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Systemische Therapie - Hintergrund


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27.01.2010

Ein Artikel von Theresa Anneken

Die Systemische Therapie/ Familientherapie ist ein Psychotherapieverfahren, das in Deutschland seit Ende 2008 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftlich anerkannt eingestuft und als „wirksames und kostengünstiges Psychotherapieverfahren mit sehr guten Langzeiteffekten" charakterisiert (vgl.: www.wbpsychotherapie.de) wurde. In anderen europäischen Ländern, wie der Schweiz und Österreich, ist sie bereits seit 1993 anerkannt.

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Ein wesentlicher Unterschied zu den traditionellen Psychotherapieverfahren, die vorwiegend in Form von Störungsbildern operationalisieren, ist der, dass Systemische Therapie diese Kategorisierungen zwar kennt, jedoch vorzugsweise von Problemen, statt von Störungen spricht.

Allein das Wort „Problem" transportiert das Wissen um Lösungsmöglichkeit(en). 
Ein Problem ist nichts, das eine Person „hat".

SystemikerInnen deuten es vielmehr als ein Geschehen, an dem viele verschiedene miteinander interagierende Menschen beteiligt sind.

Zumal die Identität des Einzelnen sozial bedingt und in Wechselwirkung zur Umwelt ausgebildet wird.


Kennzeichnend für den systemischen Therapieansatz ist seine interdisziplinäre, also fächerübergreifende Entstehungsgeschichte. 
Aus wissenschaftstheoretischer Perspektive, die im Folgenden kurz dargestellt wird, entwickelten und erklären sich die psychotherapeutischen Methoden der Systemischen Therapie und konsequenterweise ihre Effizienz.

Einer der Gründungsväter, Paul Watzlawick, war Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph und Vertreter des radikalen Konstruktivismus. Der Systemische Ansatz wurde in seinem Blick auf den Menschen und auf menschliches Verhalten grundlegend von Watzlawicks Arbeiten geprägt. Als Konstruktivist war er der Überzeugung, dass jeder Mensch letztlich seine eigene Wirklichkeit „konstruiert" und ihr Sinn verleiht. Menschliches Verhalten, ob destruktiv und Leid erzeugend oder konstruktiv, kann niemals losgelöst und unabhängig von Interaktionen mit anderen Menschen und seiner Umwelt verstanden werden. „Man kann nicht nichtkommunizieren" (Watzlawick). Somit ist jede Art menschlichen Verhaltens letztlich Kommunikation.

Eine weitere Grundlage des systemischen Ansatzes ist die Systemtheorie. Von Bedeutung ist hier vor allem die soziologische Systemtheorie von Niklas Luhmann. Ein System kann der einzelne Mensch mitsamt seiner (erzählten) Geschichte und seinen (aktuellen) Beziehungen sein, das Paar, die Familien, ein Unternehmen etc..

Nach Luhmann kommt ein soziales System zustande, sobald ein autopoietischer, d.h. sich selbst erzeugender, Kommunikationszusammenhang entsteht und „sich durch Einschränkung der geeigneten Kommunikation gegen eine Umwelt abgrenzt."

Zu dieser „Einschränkung der geeigneten Kommunikation gegen eine Umwelt" kommt es immer, um Komplexität zu reduzieren und dadurch Sinn zu erzeugen.


„Sinn" ist nach Luhmann die Bezeichnung für die Art und Weise, in der soziale (und psychische) Systeme Komplexität reduzieren. Durch diese Reduktion von Komplexität (zur Erzeugung von Sinn) entsteht eine Art höhere Ordnung, die zur Folge hat, dass die Beteiligten oder der Einzelne über weniger Wahlmöglichkeiten verfügt.

Soziale Systeme sind immer sinnerzeugende und -verarbeitende Systeme. Sie sind (theoretisch) geschlossen und nehmen in ihrer Umwelt nur das wahr, was den Sinn der bisherigen Kommunikation nicht in Frage stellt. 
Sie zeichnen sich durch viele unterschiedliche Eigenschaften aus, wie dynamisch und komplex zu sein, in Wechselwirkung mit dem Systemumfeld zu sein, denkend, lernend, Veränderungsprozessen unterliegend, sich selbst erzeugend und erhaltend zu sein;
 selbst dann, wenn sich dies als quälend und Leid erzeugend für den/die Beteiligten darstellt.

www.psychodrama-praxis-berlin.de

Weitere Informationen:
http://www.psychodrama-praxis-berlin.de

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