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In Bewegung kommen


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03.03.2008

Ein Artikel von Paul Port

Alles ist Bewegung, und wenn wir in Bewegung sind, fühlen wir uns lebendig. Dies gilt sowohl für unser inneres als auch für unser äußeres Er-Leben.

Für mich persönlich war es lange Zeit nicht einfach, mit dem Begriff ?Energie? umzugehen, weil er mir als etwas schwer Greifbares und auch unpersönlich und abstrakt erschien. Im meinen eigenen Lebensprozessen wurde ich immer wieder damit konfrontiert und musste mich zwangsläufig damit befassen. Im Laufe der Zeit wurde mir immer fühlbarer, dass Bewegung nur entstehen kann, wenn Energien fließen. Das mag banal klingen, weil es so selbstverständlich scheint. Bei äußerer Bewegung, z.B. beim Sport, Wandern, Tanzen oder beim Aufräumen der Wohnung, scheint das sehr klar zu sein. Allerdings ist es nicht so leicht fühl- oder einsehbar wenn im Außen keine Bewegung stattfindet, dies darauf zurückzuführen, dass in meinem Inneren die Energie nicht fließt und deshalb nichts in Bewegung kommt. Damit meine ich nicht die Bewegungen, die unbewusst in unserem Leben ablaufen, denn die können sehr statisch sein.

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Ich meine damit die Bewegungen, die uns lebendig fühlen lassen.

Allerdings neigen wir alle dazu, Lebendigkeit nur mit der Vorstellung von Freude und Glück in Verbindung zu bringen. Da dies unsere größte Erwartung an das Leben zu sein scheint, wäre es vielleicht sinnvoll darüber nachzudenken, wie fest und starr wir an dieser Erwartung festhalten.

Wenn das so ist ? und das erlebe ich bei nicht wenigen Menschen ? würde uns diese innere Haltung starr und stur in diese eine Richtung schauen lassen. Das bedeutet aber dann, dass genau diese, zwar zutiefst menschliche Erwartung, zum Gegenteil dessen führt, was wir uns so sehr wünschen.

Da das Leben nicht all unsere Wünsche und Sehnsüchte erfüllt, könnten wir das Erleben haben, dass es ungerecht und gemein ist. Das ist es sehr wahrscheinlich auch. Wir werden mit Leid, Schmerz und Krankheit konfrontiert, ohne einen Sinn dahinter zu erkennen. Und vielleicht haben wir auch das Gefühl, dass die Welt und unser Leben ein Kampf ist. Wenn wir in uns hineinfühlten, könnten wir entdecken, dass der Kampf und der Krieg in uns selbst stattfinden. Vielleicht könnten wir, wenn wir zu unseren Bedürfnissen hinspüren, herausfinden, dass sie in uns viel Widersprüchliches verursachen. Eine oder mehrere Instanzen in uns selektieren zwischen richtigen (erlaubten) und falschen (verbotenen) Bedürfnissen. Denen, die als falsch gefühlt werden, verweigern wir das Recht zu sein, weil wir sie als etwas erleben, das nicht sein darf - seien es Gefühle in uns, welche wir als etwas Verwerfliches, Verbotenes, Anrüchiges, nicht Anerkanntes oder Schlechtes erleben.

In diesem Zusammenhang habe ich vor kurzem etwas gelesen, was dies sehr bildhaft ausdrückt.

?Wenn wir uns für einen Moment lang vorstellen, dass das Leben eine Bühne ist auf der wir uns als Schauspieler bewegen, und die Rollen die wir spielen sind Persönlichkeitsanteile oder Bedürfnisse in uns?..?

?..dann werden es manche Rollen vielleicht nicht schaffen ins Rampenlicht zu treten, weil sie vom beherrschenden Willen des Egos, oder von den Geboten der Eltern hinter die Bühne verbannt wurden. Sie sind geknebelt oder gefesselt und können nicht mehr sprechen. Sie verschaffen sich nur noch Ausdruck durch Stimmungen, Träume, Krankheiten und Zwänge. Lediglich durch heimliche Akte der Sabotage können sie noch kundtun, dass sie ? trotz der größten Anstrengungen, die man unternimmt, um zu werden, was man nicht ist ? immer noch lebendig sind, und darauf warten gehört zu werden.

Alle Bedürfnisse sind Teile von uns und für mein Empfinden geht es darum, sie sich erst einmal bewusst zu machen und in Kontakt mit ihnen zu treten, bevor wir mit ihnen arbeiten können. Haben wir diesen Schritt noch nicht gewagt, müssen wir all die ?unliebsamen?, ?falschen?, ?nicht erlaubten? Gefühle in den Keller verbannen. Dadurch werden wir starr und unlebendig. Die Energie kann nicht mehr fließen. Wir schauen dann auf ein Bild von uns, wie wir sein wollen oder sein sollten, um uns ?richtig? zu fühlen oder perfekt zu sein. Vielleicht genügt es auch, wenigstens nach außen so zu scheinen. Das kostet allerdings einen Preis, und viele bezahlen ihn, weil sie glauben, nur dann geliebt zu werden und sich auch nur selbst so annehmen zu können.

Wir könnten unsere Energie auch dafür einsetzen, einen Weg zu finden, all dem Unliebsamen in uns einen kreativen, konstruktiven Ausdruck zu verleihen und ihm damit einen Platz in uns geben. Wir würden auf diese Weise authentisch und könnten dadurch unsere Chancen erheblich steigern, ein freudvolleres Leben zu leben.

Weitere Informationen:
http://www.paulport.de/gedanken.php

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