Schmerz, lass nach!

Schmerz, lass nach!

Nach einer Statistik der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. (https://www.schmerzgesellschaft.de/fileadmin/pdf/Aktionstag-Zahlen-Fakten.pdf) leiden in Deutschland 10 bis 20% der Menschen an chronischen Schmerzen. Das sind 8 bis 16 Millionen Menschen, die echt leiden. Und zwar dauerhaft. Meist helfen Schmerzmittel auch in hoher Dosierung nicht, diese Schmerzen auszuschalten oder so zu verringern, dass sie die Betroffenen nicht mehr einschränken.

Die Neurowissenschaft beschäftigt sich schon länger damit, wie der Zusammenhang zwischen dem Schmerzempfinden in einem Körperteil und dem Schmerzsignal im Gehirn beeinflussbar werden könnte. Ziemlich gut bekannt ist der berühmte Schockreflex, der im ersten Moment einer Verletzung das Schmerzempfinden ausschaltet. Der Schmerz findet also möglicherweise gar nicht an Ort und Stelle der Verletzung statt, sondern ist ein Impuls, der von der Verletzungsstelle zum Gehirn gesendet wird, das diesen Impuls als Schmerz interpretiert. Schmerz scheint also im Gehirn stattzufinden.

Ebenso gibt es Erkenntnisse, dass emotionaler Stress, Angst, Depressionen, aber auch Erwartungshaltung den Erhalt von Schmerz fördern können. (Spektrum Gesundheit Ausgabe 06.2023: Chronische Schmerzen. Leben mit ständiger Qual.) In diesen Bereich fallen Phänomene wie das Schmerzgedächtnis. Dabei hat das Gehirn die Erfahrung von Schmerz so stark manifestiert, dass auch ein schwacher Impuls zu verstärktem Schmerzempfinden führt. Dies ist bei chronischen Schmerzen zu finden und sehr deutlich bei psychosomatischen Schmerzstörungen, für die keine körperliche Ursache zu finden ist.

Da die Verabreichung von Schmerzmitteln in vielen Fällen versagt, versucht man bereits mit psychotherapeutischen Mitteln Abhilfe zu schaffen. Beispielsweise gibt es Ansätz mit kognitiver Verhaltenstherapie, „Denk- und Verhaltensmuster im Bezug auf Schmerzen zu ändern.“ (Spektrum Gesundheit Ausgabe 06.2023: Chronische Schmerzen. Leben mit ständiger Qual.)

Die Veränderung von Denk- und Verhaltensmustern wird jedoch schon seit vielen Jahrzehnten erfolgreich mit Hypnose praktiziert. Sogar eine völlige Ausschaltung des Schmerzempfindens bei Operationen anstelle von Narkosemitteln findet in den spezialisierten Praxen erfolgreiche Anwendung.

 

Da Schmerz eigentlich ein Warnsignal des Körpers darstellt, das vor weiteren Verletzungen schützen soll, wird von einer paschalen Schmerzausschaltung in der Regel abgeraten. Ist der Schmerz jedoch ohne eine körperliche Ursache hartnäckig vorhanden, ist Hypnose durchaus ein hilfreiches Mittel der Wahl.

 

Seit den siebziger Jahren beschäftigen sich Therapeuten bereits mit dem Zusammenhang zwischen Körper und Seele. Unter ihnen auch Gary Craig, der den Zusammenhang zwischen dem Klopfen von bestimmten Punkten am Körper und der damit herbeigeführten Verarbeitung von belastenden Emotionen in einer Anwendung vereint hat, die er EFT genannt hat. EFT ist die Abkürzung von Emotional Freedom Techniques. Noch heute sehen viele Anwender EFT und seine Weiterentwicklungen oder Nebenformen im Bereich der energetischen Psychologie. Inzwischen wurde die Wirksamkeit des Klopfens im Gehirn jedoch mehrfach in fMRT (funktionales MRT) nachgewiesen. (Antonia Pfeiffer: Emotionale Erinnerung – Klopfen als Schlüssel für Lösungen. Neurowissenschaftliche Wirkhypothesen der Klopftechniken. 2022/2023)

 

In ähnlicher Weise ist EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), primär als das Therapietool bei Traumafolgestörungen schlechthin bekannt, auch sehr wirksam bei Schmerzen. Bei EMDR werden die belastenden Emotionen im Zusammenhang mit den Schmerzen durch angeleitete Augenbewegungen in ähnlicher Weise zum Positiven hin verarbeitet, wie die Verarbeitung von Tageserlebnissen in der REM (Rapid-Eye-Movement)-Schlaf-Phase vom Gehirn erledigt wird. EMDR oder seine weiterentwickelte Form EBT (EMDR-Basierte Taumatherapie) ermöglichen es den Betroffenen, auf sehr sanfte Weise eine Linderung oder gar Löschung von Schmerzen zu erreichen.

 

Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass immer noch sehr viele Schmerzpatienten große Hoffnungen auf die erlösende Tablette hegen. Aber die Zahl der therapierenden Kollegen, die Hypnose, Klopftechniken oder EMDR erfolgreich bei ihren Patienten und Klienten einsetzen, wächst ständig.

 

Wollen wir hoffen, dass auch die Wissenschaft und die Medizin offen auf diese komplementären Heilmethoden reagieren. Denn wer einmal Schmerzen hatte, hat nur einen Wunsch: Schmerz, lass nach!

 

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Barbara Rheinbold, Heilpraktikerin (Psychotherapie), Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz, Hypnose und Mentales Training, 41564 Kaarst
zum Anbieterprofil ».

Barbara Rheinbold Heilpraktikerin Psychotherapie  Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz  Hypnose und Mentales Training 41564 Kaarst Barbara Rheinbold, Heilpraktikerin (Psychotherapie),
Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz, Hypnose und Mentales Training, 41564 Kaarst
http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/psychotherapie-barbara-rheinbold-kaarst.html

Kommentar zu diesem Artikel eingeben

Hier können Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel hinterlassen. Bitte beachten Sie dabei unsere Nutzungsbedingungen. Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt sein (Es darf auch ein Pseudonym sein). Ihre E-Mail Adressen wird selbstverständlich nicht veröffentlicht.



Sicherheitscode *

Diese Seite teilen:
Facebook Icon Googleplus Icon Twitter Icon Xing Icon

Bewertungen

noch keine Bewertungen

EMDR-Brille REMSTIM 3000

EMDR-Brille REMSTIM 3000

Anzeige

Seitenanfang