, was er will!

April! April! Je(der) macht, was er will!

April! April! Je(der) macht, was er will!

Haben Sie zu Hause auch Familienmitglieder, die machen, was sie wollen? Zum Beispiel ein Kind, das mal trotzig ist - mal lieb? Oder eine (n) Jugendliche (n), der mal redet wie ein Wasserfall und dann wieder verschlossen ist wie eine Auster?  

Wir Menschen haben alle Stimmungsschwankungen, das ist ganz normal - solange es sich in einem bestimmten Rahmen aufhält. Was aber, wenn dieser Rahmen laufend gesprengt wird? Wie gehen wir mit einem Kind um, das uns mit seinen Trotzphasen an den Rand bringt? Oder wie verhandeln wir mit einem Jugendlichen, der immer schwerer zugänglich wird oder in die Luft geht wie eine Rakete? 

Zuerst einmal bewahren wir Ruhe und konzentrieren uns auf uns selbst. Wir lassen uns nicht in einen Machtkampf verwickeln. Wir lassen uns auch nicht als Eltern gegeneinander ausspielen. Wichtig ist, dass wir eine klare Vorstellung von dem entwickeln, was wir in unserer Erziehung umgesetzt haben wollen und was nicht. Wenn wir Wert darauf legen, dass zum Abendessen alle Familienmitglieder anwesend sind, dann müssen wir das auch einfordern. Sobald wir in unseren Forderungen "schwammig" werden und mal sauer darüber sind, wenn einer fehlt, und mal nicht, wird diese Schwachstelle ausgenutzt. Nach dem Motto: Die oder der weiß doch sowieso nicht, was sie (er) will. Je klarer und beständiger Regeln und Erziehungsvorstellungen umgesetzt werden, umso leichter für Kinder und Jugendliche, sich daran zu halten. 

Gerade bei Jugendlichen ist es wichtig, die Familienregeln dem Alter immer wieder anzupassen. Wie lange darf der Sohn PC spielen? Um welche Uhrzeit muss die Tochter zu Hause sein? Müssen die Kinder mit zu Tante Ernas Geburtstag? Wir Eltern neigen dazu, solche Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen, will heißen, sie aus einer aktuellen Situation heraus zu bewerten. Sind wir selbst "gut drauf", lassen wir die Tochter vielleicht länger ausgehen, sind wir selbst genervt und fühlen uns ausgepowert, sind wir vielleicht froh, wenn der Sohn länger am PC sitzt, weil wir so unsere Ruhe haben. Dies ist alles sehr verständlich, macht es jedoch für Kinder und Jugendliche zu einem Dschungel, in dem sie sich nicht mehr auskennen und in dem sie die Grenzen ständig neu ausloten. Das ist für alle Seiten anstrengend. 

Besser ist es, Sie reflektieren immer wieder für sich - oder mit Ihrem Partner - darüber, was in welchem Alter wie gehandhabt wird. Also: Bettzeiten, Ausgehzeiten, Taschengeld, Fernsehzeiten, PC-Zeiten, Mithilfe im Haushalt... Sie können durchaus mit den Jugendlichen selbst in Verhandlungen treten, aber machen Sie sich vorher Ihre eigene Position und Ihre Vorstellungen klar. Was will ich und was geht auf keinen Fall? Dazwischen können Sie verhandeln. Gerade Jugendliche halten sich viel leichter an Regeln, wenn sie sie selbst mitgestaltet und "abgesegnet" haben. Denken Sie auch daran: Wer mehr Rechte will, hat auch mehr Pflichten.  

Eine häufige Frage, die ich immer wieder gestellt bekomme: "Mein Kind will keine Hausaufgaben machen. Sie werden immer wieder verschoben, bis zum Abend und ich muss alles hunder Mal sagen - was kann ich tun?" Vielleicht kennen Sie dieses Thema von Ihrem eigenen Kind und da möchte ich Ihnen zwei Tipps an die Hand geben: 

1. Sie halten immer die gleichen Hausaufgabenzeiten ein. Also, wenn das Kind aus der Schule kommt, wird gegessen, anschließend kann es für 1 Stunde raus zum Spielen oder sich im Zimmer ausruhen, dann werden die Hausaufgaben gemacht. Je nach Alter, mit der Mutter, die direkt dabei sitzt, oder mit der Mutter, die nebenher andere Aufgaben erledigt, dem Kind aber immer wieder über die Schulter schaut und für Fragen da ist, oder ganz eigenständig. 

2. Das Kind kann selbst bestimmen, wann es die Hausaufgaben machen will, muss aber z. B.  spätestens um 18 Uhr fertig sein, weil da die Fernsehstunde ist. Sollte das Kind bis dahin seine Aufgaben nicht erledigt haben. ist die natürliche Folge davon, dass es nicht Fernseh schauen kann. So haben Sie einen direkten Zusammenhang geschaffen und dies wird von Kindern viel leichter akzeptiert als eine Konsequenz, die nichts mit dem Auslöser zu tun hat. Also, wenn auf nicht gemachte Hausaufgaben z. B. Süßigkeitenentzug folgt, so hat das überhaupt nichts miteinander zu tun und ist für ein Kind nicht nachvollziehbar. Das Ausfallen der Fernsehzeit jedoch sehrwohl, denn es ist die einzige Stunde, die noch bleibt am Ende des Tages. Beim nächsten Mal wird sich das Kind vielleicht überlegen, ob es die Hausaufgabenzeit wieder so weit hinauszögern will, dass die Fernsehzeit ausfällt. 

Bei allen Regeln und Grenzen, Erziehungsmethoden und Familienstrukturen, bedenken Sie bitte immer, die entsprechenden Maßnahmen dem Alter anzupassen. Mit übermäßiger Strenge kann man kein glückliches Kind erziehen. Das geht nur mit Liebe! Und wenn sich die Fronten, z. B. in der Pubertät verhärten, dann gehen Sie erst recht auf Ihr Kind zu. Machen Sie Angebote wie Radtouren, Schwimmbad, Kino....verbringen Sie auch mal Zeit alleine mit dem Jugendlichen. Sie werden sehen, wir gut Ihnen das beiden tut. Oder setzen Sie sich neben Ihren Sohn vor den PC und interessieren Sie sich für das, was er da spielt. Häufig sind Jugendliche wahre Könner und Meister auf diesem Gebiet und dies wird von den Erwachsenen gar nicht gewertschätzt. Auch wenn es Sie nicht wirklich interessiert, überwinden Sie sich und tauchen Sie ein in die Welt des Jugendlichen. Nur so können Sie in Kontakt bleiben und sehen, womit er sich beschäftigt. Oder machen Sie einen Stadtbummel mit Ihrer "trotzigen" Tochter. Nach dem 3. Schuhladen wird sie schon aufweichen :-)

 

Schenken Sie Ihrem Kind Liebe, Geduld, Zeit und seien Sie präsent. In Zeiten, in denen uns das nicht gelingt oder wir mit unserem Auftrag temporär überfordert sind, dürfen wir uns gerne Hilfe ins Boot holen. Wir müssen nicht alles alleine schaffen. Ich wünsche Ihnen ein glückliches Familienleben und viel Freude mit Ihren Lieben!

 

Weitere Informationen:
http://www.praxis-diemar-gmünd.com

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Angelika Beck-Diemar, Heilpraktikerin für Psychotherapie, ,
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