Suchtkrankheit- Leiden oder Laster?

Suchtkrankheit- Leiden oder Laster?

Alkoholismus – die neue, alte Geißel der Menschheit….

In den letzten Jahren hat Alkoholismus, wie aus zahlreichen Presseberichten deutlich hervorgeht, in Deutschland erschreckende Ausmaße angenommen.

Bedenkt man, dass in Deutschland derzeit ca. 2,5 Millionen alkoholkranke Menschen leben, wird deutlich wie wichtig es ist, sich mit dieser Thematik objektiv auseinanderzusetzen.

Ein Glas Wein zum Essen, ein Bier nach Arbeitsende, ein Glas Sekt für den Kreislauf – Alkohol in geringen Mengen entspannt, löst Ängste und fördert die Geselligkeit. Allerdings beginnt die Sucht schleichend und für den Betroffenen kaum erkennbar.

Da die Droge Alkohol gesellschaftlich akzeptiert ist, geraten viele in den Teufelkreis der Sucht. Der Suchtkranke jedoch wird häufig stigmatisiert, wird er doch häufig als charakterschwacher, unkontrollierter Mensch angesehen.

Daher scheint es sinnvoll, sich kurz mit der Geschichte und der Wortbedeutung des Begriffs Sucht auseinanderzusetzen, um sich bewusst zu machen, dass Sucht eine Krankheit ist, die auf einen inneren Trieb zurückzuführen ist.

Bereits seit dem 16. Jahrhundert wurde die Definition für Phänomene, die auf einen Pathologischen Trieb zurückzuführen sind, gebraucht – allerdings wurde im Volksmund fälschlicherweise ein Bezug zum Wort suchen hergestellt.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in der Medizin die Definition Trunksucht (jedoch als Leiden und Laster) eingeführt, dabei wurde jedoch an einem körperlichen Krankheitsbild festgehalten.

Im 20. Jahrhundert dann, mit der Medizinisierung und Medialisierung der Sucht folgten dann Wortbedeutungen wie Abhängigkeitserkrankung oder Suchtkrankheit.

Wie derzeit der Presse zu entnehmen ist, handelt es sich bei Alkoholabhängigen also nicht um Herumtreiber ohne festen Wohnsitz und ohne soziale Bindungen oder um Menschen, die jede Hemmung verloren haben, herumschreien oder prügeln. Vielmehr sind Suchtkranke in jeder Gesellschaftsschicht zu finden.

Alkoholabhängigkeit ist de facto eine Krankheit, der genetische, biochemische und psychosoziale Ursachen zugrunde liegen. Häufig wird im Alltagsverständins fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es eine Suchtpersönlichkeit gibt - was negiert werden muss. Allerdings existieren zweifelsfrei charakteristische Muster im Denken, Erleben und Handeln von Suchtpersönlichkeiten.

Darüber hinaus tritt ein bestimmtes Grundmuster als Weg in die Sucht häufig auf, welches als Teufelskreis bezeichnet wird. Hier wird Alkohol quasi als Selbstmedikation bei Angst, Wut, Ärger oder depressiver Verstimmung eingesetzt.

Auch die landläufige Meinung, ein Suchtkranker muss erst seinen individuellen Tiefpunkt erreichen, um seine Suchterkrankung zu akzeptieren und eine Therapie zu beginnen muss deutlich widersprochen werden.

Denn es besteht heute ein Konsens zwischen Suchttherapeuten verschiedener Ausrichtung, dass Motivationsbildung ein zentrales Thema in der Therapie Suchtkranker ist.

Während traditionelle Suchtherapien das Augenmerk auf Motivationsprüfung legten, legen neuere Methoden den Focus auf intensive Motivationsförderung.

Somit ist also Hilfestellung für den Suchtkranken nicht erst bei manifestem Leidensdruck möglich sondern die Bereitschaft zur Veränderung kann bereits lange vor dem totalen Zusammenbruch geweckt werden

Nach wie vor wird in unserer Gesellschaft das Krankheitskonzept süchtigen Verhaltens heftig diskutiert.

Selbstverständlich könnte befürchtet werden, dass der Suchtkranke durch eine eventuelle Krankenrolle aus seinen sozialen Verpflichtungen und somit aus der Verantwortlichkeit entbunden wird.

Es bleibt jedoch zu bedenken, dass sicher für das Krankheitskonzept süchtigen Verhaltens spricht, dass der Suchtkranke zwar aus seiner Verantwortung und gewissen Rollenverpflichtungen entbunden wird, jedoch die Krankenrolle auch die Verpflichtung implizieren könnte, kompetente Hilfe zu suchen, sie anzunehmen und in der Therapie zu kooperieren, also aktiv an der Genesung mitzuwirken.

Zudem ist das Krankheitsmodell wertneutral, die Hemmschwelle des Betroffenen, Unterstützung zu suchen, sinkt.

Dagegen ist es durchaus wertend, Sucht nicht als Krankheit sonder als Charakterschwäche zu definieren.

Auch werden im Krankheitskonzept die genetischen Faktoren der Suchterkrankung gewürdigt.

Würde Alkoholismus gesellschaftlich nicht mehr stigmatisiert sondern als Krankheit anerkannt, wäre der Weg für den Suchtkranken in eine Beratungsstelle bzw. Therapie nicht mehr schambesetzt und somit problemloser möglich.

Auch hier bietet sich meines Erachtens, die lösungsorientierte Beratung an.

In der lösungsorientierten Beratung wird der Fokus ausschließlich auf die vom Klienten positiv erlebten Ereignisse gelegt. Dies mit dem Ziel, sie zu verstärken und schrittweise ein Gefühl dafür zu schaffen, wie gut sich die Lösung des Problems anfühlt. Auf langwierige Analyse dessen, wie es zu dieser Situation gekommen ist, wird ausdrücklich verzichtet um schnell und erfolgreich zu den gewünschten positiven Ergebnissen zu kommen.

Lösungsorientierte Beratung ist somit ein Ansatz, der sich positiv in die Zukunft richtet und Wege aufzeigt, wie jeder zu seinem Lebensglück findet und seine Träume und Visionen verwirklichen kann. Gerade in den Zeiten der Krise den Blick entschlossen nach vorne zu richten und die eigene Zukunft aktiv und zur eigenen Zufriedenheit gestalten – dafür ist die lösungsorientierte Beratung prädestiniert.

Weitere Informationen:
http://www.beratungspraxismünchen.de/

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http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/coaching-allgemein-muenchen-sandra-sopp-ehlting.html

Kommentare zu diesem Artikel

Karsten Wollbrück (http://www.forum-alkoholiker.de) schrieb am 30.01.10 dazu:

ich bin selbst seit vielen Jahren trockener Alkoholiker, nach dem ich ca. 25 Jahre gesoffen habe und finde diesen Beitrag sehr ansprechend.
Es kann nicht genug mahnende Worte geben, denn die Zahl der alkoholgefährdeten Menschen wird ehr zunehmen.

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