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Energetische Psychologie

Die Psychotherapietechnik des 21. Jahrhunderts oder eine kulturfremde Provokation?

Von Dr. Michael Bohne

Das Meridiansystem, das seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin bekannt ist und dort mit Akupunktur und Akupressur behandelt wird, ist die gemeinsame Grundlage für verschiedene Techniken, die in den letzten Jahren bei uns starke Verbeitung und zunehmende Bekanntheit finden und die für das psychische Wohlergehen entwickelt wurden.

Damit die Behandlung optimal wirkt, werden vorher das Problem und der Änderungswunsch herausgearbeitet und genau formuliert.

Die damit verbundenen (manchmal bis dahin unbewussten) Lebensüberzeugungen, die negative Gefühle verursachen, werden als Energie-Ungleichgewichte im Energiesystem gefunden und berührt oder beklopft.

Die verschiedenen Techniken unterscheiden sich voneinander in den Akupunkturpunkten, die bei bestimmten Anliegen behandelt werden und in der Art, wie die belastenden Glaubenssätze entkräftet und in positive Lebenshaltungen gewandelt werden.

Die momentan wahrscheinlich bekanntesten Ansätze sind:

  • EDxTM (Energy Diagnostic and Treatment Methods von Fred Gallo)
  • EFT (Emotional Freedom Technique von Gary Craig)
  • NAEM (Negative Affect Erasing Method von Fred Gallo) und TFT (Thought Field Therapie von Roger Callahan)

In EFT, NAEM und TFT werden die betreffenden Punkte "pauschal" beklopft und behandelt. In EDxTM wird vorher eine Diagnose erstellt, welche Punkte und Glaubenssätze behandelt werden. EFT, NAEM und TFT eignen sich auch sehr gut als Selbsthilfetechniken, EDxTM braucht einen Behandler, da das zu behandelnde Problem vorher genau diagnostiziert wird.

Zu der Frage, nach welchen Gesetzmäßigkeiten diese Techniken funktionieren und warum sie so wirksam sind, gibt es verschiedene Theorien und Annahmen. Es ist auch vorstellbar, dass es gar nicht so sehr die Beeinflussung des Energiesystems ist, die wirkt, sondern eine sehr geschickte und intelligente Aneinanderreihung verschiedenster Aktivierungen im Gehirn (Problem aktivieren, an verschiedenen Lokalitäten Klopfen, Summen, Zählen, Summen, Augenrollen, Sätze sprechen, ins Problem spüren, wieder aktiv sich selbst (be)handeln, also Klopfen, usw.). Die zukünftigen wissenschaftlichen Untersuchungen werden hierüber sicherlich Aufschluss geben. Erste wissenschaftliche Pilotstudien kommen zu gleichen Ergebnissen, wie die Beobachtungen und Erfahrungen der Anwender.

Manche Techniken, vor allem EFT, NAEM und TFT, eignen sich gut zur Selbstbehandlung, weil der Behandlungsablauf standardisiert ist. Allen Techniken gemeinsam ist, dass es sich nicht um Psychotherapiemethoden handelt, sondern um ergänzende Techniken, denn eine Psychotherapiemethode hat ein ausgefeiltes Erklärungsmodell für das Zustandekommen von psychischen Störungen und Problemen, sowie ein explizites Menschenbild. Sie beschreibt auch wie die unterschiedlichen Symptome und Gefühle in Beziehung zueinander und zur Persönlichkeit des betreffenden Menschen stehen und welche Rolle oder Position der Mensch innerhalb seines Systems einnimmt, bzw. wie systemische und über die Generationsgrenzen hinweg wirkende Aspekte die einzelne Persönlichkeit und den Heilungsverlauf beeinflussen können.

Selbsthilfe versus professionelle Behandlung

Wenn man unter klar umschriebenen negativen Gefühlen wie z.B. Ängsten, Scham, Eifersucht, Ärger oder Neid leidet, dann können die Selbsthilfetechniken ohne großen Aufwand in vielen Fällen sehr schnell sehr gut helfen. Hat man jedoch komplexere Probleme, weiß man vielleicht gar nicht woran man genau leidet oder ändert sich durch die Selbstbeklopfung nichts, so sollte man jemanden aufsuchen, der professionell in Psychotherapie ausgebildet ist und darüber hinaus eine der neuen energetischen Psychotherapieverfahren beherrscht. Sollten Sie auch dort keinen Fortschritt machen, sollten Sie ggf. darauf achten, dass derjenige auch in EDxTM ausgebildet ist. Dies ist eine sehr differenzierte Diagnostik- und Behandlungstechnik, mit der sich auch sehr verborgene Blockaden gut auffinden und auflösen lassen. Allerdings sollten Sie bei allen "Anbietern" skeptisch sein, wenn diese Heilsversprechungen machen. Trotz all dieser neuen hochwirksamen Zusatztechniken, gibt es immer noch Menschen und wird sie immer geben, die Monate bis Jahre benötigen, bis es ihnen wirklich besser geht. Manche Veränderung braucht eben Zeit. Das bleibt auch nach Entdeckung der energetisch wirksamen Techniken so. Allerdings könnte es durchaus sein, dass Sie, wenn Sie z.B. viele traumatische Erlebnisse hatten, oder in einem sehr feindseligen Elternhaus ohne verlässlich Beziehungspersonen aufgewachsen sind, viele Dutzend Therapiestunden sparen, wenn in der Therapie auch die energetischen Techniken genutzt werden.

Und es gibt sie wirklich. Die an Wunderheilung grenzenden schnellen Veränderungen, die von vielen Anwendern beschrieben werden und die sich durch eine einzige wenige Minuten dauernde Behandlung ergeben, z.B. bei Ängsten oder traumatischen Erinnerungen. Allerdings wohl nur dort, wo die Persönlichkeit des betreffenden nicht zu sehr gestört, bzw. betroffen ist. Und noch etwas bleibt zu beachten. Es gibt in allen Methoden und Techniken gute und nicht ganz so gute Therapeuten. Auch die energetischen Techniken werden von einigen Therapeuten besser als von anderen eingesetzt. Auch bleibt es wichtig, dass Sie vertrauen zu dem Therapeuten haben können, die therapeutische Beziehung ist nach wie vor wirksam, egal bei welcher Technik oder Methode. Sie sollten sehr skeptisch sein, wenn jemand andere Techniken oder Therapiemethoden entwertet oder zum Besten gibt, alles ausschließlich mit energetischen Techniken zu behandeln. Was wäre das für ein Handwerker, der sein bisheriges Werkzeug wegwirft nur weil er ein sehr gutes und wirksames Spezialwerkzeug neu dazu bekommen hat.

Ablauf einer Behandlung mit energetisch
wirksamen Techniken

Wie sieht denn nun so eine Behandlung aus? Der Klient klopft auf verschiedenen Akupunkturpunkten seines Körpers herum, rollt mit den Augen, summt, zählt, summt und spricht ungewöhnlich klingende Sätze nach, ggf. während der Behandler auf seinen ausgestreckten Arm drückt, dieser nach dem Aussprechen der vorgegebenen diagnostischen Sätze bisweilen stark, dann wieder schwach reagiert. Nach diesem ungewöhnlich anmutenden Procedere hat sich plötzlich etwas Wesentliches in der emotionalen Reaktion auf zuvor belastende Gedächtnisinhalte verändert. Die Veränderung vollzieht sich meist so schnell, dass das Gehirn des Klienten (und bisweilen das der Therapeuten) Mühe hat, sich das Geschehen zu erklären, es nachzuvollziehen, zu glauben und zu integrieren.

Wenngleich diese Techniken faszinierend hinsichtlich ihrer Schnelligkeit und Wirksamkeit sind, so verlangen sie doch einiges von uns ab. Sie sind insofern für die meisten Menschen eine kulturelle Provokation, da die meisten wohl wenig bis keine Referenzerfahrung im übrigen Leben mit dem Beklopfen ihres Körpers zur Problembewältigung haben. Auch lieb gewordene und vielfach bestätigte Überzeugungen und Erkenntnisse über die Entstehung und Behandlung von psychischen Problemen müssen im Lichte dieser Technik neu überdacht werden.

Woher kommt die Energetische
Psychologie / Psychotherapie?

Die historischen Wurzeln der Energetische Psychologie liegen in der traditionell chinesischen Medizin, der Akupunktur und der Applied Kinesiology (George Goodheart). Väter der Engergetischen Psychologie waren John Diamond, Roger Callahan, Gary Craig, Fred Gallo und andere. Sie ist beeinflusst worden von den kognitiv-behavioralen Methoden, der Psychoanalyse, die Hypnotherapie nach Milton Erickson, dem NLP, den bioenergetischen Ansätzen, dem EMDR und der modernen Hirnforschung. Sie steht zudem in der Tradition lösungsorientierter Kurzzeittherapieverfahren.

Energetische Grundannahmen der
Energetischen Psychologie

In der Energetischen Psychologie geht man davon aus, dass der psychischen Störung eine Störung im körpereigenen Energiesystem, dem Meridiansystem zugrunde liegt. Negative Erlebnisse, Traumata und belastende Beziehungserfahrungen schwächen demnach das Energiesystem, was dazu führt, dass sich eine Symptomatik im Sinne eines negativen dysfunktionalen Gefühls oder im Sinne eines Glaubenssatzes, bzw. einer Kernüberzeugung entwickelt und als quasi energetische Narbe persistiert.

Der Vorstellung nach geschieht die Veränderung während der Behandlung auf energetischer Ebene durch ein Ausbalancieren der zuvor dysbalancierten Meridiane. Meridiane sind die Energiebahnen des Körpers in der traditonellen chinesischen Medizin und ihr energetischer Zustand lässt sich über die Akupunkturpunkte beeinflussen. Die intensive Einwirkung auf die Akupunkturpunkte löst im Körper Energieblockaden auf, die bislang auch zur Verfestigung problemstabilisierender Glaubens- und Wahrnehmungsmuster beigetragen hatten. Hieraus ergeben sich oft schnell wirksame Selbstheilungsprozesse.

Behandlungsablauf in der Energetischen Psychologie

Zum Beginn der Behandlung ist es wichtig, dass zu behandelnde belastende Thema einzugrenzen und im Erleben des Klienten (neuronal) zu aktivieren. Das belastende Thema kann ein traumatisches Erlebnis, eine spezifische Angst oder andere dysfunktionale negative Emotionen sein. In der Energetischen Psychologie wird also zunächst das belastende Thema neuronal über verschiedene Sinneskanäle aktiviert. Dann wird die noch aktuelle Belastung mittels einer subjektiven Belastungsskala gemessen.

Ist das negative Erleben emotional spürbar, die Belastung subjektiv erlebbar, so gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Behandlung weiter gehen kann:

  • entweder man diagnostiziert dezidiert die mit dem betreffenden Problem in Zusammenhang stehenden Meridiane mittels energetischer Diagnostik und behandelt diese anschließend (EDxTM),
  • oder man verwendet standardisierte Behandlungsprotokolle, sogenannte Algorithmen (EFT, NAEM, TFT), von denen bekannt ist, dass sie sich bei der jeweiligen Problematik als hilfreich erwiesen haben.

Während der eigentlichen Behandlungssequenz klopfen die Klienten angeleitet durch den Therapeuten bestimmte Akupunkturpunkte auf den Meridianen und aktivieren zudem verschiedene Sinneskanäle. Sie machen Augenbewegungen, summen, zählen, sprechen Affirmationen und klopfen dann wieder die Akupunkturpunkte. Die meisten Behandlungspunkte liegen im Gesicht und an den Händen, sind also für den Klienten leicht zugänglich. Zwischen den Behandlungssequenzen wird immer wieder die aktuelle subjektive Belastung mittels subjektiver Belastungsskala (SUD) erfragt.

Wenn es gut läuft verändert sich das zuvor als belastend erlebte Gedanken- und Gefühlsfeld in seiner emotionalen Qualität. Während der Klopfbehandlung verschwinden oder verwandeln sich in häufig sehr kurzer Zeit unangenehme Erinnerungen (Traumata), Ängste und irrationale Glaubenssätze.

Einsatzgebiete der Energetischen
Psychologie - Indikationen

Es gibt im Prinzip "nur" zwei Einsatzgebiete, d.h. Indikationen der Energetischen Psychologie: 1.Negative störende Gefühle 2.Einschränkende Glaubenssätze Diese beiden Aspekt kommen jedoch bei jeder psychischen Problematik bzw. Erkrankung vor. Deshalb klingen die möglichen Anwendungsfelder bei manchen Autoren auch etwas inflationär.

1. Negative störende Gefühle

Behandelt werden können z.B. folgende belastende negative, dysfunktionale Emotionen: traumatische Erinnerungen (einschließlich Flashbacks/Intrusionen), Ängste, depressive Stimmung, Craving (Suchtdruck), Ärger, Scham, Peinlichkeit, Wut, Schuldgefühle, Eifersucht, Einsamkeitsgefühle, andere negative Gefühle (z.B. Neid, etc.).

Da man als nicht psychotherapeutisch ausgebildeter Mensch aber nicht wissen kann, welche Dimensionen sich ggf. hinter einem negativen Gefühl verbergen, ist es sinnvoll, bei nicht wirksamer Selbstbehandlung sich professionelle Hilfe zu holen. Wenn Sie Ihre negativen Gefühle mit den Selbsthilfetechniken alleine reduzieren oder gar auflösen können und es Ihnen auch insgesamt besser im Leben geht, dass müssen Sie natürlich keinen professionellen Therapeuten aufsuchen.

2. Einschränkende Glaubenssätze

Darüber hinaus können (unbewusste) negative Glaubensmuster (Psychische Umkehrung) behandelt werden, wie z.B.: "Ich habe es nicht verdient, dieses Problem zu überwinden!" "Es wird unsicher für mich, wenn ich mein Problem vollständig überwinde!"

Bei diesen negativen Glaubensmustern ist es oft nicht so einfach, sie alleine herauszufinden, so dass die "Selbstbehandlung" ggf. nicht ausreichen könnte. Das merken Sie daran, dass Ihr Problem entweder gar nicht kleiner wird oder nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftritt.

Im Anschluss an die Reduktion der negativen Gefühle und Glaubenssätze können auch Ressourcen aktiviert, bzw. gestärkt werden. Auch die gewünschten Therapieziele können gestärkt, die Überzeugung, dass sie erreicht werden, kann vergrößert werden.

Wann sollte nicht geklopft werden - Kontraindikationen

Bei mangelnder Kooperation und Motivation des Klienten sollten die energetischen Techniken nicht angewandt werden. Auch bei schwereren psychiatrische Störungsbildern, wie z.B. schizophrene Psychosen, affektive und schizoaffektive Psychosen und schwere Persönlichkeitsstörungen sollten die energetischen Techniken nicht angewandt werden, bzw. nur durch einen professionellen Behandler, der sehr viel Erfahrung mit diesen Krankheitsbildern hat und auch sonst umfassend ausgebildet ist.

Psychische Umkehrung, was ist das eigentlich?

Man kann bei uns Menschen bisweilen so etwas wie Selbstsabotage beobachten. Eigentlich wollen wir etwas, wie z.B. abnehmen, wir können uns aber nicht motivieren, dies zu tun. Dieses Phänomen wird in der Energetischen Psychologie "Psychische Umkehrung" genannt. In der Bibel befindet sich wohl die früheste Beschreibung einer "Psychischen Umkehrung". Paulus beschreibt im Römerbrief seine "Psychische Umkehrung" folgendermaßen: "...denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das tue ich ... Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." (Rö 7, 15 - 19).

Neben den direkt subjektiv spürbaren Belastungen durch dysfunktionale, also störende Gefühle, wie Furcht, Angst, Scham, Peinlichkeit, Traurigkeit oder Ärger, spielen also auch störende Glaubenssätze eine entscheidende Rolle.

Häufig verhindern diese tiefsitzenden Glaubenssätze, wie z.B. "es ist für mich gefährlich, wenn ich diese Angst überwinde", dass der subjektive Belastungsindex (SUD) durch eine energetische Behandlung sinkt.

Diagnostiziert wird die "Psychische Umkehrung" in der EDxTM, indem der Klient dezidierte Diagnosesätze ausspricht und mit Hilfe eines aus der Applied Kinesiology kommenden Muskeltestes wird festgestellt, ob das Energiesystem des Klienten stark oder schwach reagiert. Durch das Beklopfen bestimmter Akupunkturpunkte und das Aussprechen bestimmter Sätze wird die "Psychische Umkehrung" aufgelöst. In EFT und TFT werden standardisierte Behandlungssequenzen gegen eine mögliche "Psychische Umkehrung" genutzt, ohne dass zuvor das Vorhandensein einer "Psychischen Umkehrung" dezidiert gesucht wird.

Lokalisation der Veränderung im Körper

Die Behandlung belastender Emotionen zielt quasi direkt auf die emotionsverarbeitenden Bereiche des Gehirns, das limbische System; die Behandlung der Glaubenssatz Blockaden, also die Behandlung der "Psychischen Umkehrung" zielt in sprachassoziierte, bewusstseinsfähige Hirnstrukturen, die Großhirnrinde. Je nach Prozessverlauf der Behandlung und Thema muss mal an der einen Seite, mal an der anderen Seite interveniert werden. So kann es z.B. sein, dass eine Angst sich auf der subjektiven Belastungsskala (SUD) von 10 auf 6 nur durch das Klopfen einiger Akupunkturpunkte reduzieren läßt, dann jedoch nicht weiter fällt und sich (z.B. mit EDxTM oder einfach durch ausprobieren) auch keine anderen Akupunkturpunkte finden lassen, mit denen sich der Stress reduzieren ließe. Behandelt man nun jedoch die durch EDxTM dezidiert diagnostizierte Umkehrung - also die unbewusste energetische Blockade -, so kann der subjektive Stresslevel weiter fallen. Eine "Psychische Umkehrung" ist quasi ein energetisches Paradoxon. Der Klient sagt z.B., er wolle gesund sein, tut nachweislich auch wirklich viel dafür. Sein Körper, d.h. sein Energiesystem jedoch reagiert vermittels Muskeltest auf die Aussage: "Ich möchte gesund sein", mit einer Schwächung. Dies ist meist sehr überraschend für den Betreffenden, da er ja "eigentlich" gesund sein will. Eine Behandlung dieser energetischen Blockade führt dazu, dass der Muskeltest auf den Testsatz stark ausfällt, d.h., dass der Körper nun auf den gewünschten Satz mit Stärkung reagiert. Häufig führt dies in der Praxis sofort zu einem weiteren Stressabfall in der fortgesetzten Behandlung und zu einer deutlichen Besserung des Gefühls. Oft wird an den diagnostizierten "Psychischen Umkehrungen" den Betreffenden plötzlich bewusst, warum bisher eine Besserung blockiert war. Somit stellt dieser Teil der Behandlung ein einsichtsorientiertes Herangehen dar. Während sich bei dem einfachen Klopfen der negativen Affekte häufig die Belastung auflöst, ohne dass jemand der Beteiligten erklären könnte, warum dies geschieht. Oft zieht die reduzierte negative Emotionalität eine Änderung der Gedanken (Kognitionen) nach sich. Es fehlt dann plötzlich die manchmal jahrelang vorhandene emotionale Grundlage des problematischen, negativen Denkens. Man erlebt Klienten, die zu Einsichten kommen, ohne dass vom Behandler irgendwelche Deutungen, Perspektivwechsel oder anderen verbalen Interventionen durchgeführt wurden.

Erklärungsansätze der "Psychischen Umkehrung"

Bei der "Psychischen Umkehrung" handelt es sich aus Sicht der Energetischen Psychologie um einen inneren Zustand der Verneinung, eine Selbstsabotage, bzgl. des zu behandelnden Themas oder bzgl. des gesamten Lebens. Roger Callahan hat das Konzept der "Psychischen Umkehrung" beschrieben. Callahan berichtete von der Beobachtung einer "Psychischen Umkehrung" bei einer übergewichtigen Patientin, die seit Jahren erfolglos immer wieder versuchte abzunehmen. Er wandte das Muskeltestverfahren an, indem er sie ihren linken Arm horizontal ausstrecken ließ, während er die Stärke ihres Deltamuskels testete, indem er ihren Arm nach unten drückte, und sie versuchte, seinem Druck Widerstand entgegenzusetzen. Zunächst konnte sie seinem Druck widerstehen, der Muskel testete "stark", sie ließ sich also nicht runterdrücken. Dann forderte er sie auf, sich vorzustellen, sie sei so dünn, wie sie es gerne sein wollte. Anstatt stark zu testen, wie man bei diesem Bild, das ihr so sehr gefiel, erwarten würde, testete sie jedoch schwach. Ähnliche Ergebnisse gab es, als sie aussprach, sie wolle dünn sein. Ihr Arm testete wieder schwach. Als Callahan sie sagen ließ, sie wolle zunehmen, testete der Arm stark.

Durch Callahan und seine Nachfolger sind die Diagnosesätze zur "Psychischen Umkehrung" immer ausdifferenzierter geworden und dieser Teil der Energetischen Psychologie dürfte für sich eine ganz eigene faszinierende Entdeckung sein. Aus psychoanalytischer Sicht dürfte es sich am ehesten um das Konzept des Widerstands handeln. Gemeint sind jene Beobachtung, dass es Persönlichkeitsanteile gibt, die unbewusst einer Heilung entgegenwirken, der Patient somit Widerstand gegen die Behandlung an sich entwickeln kann. Aus Sicht der Energetischen Psychologie, reagiert sein körpereigenes Energiesystem im Falle einer "Psychischen Umkehrung" mit Schwächung bei allem, was mit Heilung und Zielerfüllung zu tun hat - und mit Stärkung bei allem, was mit Problemstabilisierung und Verschlechterung zu tun hat. Dies macht auch deutlich, wie es kommt, dass Klienten manchmal trotz intensiver therapeutischer Bemühungen sehr lange an bestimmten Problemen "festhalten".

Der Vorteil der dezidierten "Umkehrdiagnostik" mittels Muskeltest, wie sie in der EDxTM erfolgt, liegt darin, dass oft in wenigen Minuten die wesentlichen Heilungsblockaden gefunden und behandelt werden können. Dies ist, wenn man die Hartnäckigkeit solcher Blockaden aus anderen Psychotherapien kennt, zunächst einmal schwer vorstellbar. Die Energetische Psychotherapie stellt mit ihren sehr gezielten Fragen eine Technik zur Verfügung, die gleichsam "Probebohrungen" in das unbewusste psychodynamische Konfliktfeld darstellen. Die energetischen Psychotherapietechniken sind nicht nur gute und hilfreiche Selbstbehandlungstechniken und Bereicherungen der anderen Psychotherapiemethoden, sie dürften auch dazu beitragen, dass unser Verständnis von psychischer Gesundheit und Krankheit wächst und wir besser verstehen, was es bedarf, dass es uns psychisch, geistig und körperlich auch anhaltend gut geht.

Ich wünsche Ihnen interessante Erfahrungen mit diesen Techniken.

Buchempfehlung:

Bohne, M.: Feng Shui gegen das Gerümpel im Kopf.
Blockaden lösen mit Energetischer Psychologie. Rowohlt Reinbek, 2007

Auf folgenden Homepages können Sie sich weitergehend informieren:

Dr. med. Michael Bohne Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Certified Practitioner and Level II Trainer in Energy Psychology and EDxTM (Energy Diagnostic & Treatment Methods)

www.dr-michael-bohne.de www.energetische-psychologie-fortbildung.de

(C) Dr. Michael Bohne 2005

Buchempfehlungen:

Aktuelle Termine und Veranstaltungen

20.12.2008EFT Level 1 - Basiskurs (Naturheilpraxis Wiesbadener Str. 5, 12161 Berlin)
18.12.2008Borrowing Benefits Abend (Naturheilpraxis Wiesbadener Str. 5)
02.12.2008EFT-Einführung Vortrag (Naturheilpraxis Wiesbadener Str. 5)
30.11.2008Advanced Energy Psychology - AEP (München)
25.11.2008Borrowing Benefits Abend (Naturheilpraxis Wiesbadener Str. 5)
22.11.2008EFT Level 1 - Basiskurs (Naturheilpraxis Wiesbadener Str. 5, 12161 Berlin)
11.11.2008EFT-Einführung Vortrag (Naturheilpraxis Wiesbadener Str. 5)
01.11.2008EFT Level 2 - Aufbaukurs (Berlin)
01.11.2008EFT Level 2 - Aufbaukurs (Berlin)
28.10.2008Borrowing Benefits Abend (Naturheilpraxis Wiesbadener Str. 5)

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Dieter Kannewurf, 13407 Berlin, Deutschland
Heilpraktiker für Psychotherapie

Simple Power Hans-Peter Hepe

Hans-Peter Hepe, 22393 Hamburg, Deutschland
Systemischer Trainer und Berater

Praxis für Ergotherapie Julian Richter

Julian Richter, 25524 Itzehoe, Deutschland
Ergotherapeut und Coach

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