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Aikido und NLP als Wege zum Konfliktmanagement


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15.08.2006

Ein Artikel von Bernhard Tille

<h2>Was ist Aikido?</h2>
<p>Aikido ist, &auml;hnlich wie Judo, Karate oder Kendo, eine aus Japan
stammende "Kampf"-kunst. Grundlagen des Aikido sind effektive
Selbstverteidigungstechniken, die der japanische Begr&uuml;nder, Morihei Uyeshiba
(1883 - 1969), aus den klassischen Kriegsk&uuml;nsten Japans entwickelt hat. Der
formale Unterschied zu den &uuml;brigen japanischen Kampfk&uuml;nsten
(Budo-Disziplinen) besteht vornehmlich darin, da&szlig; es keine Wettk&auml;mpfe
gibt. Beim &Uuml;ben ist die Rolle des Angreifers und des Verteidigers von vornherein
festgelegt. Nage (Verteidiger) und Uke (Angreifer) bem&uuml;hen sich gemeinsam um das
Erlernen der Techniken. Weiterhin wird beim Aikido grunds&auml;tzlich auf Schlag-,
Sto&szlig;- und Trittechniken verzichtet. Wurf- und Hebeltechniken stehen im
Vordergrund.  Im Aikido wird die aggressive Kraft des Angreifers so gef&uuml;hrt und
umgelenkt, da&szlig; sie f&uuml;r die Technik des Verteidigers nutzbar gemacht und
verst&auml;rkt dem Angreifer zur&uuml;ckgegeben werden kann. Die Bewegungen des
Aikido sind dynamisch ausgef&uuml;hrte Kreis- und Spiralbewegungen. Durch geschicktes
Ausweichen und fr&uuml;hzeitiges F&uuml;hren des Angreifers verliert dieser sein
Gleichgewicht und kann seine K&ouml;rperkr&auml;fte nicht mehr gegen den
Verteidiger einsetzen, weil der instabile K&ouml;rper dem aggressiven Geist nicht mehr
gehorcht. Im Aikido gelten folgende Grunds&auml;tze:</p>
<ul>
<li>"Drehe Dich weg, wenn Du gesto&szlig;en wirst!" und "Trete
ein, wenn Du gezogen wirst!" </li>
<li>Ein Aikidoka (Aikido-&Uuml;bender) greift niemals an. </li>
<li>Die Aikido-Technik richtet sich gegen den Angriff und nicht gegen den Angreifer.
</li>
</ul>
<p>Das Ziel des Aikido besteht nicht darin, den Angreifer zu verletzen oder gar zu
vernichten, sondern den Gegner so zu f&uuml;hren, da&szlig; er die Wirkung des von
ihm vorgetragenen Angriffs selbst sp&uuml;rt und seine aggressiven Absichten aufgibt.
Im Idealfall versteht es der Aikidoka, dem Angreifer  schon vor dem  beabsichtigten
Angriff durch eine entsprechende Ausstrahlung ("Ki") die Sinnlosigkeit seines
Tuns zu vermitteln.</p>
<h2>Was macht das Aikido heute so interessant?</h2>
<p>Neben den sportlichen und gesundheitlichen Aspekten ist es in erster Linie der
Anspruch des Aikido, ein Modell zu sein f&uuml;r die "humane" und sinnvolle
Bew&auml;ltigung interpersonaler Konflikte. Durch die Anwendung der Prinzipien des
Aikido, insbes. des ausweichenden Aufnehmens und Zur&uuml;ckgebens der
"Angriffsenergie", soll auch und gerade f&uuml;r das Leben
au&szlig;erhalb des &Uuml;bungsraums die M&ouml;glichkeit erkannt werden,
Konflikte &ouml;kologisch zu bew&auml;ltigen. Das immerw&auml;hrende
&Uuml;ben der Aikidotechniken soll eine Geisteshaltung entwickeln, die auch bei den
Konflikten des t&auml;glichen Lebens ihre Wirkung zeigt.</p>
<h2>Die Vorannahmen des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP)</h2>
<p>Die Entwickler des NLP Richard Bandler (Informatiker und Psychologe) und John
Grinder (Sprachwissenschaftler) beobachteten und analysierten das Kommunikationsverhalten
h&ouml;chst effektiver Ver&auml;nderer menschlichen Verhaltens.</p>
<p>Es gelang ihnen, die Wirkmechanismen zu destillieren, die erforderlich sind, um
erfolgreich zu kommunizieren. Sie stellten diese Bestandteile in Programmen zusammen, die
linguistisch vermittelbar sind und neurologische Abl&auml;ufe beeinflussen.</p>
<h2>Die wichtigsten Vorannahmen des NLP und Leits&auml;tze unseres
Trainings:</h2>
<ul>
<li>Jeder Mensch ist einzigartig und hat sein eigenes Modell von der Welt. (Das
Problem liegt darin, dem anderen nicht mehr zu begegnen.) </li>
<li>Die Landkarte ist nicht die Landschaft. (Das Problem liegt in der Verwechslung
unserer inneren Realit&auml;t mit der Wirklichkeit.) </li>
<li>Menschen treffen die beste ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden Wahl. (Das
Problem besteht darin, da&szlig; wir manchmal zuwenig Wahlm&ouml;glichkeiten und
Flexibilit&auml;t haben.)</li>
<li>Kommunikation ist die Antwort, die ich erhalte (... und nicht das Problem des
anderen.)</li>
<li>Alle Menschen haben die Ressourcen, das Wissen und die F&auml;higkeiten, um
Ver&auml;nderungen vorzunehmen. (Das Problem liegt im Zugriff.) </li>
<li>Der positive Wert jedes Individuums ist konstant. (Das Problem liegt in unserer
Bewertung.) </li>
<li>Jeder kann gro&szlig;e Ziele erreichen. (Das Problem liegt darin,
da&szlig; wir zu stark problemfixiert sind, anstatt zielorientiert vorzugehen.)
</li>
<li>Vertraue Deinem Unbewu&szlig;ten. (Das Problem liegt darin, da&szlig;
das Bewu&szlig;tsein mit dem Wissen und den F&auml;higkeiten des
Unbewu&szlig;ten nicht im Einklang  ist.) </li>
<li>F&uuml;r jedes Verhalten gibt es einen Kontext, in dem es n&uuml;tzlich
und sinnvoll ist. (Das Problem besteht darin, da&szlig; wir ein Verhalten, das
negative Reaktionen ausl&ouml;st, als Fehler werten und nicht als Feedback.)
</li>
</ul>
<p>Seit unserer Geburt reagieren wir auf die Wirklichkeit und bilden dazu ein
Verhaltensprogramm. Irgendwann einmal halten wir dieses Verhaltensprogramm f&uuml;r
die Wahrheit und die Wirklichkeit. Dabei vergessen wir, da&szlig; wir auf unser Modell
von der Welt im Leben Bezug nehmen und nicht auf die Welt selbst. NLP macht
bewu&szlig;t, da&szlig; jeder sein eigenes Modell von der Welt hat und somit auch
seine eigene Wahrheit und Wirklichkeit.</p>
<p>NLP macht die Grenzen der inneren Welt bewu&szlig;t und bietet
M&ouml;glichkeiten an, die eigenen Schwellenmuster zu &uuml;berschreiten und
Neuland zu entdecken, auch bei einem Konflikt mit anderen Menschen.</p>
<h2>Die Technik der Konfliktbew&auml;ltigung im Aikido und der Bezug zum
NLP</h2>
<p>Eine augenf&auml;llige Parallele im Konzept der Konfliktbew&auml;ltigung
von Aikido und NLP ist die F&auml;higkeit des Aikido, das Aufschaukeln von Konflikten
zu verhindern. Aikidotechniken sind ihrer Natur nach nicht geeignet, Konflikte mit
weiterem Konfliktstoff anzureichern. Im Aikido wird nicht
"zur&uuml;ckgeschlagen". Es wird vielmehr, wie o.a., die Energie des
Angreifers aufgenommen und so gef&uuml;hrt, da&szlig; sie am Ende auf ihn selbst
ver&auml;ndernd wirkt. Eine Versch&auml;rfung des Konflikts kann also durch
Einsatz einer Aikidotechnik nicht eintreten. Der verh&auml;ngnisvolle
Aufschaukelungsproze&szlig; von Gewalt und Gegengewalt  unterbleibt gleichsam
zwangsl&auml;ufig. Eine Intervention im Bereich des NLP geht von der gleichen
Grundeinstellung aus. Im Konfliktfall wird der NLP-Anwender zuerst versuchen, das
Weltmodell des Gegen&uuml;ber kennenzulernen und sich darauf einzustellen. Mit Hilfe
des NLP werden Kommunikationspartner dort abgeholt, wo sie stehen, um sie erst
anschlie&szlig;end dorthin zu f&uuml;hren, wo eine L&ouml;sung
m&ouml;glich erscheint.</p>
<p>In dem Sich-Einlassen auf den Partners liegt die Chance, den Konflikts als
gemeinsames Problem zu sehen, das nicht nur trennt, sondern auch verbindet. Sich auf die
Haltung eines andern einlassen hei&szlig;t regelm&auml;&szlig;ig auch, den
andern in dieser Haltung ernstnehmen. Im Aufnehmen der Energie des Partners
dr&uuml;ckt sich dieses Ernstnehmen beim Aikido aus. Der ?Angreifer? ist nicht von
vornherein b&ouml;sartig, sein "Angriff" nicht von vornherein verwerflich.
Auch aus der Metaposition des NLP-Anwenders werden die Konfliktenergien neutral
betrachtet. Die Rollen der Beteiligten in einer manifesten Konfliktsituation verlieren
ihre Wertigkeit als "gut" und "b&ouml;se". Sie dokumentieren nur
den Ausbruch des Konflikts, der zwischen den Beteiligten schwelte und auf dessen
Bew&auml;ltigung es allein ankommt. Im Aikido dr&uuml;ckt sich dies durch die
eigentliche Aikidobewegung aus, die immer in einer  gemeinsam ausgef&uuml;hrten
Bewegung m&uuml;ndet. Die Dualit&auml;t von "Angreifer" und
"Verteidiger" wird in ihr aufgel&ouml;st.</p>
<p>In NLP-Begriffen hei&szlig;t dies "paradoxe Intervention". Aus
einem agressiven Akt des Angreifers wird ein gemeinsamer Proze&szlig; der Beteiligten.
Anstatt des erwarteten Gegenangriffs wird  zur Verbl&uuml;ffung des
"Angreifers" seine Energie akzeptiert und verwendet.</p>
<p>Das aufrichtige Sich-Einlasssen auf den Partner/Gegner birgt den
Schl&uuml;ssel zu befriedigender Konfliktbew&auml;ltigung. Dies gilt im Aikido wie
im NLP. In dem Ma&szlig;e, in dem der "Verteidiger" bereit ist, auch seine
Position in Frage zu stellen, ist es dem "Angreifer" m&ouml;glich, ebenso zu
handeln. Fast immer sind dann auch neue Deutungen der alten Positionen m&ouml;glich
(Gewinner-Gewinner-Strategie). So gefundene L&ouml;sungen erweisen sich als robust und
tragf&auml;hig.</p>
<p>Weitere Informationen zum Thema NLP finden Sie unter
http://www.nlp-trainings-tille.de</p>

Weitere Informationen:
http://www.nlp-trainings-tille.de

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02.03.2012NLP-Grundkurs (Hamburg)
17.03.2012Raucherentwöhnung - Tagesworkshop (Köln)
23.03.2012NLP-Grundkurs (Hamburg)
23.03.2012Die Frau auf einem Bein (Hamburg)
13.04.2012NLP-Practitioner Gruppe A 2012 (Hamburg)
19.04.2012NLP-Master 2012 (Hamburg)
20.04.2012Heilpraktiker Psychotherapie Prüfungvorbereitung (Frankfurt/M.)
27.04.2012NLP Practitioner Coach Ausbildung (Kassel)
08.06.2012Die Frau auf einem Bein (Hamburg)
31.08.2012NLP-Grundkurs (Hamburg)

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