Systemische Lerntherapie

Systemische Lerntherapie

Systemische Lerntherapie: Konzepte, Methoden und Anwendungsbereiche

1. Definition und Einordnung

Systemische Lerntherapie ist ein therapeutischer Ansatz, der lerntherapeutische Interventionen mit systemischer Perspektive kombiniert. Ziel ist nicht nur die Bearbeitung individueller Lernschwierigkeiten, sondern die Berücksichtigung der kontextuellen Einflüsse – z. B. Familie, Schule, Peers – auf das Lernen (Rief & Klein, 2018).

Im Kern betrachtet die systemische Lerntherapie Lernen als interaktiven Prozess, der durch das Zusammenspiel von kognitiven Fähigkeiten, emotionalen Faktoren und sozialen Beziehungen geprägt ist.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Systemische Theorie

  • Lernprobleme werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines dynamischen Systems.
  • Veränderung einzelner Elemente (z. B. Motivation, Arbeitsstrategien) kann auf das gesamte System wirken.
  • Familien-, Schul- oder Gruppensysteme werden aktiv in die Intervention einbezogen (von Schlippe & Schweitzer, 2013).

2.2 Lerntheoretische Grundlagen

  • Aufbauend auf behavioralen, kognitiven und metakognitiven Lerntheorien.
  • Fokus auf strategisches Lernen, Selbststeuerung und Fehlerverarbeitung.
  • Ziel ist die Förderung von Lernkompetenz, Motivation und Selbstwirksamkeit.

3. Wirkmechanismen

Systemische Lerntherapie nutzt mehrere sich ergänzende Prozesse:

  • Ressourcenaktivierung: Stärken von Schüler:innen und Familien werden sichtbar gemacht.
  • Systemische Rückkopplung: Veränderung in einem Teil des Systems beeinflusst andere Ebenen.
  • Metakognitive Reflexion: Lernstrategien werden bewusst gemacht und optimiert.
  • Motivationssteigerung: Durch Einbeziehung relevanter Bezugspersonen wird intrinsische Motivation unterstützt.
  • Problemlösungsorientierung: Lösungen werden gemeinsam erarbeitet, nicht nur vorgegeben.

4. Methodische Ansätze

4.1 Diagnostisch-systemische Analyse

  • Erfassen von Lernproblemen im Kontext von familiären, schulischen und sozialen Systemen.
  • Analyse von Kommunikationsmustern, Rollenverteilungen und Erwartungen.

4.2 Lernstrategietraining

  • Vermittlung von individuellen Lerntechniken (z. B. Mindmapping, Zeitmanagement, Wiederholungsstrategien).
  • Förderung von Selbststeuerung und Metakognition.

4.3 Systemische Interventionen

  • Familienarbeit: Elternberatung, Gestaltung von Lernumgebung und Feedbackprozessen.
  • Lehrer-Coaching: Anpassung von Unterricht und Unterstützungssystemen.
  • Gruppensettings: Förderung kooperativer Lernstrategien und Peer-Learning.

4.4 Motivations- und Ressourcenarbeit

  • Stärken- und Erfolgserlebnisse werden bewusst gemacht.
  • Positive Rückmeldungen und Zielvereinbarungen werden systematisch integriert.

4.5 Reflexive Sequenzen

  • Analyse von Fehlern und Lernblockaden im Kontext von Systeminteraktionen.
  • Entwicklung von lösungsorientierten Strategien zur nachhaltigen Veränderung.

5. Typische Anwendungsfelder

  • Dyskalkulie, Lese-Rechtschreib-Schwäche
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
  • Motivationsprobleme und Lernblockaden
  • Schulische Übergänge und Anpassungsprobleme
  • Eltern-Kind-Interaktion bei Lernschwierigkeiten

6. Prozessstruktur einer systemischen Lerntherapie

  • Intake und Diagnostik: Lernstand, Fähigkeiten, Motivation, Systemanalyse
  • Zieldefinition: gemeinsam mit Schüler:in, Eltern und ggf. Lehrkräften
  • Interventionsplanung: Kombination von Lernstrategien und systemischen Maßnahmen
  • Durchführung: Lerntraining, Coaching, systemische Übungen
  • Evaluation und Transfer: Überprüfung des Lernerfolgs im Alltag, Anpassung der Strategien
  • 7. Chancen und Grenzen

    Chancen

    • Ganzheitlicher Ansatz: Berücksichtigt individuelle, soziale und emotionale Faktoren
    • Integration von Familie und Schule erhöht Transfer in den Alltag
    • Fokus auf Ressourcen und Motivation
    • Flexibel anpassbar an unterschiedliche Lernstörungen

    Grenzen

    • Hoher Zeit- und Organisationsaufwand (Koordination mit Familie/Lehrkräften)
    • Wirksamkeit stark abhängig von Engagement aller Beteiligten
    • Evidenzlage weniger umfangreich als bei klassischen Lerntherapien, jedoch wachsend

    8. Fazit

    Systemische Lerntherapie verbindet klassisches Lerntraining mit systemischer Sichtweise und ermöglicht eine nachhaltige Bearbeitung von Lernproblemen. Sie betont die Rolle des sozialen Umfeldes, aktiviert Ressourcen und stärkt Metakognition und Motivation. Durch die Einbeziehung von Familie, Schule und sozialen Systemen wird Lernen nicht isoliert betrachtet, sondern als dynamischer, interaktiver Prozess.

    Literatur (Auswahl, APA-Stil):

    • Rief, S., & Klein, K. (2018). Systemische Lerntherapie: Konzepte und Praxis. Beltz.
    • von Schlippe, A., & Schweitzer, J. (2013). Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. Vandenhoeck & Ruprecht.
    • Malchiodi, C. A. (2012). Handbook of art therapy (Bezug zu Lerntherapie über kreative Ansätze). Guilford Press.

    Weitere Informationen:
    https://www.therapeutenfinder.com/login/artikeleingeben.html

    Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
    Dr., Diplom-Pädagogin, Pädagogische Psych., Claudia J. Schulze, Gutachten, Lerntherapie, Supervision (Päd. Grundberufe; Didaktik, Methodik, Analysen), Psych. Beratung, Psychotherapie, Praxis für Lerntherapie & Lerntraining / Familientherapie / Psychotherapie (HPG), 78052 Villingen-Schwenningen
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    Dr Diplom-Pädagogin Pädagogische Psych Claudia J Schulze Gutachten Lerntherapie Supervision Päd Grundberufe  Didaktik Methodik Analysen Psych Beratung Psychotherapie  Praxis für Lerntherapie  Lerntraining  Familientherapie  Psychotherapie HPG 78052 Villingen-Schwenningen Dr., Diplom-Pädagogin, Pädagogische Psych., Claudia J. Schulze, Gutachten, Lerntherapie, Supervision (Päd. Grundberufe; Didaktik, Methodik, Analysen), Psych. Beratung, Psychotherapie,
    Praxis für Lerntherapie & Lerntraining / Familientherapie / Psychotherapie (HPG), 78052 Villingen-Schwenningen
    http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/burnout-beratung-therapie-vs-villingen-claudia-j-schulze.html

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