Gesundheitspsychologie
Die Gesundheitspsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie und beschäftigt sich thematisch mit der Erhaltung der Gesundheit, mit der Erforschung und Entwicklung gesundheitsfördernder Maßnahmen und der Prävention, z. B. im Suchtbereich.
Allgemein geht es um die Erforschung von personbezogenen, sozialen und strukturellen Einflussfaktoren auf die körperliche und psychische Gesundheit. Hierbei werden vor allem Theorien und Methoden der Sozialpsychologie verwendet. Daneben umfasst Gesundheitspsychologie auch die Anwendung dieser Erkenntnisse, vor allem durch Psychologen und Psychologinnen.
Die Gesundheitspsychologie versteht sich als Vermittlungsdisziplin zwischen der Pädagogischen Psychologie, der Klinischen Psychologie und der Verhaltensmedizin.
Entstehung der Gesundheitspsychologie
Die Entstehung der Gesundheitspsychologie als eigenständige Disziplin der Psychologie geht nach Schwarzer v. a. auf folgende Faktoren zurück:
- Der Gesundheitsbegriff hat sich verändert: Gesundheit wird nicht mehr nur als das Fehlen von Krankheit verstanden, sondern als positiver Zustand, entsprechend der WHO-Definition.
- Früher herrschten Infektionskrankheiten vor, heute chronisch-degenerative Erkrankungen, die z. T. mit ungesunden Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen zusammenhängen.
- Kostenexplosion im Gesundheitswesen
- Ablösung des biomedizinischen Krankheitsmodells durch ein biopsychosoziales Modell.
Seit 1992 existiert eine eigene Fachgruppe Gesundheitspychologie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hat einen Fachbereich Gesundheitspsychologie.
Themen der Gesundheitspsychologie
Die folgenden Themen (hier eine Auswahl) werden zum Teil auch in anderen Fächern (z. B. Medizin, Soziologie) behandelt; die Gesundheitspsychologie erforscht jedoch die psychologischen Aspekte dieser Themen und nähert sich ihnen mit Methoden, Modellen und Theorien der Psychologie.
- Gesundheitsförderung
- Prävention
- Psychoneuroimmunologie
- Verhaltensmedizin
- In der Bevölkerung vorkommende Annahmen zu Gesundheit („subjektive Gesundheitskonzepte“), und was daraus für das Gesundheits- und Vorsorgeverhalten folgt
- Psychologische Aspekte von Gesundheitsverhalten, z. B. hinsichtlich Ernährung, Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum, Sport und Freizeit
- Stressbewältigung
- Psychische Bewältigung von Krankheiten
- Schmerztherapie
- Patient-Arzt-Beziehung
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