Tiere in der Palliativmedizin
Tiere in der Palliativmedizin
27.03.2026
Tiere in der Palliativmedizin: Chancen, Herausforderungen und Praxis
Einleitung
Die Palliativmedizin zielt darauf ab, die Lebensqualität von Patient:innen mit unheilbaren Erkrankungen zu verbessern. In diesem Kontext gewinnt die tiergestützte Therapie zunehmend an Bedeutung, da der Kontakt zu Tieren emotionale Stabilität, Stressreduktion und soziale Interaktion fördern kann (Barker & Dawson, 1998).
Tiergestützte Interventionen
Man unterscheidet:
Häufig eingesetzte Tiere in der Palliativversorgung sind Hunde, Katzen, Kaninchen oder Kleintiere wie Meerschweinchen (Fine, 2019).
Psychologische und emotionale Effekte
Studien zeigen:
- Angst- und Depressionsreduktion: Körperkontakt mit Tieren kann Stresshormone senken (Beetz et al., 2012).
- Förderung sozialer Interaktion: Tiere erleichtern Kommunikation zwischen Patient:innen, Angehörigen und Pflegepersonal.
- Steigerung des Wohlbefindens: Tiere vermitteln Momente von Freude, Normalität und emotionaler Nähe.
Physiologische Effekte
- Reduktion von Herzfrequenz und Blutdruck
- Entspannung der Muskulatur und Verbesserung der Atmung
- Positive Auswirkungen auf das Immunsystem durch Stressminderung (Nimer & Lundahl, 2007)
Praktische Aspekte
Für den Einsatz von Tieren gelten folgende Rahmenbedingungen:
- Tierauswahl: Nur gesunde, ruhige und gut trainierte Tiere.
- Hygiene: Regelmäßige tierärztliche Kontrolle, Impfungen, Hygieneprotokolle in Einrichtungen.
- Schulung: Pflegepersonal und Ehrenamtliche müssen im Umgang mit Tieren geschult sein.
- Freiwilligkeit: Patient:innen dürfen selbst entscheiden, ob sie Tierkontakte wünschen.
Herausforderungen
- Infektionsrisiken bei immunsupprimierten Patient:innen
- Allergien oder Angst vor Tieren
- Organisatorischer Aufwand für Einrichtungen
Fazit
Tiergestützte Interventionen können die Lebensqualität in der Palliativversorgung nachhaltig verbessern, indem sie emotionale Nähe, soziale Interaktion und physiologische Entspannung fördern. Mit klaren Konzepten, professioneller Begleitung und individueller Anpassung lassen sich diese Interventionen sicher und effektiv umsetzen.
Quellen (kompakt)
- Barker, S. B., & Dawson, K. S. (1998). The effects of animal-assisted therapy on anxiety ratings of hospitalized psychiatric patients. Psychiatric Services, 49(6), 797–801.
- Beetz, A., Uvnäs-Moberg, K., Julius, H., & Kotrschal, K. (2012). Psychosocial and psychophysiological effects of human-animal interactions: The possible role of oxytocin. Frontiers in Psychology, 3, 234.
- Fine, A. H. (2019). Handbook on Animal-Assisted Therapy (5th ed.). Academic Press.
- Nimer, J., & Lundahl, B. (2007). Animal-assisted therapy: A meta-analysis. Anthrozoös, 20(3), 225–238.
Weitere Informationen:
https://www.therapeutenfinder.com/login/artikeleingeben.html
Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Dr., Diplom-Pädagogin, Pädagogische Psych., Claudia J. Schulze, Gutachten, Lerntherapie, Supervision (Päd. Grundberufe; Didaktik, Methodik, Analysen), Psych. Beratung, Psychotherapie,
Praxis für Lerntherapie & Lerntraining / Familientherapie / Psychotherapie (HPG), 78052 Villingen-Schwenningen
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Dr., Diplom-Pädagogin, Pädagogische Psych., Claudia J. Schulze, Gutachten, Lerntherapie, Supervision (Päd. Grundberufe; Didaktik, Methodik, Analysen), Psych. Beratung, Psychotherapie, Praxis für Lerntherapie & Lerntraining / Familientherapie / Psychotherapie (HPG), 78052 Villingen-Schwenningen http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/burnout-beratung-therapie-vs-villingen-claudia-j-schulze.html |


