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Therapeuten/Heilpraktiker versus Schulmediziner


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11.09.2008

Ein Artikel von Dipl. Kfm Markus Schmidt

Auftreten Therapeuten/Heilpraktiker versus Schulmediziner

Geschrieben von Claudia Haaf

Irgendwie ist es seltsam. Seit Jahren möchte ich einen Heilpraktiker oder einen Therapeuten aus dem Bereich Alternativmedizin finden, bei dem ich ein gutes und vertrauensvolles Gefühl habe. So jemanden habe ich aber in den letzten 10 Jahren nicht gefunden, vielleicht weil ich nicht intensiv genug gesucht habe, vielleicht auch weil ich keine schlimmen Krankheiten hatte. Meine Hausärztin war immer mehr oder weniger ok, obwohl mir die Art und Weise der Gespräche und das Verschreiben von Medikamenten nie wirklich gefallen. Ich habe immer das Gefühl es muß schnell gehen. Und das obwohl ich Privatpatientin bin.

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Na ja, ich wollte immer den Bereich alternativer Heilmethoden unterstützten, wohl auch aus persönlichen Gründen, denn meine Oma war auch eine Heilerin (Handauflegen) und hatte vielen von der Schulmedizin aufgegebenen Menschen geholfen. Leider lebt sie schon seit langem nicht mehr.

Ich bin auch nicht gerade wenigen Heilpraktikern und anderen Therapeuten begegnet, aber bei kaum jemanden hatte ich das Gefühl der gleichen Kompetenz, Erfahrung und Auftreten wie bei meiner Hausärztin oder auch anderen Schulmedizinern. Es ist mir bewusst, dass ich mich da zu sehr von einem äußeren Eindruck beeinflussen lasse, aber selbst bei Nachfragen hatte ich selten das Gefühl von Sicherheit. So wie mir geht es vielen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Irgendwie geht man weiter zu Ärzten, wohl weil das Vertrauen in Nicht-Schulmedizinern noch nicht da ist…

Wenn ich mir die Homepages von einzelnen ansehe, finde ich so viele Methoden, dass es mir vorkommt wie ein Bauchladen. Als Hilfesuchender sind mir die Methoden egal, ich kann eh nichts mit ihnen anfangen. Was ich möchte ist Hilfe für meine Krankheit zu bekommen, und dann suche ich nach Behandlung für Schilddrüse und Heuschnupfen und nicht nach Methoden.

Ich finde es auch erstaunlich wie viele Heilpraktiker es gibt, die das nicht beruflich machen, sondern alle einem anderen Beruf nachgehen. Das ist sehr schade, denn es sind oft Menschen, die wirklich den Wunsch haben zu helfen. Vielleicht sollten sie eine Methode weniger lernen und mehr Wert auf das eigene Auftreten, Werbung und Marketing legen. Es scheint ja irgendwie das Henne-Ei-Problem zu sein…

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Kommentare zu Therapeuten/Heilpraktiker versus Schulmediziner

von: Rudolf Hege http://www.heilpraxis-hege.de

12.09.2008 03:31 Uhr

Liebe Frau Haaf,

es gibt eine Menge kompetenter Heilpraktiker (ich halte mich ganz ehrlich auch für kompetent). Allerdings fragt sich natürlich, welches Kriterium man heranzieht, wenn es darum geht, Kompetenz zu beurteilen. Heilpraktiker denken meist anders als Schulmediziner - wir alle sind aber "schulmedizinisch" vorgebildet, weil unsere Schulausbildung (und die Medien) naturwissenschaftlich geprägt sind. Daher kommen uns naturwissenschaftliche Erklärungsansätze automatisch "kompetenter" vor: Sie klingen vertrauter.

Naturheilkunde ist aber mehr als nur der Ersatz "chemischer Heilmittel" durch "natürliche Heilmittel". Ganzheitliche Medizin (= Naturheilkunde = Naturmedizin) verwendet andere Modelle, als die naturwissenschaftliche Medizin. Daher sieht sie andere Zusammenhänge - und therapiert auch anders. Ist das ein Zeichen für Inkompetenz?

Und natürlich gibt es auch Schmalspur-Heilpraktiker, die nur ein sehr begrenztes Gebiet beherrschen. Das Gleiche finden Sie im Übrigen auch bei manchen Ärzten, wenn ich mir so den Pfusch anschaue, mit dem manche Patienten in meine Praxis kommen - und wo ich dann die richtige - schulmedizinische - Diagnose stelle und entsprechende Schritte einleite.

Aber ich gebe Ihnen recht: Die Flut an Heilpraktikern, die heute aus den Schulen gespült wird, macht es nicht einfacher. Diese Ausbildung reicht nicht aus, um erfolgreich zu arbeiten. Sie ist nur eine Minimalvoraussetzung und muss durch entsprechende Fachausbildungen vertieft werden. Außerdem ist eine Zeit als Assistent absolut notwendig, um Erfahrungen zu sammeln.

Zum "Bauchladen": Wenn Sie meine Homepage anschauen, dann werden Sie vielleicht auch der Meinung sein, ich hätte einen Bauchladen. Nun ist es ganz einfach so - und das sage ich nach fast 20 Jahren Erfahrung als HP - dass Sie mit wenigen Methoden auch nur wenig erreichen. Sie brauchen dann nämlich die Patienten, die zu der Methode passen. So gibt es Patienten, denen können Sie mit Akupunktur oder Einzelmittelhomöopathie wunderbar helfen - anderen dagegen nicht. Sie müssen also in der Lage sein, sich flexibel auf Ihre Patienten einstellen zu können. Und das geht nur mit einem breiten Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Methoden. Dass viele HPs mit ihren Methoden werben, statt mit den Krankheiten, die sie behandeln, hat u.a. damit zu tun, dass auch heute noch unser Standesrecht (und das Heilmittelwerbegesetz) gewisse Grenzen auferlegt. Wie überhaupt die Werbemöglichkeiten - hält man sich an die Gesetze - immer noch ziemlich eingeschränkt sind. Wer sich da zu weit aus dem Fenster lehnt, riskiert teure Abmahnungen.

Hinzu kommt eines: Patienten waren und sind immer der Engpass der meisten Heilpraktiker. Uns fehlt das "Grundrauschen" oder "Butter und Brot"-Geschäft der Hausärzte, nämlich die regelmäßig kommenden Patienten, die von der Vorsorge bis zur Grippe zu ihrem Arzt gehen. Unsere Patienten kommen entweder mit besonderen Problemen oder mit dem Wunsch nach besonderen Methoden (von denen sie gelesen haben) zu uns.

Viele Patienten - die Erfahrungen mit alternativen Methoden haben - fragen ganz gezielt nach bestimmten Methoden. Haben Sie die nicht im Angebot, dann geht der Patient zum nächsten. Hier spielen auch Moden eine Rolle.

Dies ist auch der Grund, warum so viele Heilpraktiker (von 20.000, die es 2007 gab, waren nur 6.000 hauptberuflich tätig) nebenberuflich arbeiten. Sie haben einfach nicht genug Patienten - und je mehr HPs es gibt, desto mehr verschärft sich das Problem. Das können Sie auch mit mehr Werbung (so diese überhaupt erlaubt ist) nicht lösen - nur mit konsequenter Arbeit über viele Jahre. Und diese Zeit, bis eine Praxis von alleine läuft (Größenordnung 5 - 7 Jahre) müssen Sie ja finanzielle irgendwie überstehen. Also bleibt nur die Chance, mit dem Erstberuf Geld zu verdienen - und zu hoffen, dass der Wunschberuf Heilpraktiker irgendwann mal den Lebensunterhalt bestreiten kann.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Kommentar ein wenig ergänzende Gesichtspunkte einbringen.

(Bei der Gelegenheit noch ein Hinweis: Die Gebührenordnung für Heilpraktiker, nach der z.B. alle Privatkassen bezahlen, stammt von 1985 und darf seither - aus kartellrechtlichen Gründen - nicht mehr aktualisiert werden. D.h. wir müssen zu "Preisen" abrechnen, die 1985 gemacht wurden. Auch nicht gerade ein Faktor, der uns das Leben einfacher macht)


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