Man kann sich nicht "verfühlen"!

Man kann sich nicht "verfühlen"!

Man kann sich zwar "ver-rechnen", aber man kann sich nicht "ver-fühlen"! 

Ein Plädoyer für mehr Empathie - uns selbst und anderen gegenüber

Eine kurze Definition: Unter Empathie versteht man das Mitschwingen und Nachempfinden von Gefühlszuständen einer anderen Person. Dies impliziert allerdings nicht zwangsläufig, dass darauf auch angemessen reagiert wird, bzw. sagt noch nichts über eine mögliche Motivation oder Intention aus, dem Anderen zu helfen. 

Mitgefühl zeichnet sich aus durch eben diese hinzukommende affektive Komponente - man möchte z. B. das Leid des Anderen lindern. Mitgefühl ist also nicht nur das Wahrnehmen und Mitempfinden eines Gefühlszustands, sondern beinhaltet die Absicht, aktiv und einfühlsam auf den Zustand des Anderen einzugehen. Als Mitleid bezeichnen wir Mitgefühl "von einer höheren Warte aus". Dies impliziert, dass sich der Mitleidende dem Leidenden überlegen fühlt. 

Als empathischer Mensch fühlen wir den Schmerz des Anderen tatsächlich mit. In der neuronalen Forschung konnte im MRT gezeigt werden, dass wir - beim Beobachten eines Schmerzreizes bei einem Mitmenschen - diesen Schmerz in unserem eigenen Körper so spüren, als würde uns selbst dieser Schmerz zugefügt werden. Es handelt sich also nicht um einen kognitiven, sondern um einen gefühlsmäßigen Vorgang. 

So ist es nicht verwunderlich, wenn wir uns von empathischen Menschen besonders verstanden und "aufgefangen" fühlen. Wir sind ja quasi auf einer Wellenlänge. Um einer Person empathisch begegnen zu können, muss eine Perspektiven-Übernahme stattfinden - wir müssen also versuchen, uns in die Lage der anderen Person hinein zu versetzen. Dieser Prozess ist überall da notwendig, wo Menschen aufeinander treffen und Beziehung stattfindet.  

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, den Kontext zu betrachten, aus dem heraus eine Person agiert. Stellen Sie sich vor, Ihr Partner kommt völlig gestresst von der Arbeit nach Hause. Er hat kurz vor Dienstschluss noch einen Rüffel vom Chef erhalten und bangt vielleicht um seinen Job. Sicher wird er auf Ihre Frage, wie es heute Abend mit einem Kinobesuch aussieht, nicht mit der gleichen Haltung reagieren, wie wenn er gerade eine Gehaltserhöhung bekommen hat. Das leuchtet ein und ist leicht verständlich. Schade nur, dass wir eben diese Herangehensweise im Alltag oft außer Acht lassen.  

Wir sehen die Dinge aus unserer Warte, agieren aus unserem aktuellen Gefühlszustand heraus und beziehen dann ein scharfes Wort oder eine abweisende Geste vom Partner sofort auf und gegen uns gerichtet. Ohne abzuklären, wie dessen Gemütsverfassung zustande gekommen ist oder woher sie rührt.  

Doch wie können wir uns in den Anderen hineinversetzen? Wie können wir herausfinden, was in ihm vorgeht? Wir können ja nicht "riechen", in welcher Verfassung er sich gerade befindet... 

Hierfür ist es notwendig, mit dem Anderen in Kontakt zu sein - und zwar nicht nur auf kognitiver, sondern vor allem auf emotionaler Ebene. Wir können an seinem Gesichtsausdruck, seiner Haltung und Mimik häufig schon vieles "herauslesen". Gerade bei sehr vertrauten Menschen fallen uns selbst kleine Unterschiede rasch auf. Nur....schauen wir unseren Partner überhaupt bewusst an, wenn er nach Hause kommt? Nehmen wir seine Stimmungen und Schwingungen wahr? 

Weiterhin kommunizieren wir Menschen natürlich über die Sprache. Eine Frage, wie: "Was geht gerade in dir vor?" oder "Wie fühlst du dich heute?" kann wahre Schleusen öffnen. Wenn Sie Ihrem Partner noch weiter entgegenkommen wollen, können Sie ihn auch fragen: "Kann ich etwas für dich tun, damit du dich besser fühlst?" oder "Was würdest du dir gerade von mir wünschen?" Wenn wir den Gefühlszustand unseres Gegenüber wertschätzend und einfühlsam spiegeln, wird er sich uns öffnen.  

Wichtig hierbei ist allerdings die Frequenz und Zuverlässigkeit, mit der diese empathische Kontaktaufnahme bzw. Interaktion stattfindet. Es reicht nicht, alle paar Wochen oder in besonderen Krisen dem Partner diese Aufmerksamkeit zu schenken. Es muss quasi "unser täglich Brot" sein, den Kontakt zum Anderen aufrecht zu halten und immer wieder neu zu suchen. 

Natürlich geht jeder tagsüber seiner Wege und wir sind immer wieder für viele Stunden getrennt, aber gerade dann, wenn wir wieder aufeinander treffen, müssen wir erneut bewusst in Kontakt gehen. Um uns wieder aufeinander einzuschwingen. Das gilt selbstverständlich auch für die Begegnungen mit unseren Kindern. Wenn wir diese vom Kindergarten abholen oder sie aus der Schule zurück kommen, versuchen wir ja auch, in ihren Gesichtern zu "lesen", wie der Tag gelaufen ist und in welchem Zustand sie sich gerade befinden. Bei Pubertierenden sind wir sogar so feinfühlig, dass wir genau wissen, wann wir das "Risiko" einer Konversation eingehen und wann die Kids genervt abblocken. Meist können wir schon an ihren Gesichtern erkennen, wann wir "gegen eine Wand" laufen :-)

Empathie macht unser Zusammenleben leichter und schöner. Es bereichert unsere Beziehungen und lässt uns aufblühen. Wäre das nicht ein guter Vorsatz für das Frühjahr? SELBST den Anfang zu machen, den vielleicht entscheidenden Impuls zu geben in eine neue, empathischere Richtung?

Weitere Informationen:
http://www.praxis-diemar-gmünd.com

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Angelika Beck-Diemar, Heilpraktikerin für Psychotherapie, ,
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