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klassische Zungendiagnose

15.08.2006

Ein Artikel von Christiane Krohn

Zungendiagnostik:

Geschichte

Schon bei den alten chinesischen, arabischen und griechischen Ärzten wurden die
Veränderungen auf der Zungenoberfläche als diagnostische Möglichkeit genutzt. Allerdings
muss heute berücksichtigt werden, dass zwischen den damaligen und den heutigen Lebens-
und Essgewohnheiten der Menschen und Völker gravierende Unterschiede bestehen, die es
nicht gestatten, die alten Darstellungen (Bilder, Graphiken usw.) über die Zunge ohne
weiteres zu übernehmen. Es mussten hier also neue Wege im Zuge der veränderten
Verhältnisse beschritten werden.

Einführung

Je mehr ein Arzt oder Heilpraktiker allein aus den äußeren Erscheinungsbild eines
Patienten ersehen kann, desto schneller und präziser kann er weitere Methoden zur
Befunderhebung heranzuziehen.

Mit der Zungendiagnostik sind nicht nur Arzt und Heilpraktiker, sondern bis zu einem
gewissen Maße auch der geübte Laie in der Lage, sich sehr schnell einen sicheren
Überblick über den Gesamtzustand des Verdauungstraktes zu verschaffen.
(Früher hat jede Mutter, jeder Hausarzt sich die Zungen zeigen lassen)

"Die Zunge wird als Schaufenster des Verdauungstraktes bezeichnet"

Die Zunge gibt ähnlich wie die Antlitzdiagnose, erste therapeutische Hinweise. In Folge
lassen sich natürlich während der Therapie Veränderungen in positiver wie negativer Form
erkennen. Diese wiederum helfen beim weiteren Verlauf der Behandlung.
Die Innervation der Zunge und die Verfolgung ihrer Bahnen zu den Ganglionen und ihren
cerebralen Ursprungsgebieten (Gehirn) sowie der Einfluss der vegetativen Antagonisten
(Gegenspieler) Vagus und Symphatikus, erlauben eine organtopographische Auffassung, wie
im Bild dargestellt.
Die verschiedenen Farbzeichnungen und der manchmal typische Belag an und auf er
Zungenoberfläche sowie spezielle Geschmacksempfindungen und Gefühlsreize in und auf der
Zunge zeigen z.B. den Mangel an anorganischen Salzen im Körper und in seinem
Säftehaushalt auf.

Mit Hilfe des Zungenbildes ist eine Diagnose über den Zustand bestimmter, an der
Verdauungsarbeit beteiligter Organe, des Blutes, der Nerven, der Lebens- oder
Körperkraft, ja sogar eine Belastungsaussage zu rechten oder linken Körperhälfte.
Jahrelange Beobachtungen und Studien führen zu der Annahme, dass Verlauf und Lage des
Nervensystems eines Organs nahezu immer gleich ist und das jedes Organ sein spezifisches
Nervensystem besitzt. Nur auf der Basis dieser Annahme (Hypothese) ist die
Zungendiagnostik überhaupt möglich.

Die Deutung der Zungenbilder

Durch Betrachten des Zungenbelages erfahren wir wertvolle Hinweise auf den Zustand
bestimmter Organe (Organdiagnose).
Aus der Topographie erkennen wir, dass hier Magen, Bauspeicheldrüse, Zwölffingerdarm,
Leber, Gallenblase, Dünndarm und Dickdarm gemeint sind.
Die Zunge mit ihren vielen Blutgefäßen und mit den reichlich, besonders an der Spitze
vorhandenen Lymphgefäßen wird von vielen Bündeln von Nervenfasern durchzogen.

Das samtartige Aussehen der Zungenoberfläche verdanken wir den Knospen, Ausstülpungen und
Spüldrüsen. Die Abflachung dieser Papillen z.B. gilt als Zeichen für eine perniziöse
Anämie (Blutarmut). Die Zunge sieht wie behaart aus, ein Krankheitsbild, das man häufiger
bei "Antibiotikaschäden" und bestimmten Formen von "Vitaminmangel"
findet.
Die Erfahrung lehrt, dass die Zungenspitze Veränderungen im Magenbereich anzeigt, das
mittlere Drittel vor allem über den Zustand von Zwölffingerdarm, Leber, Gallenblase, Milz
und Bauspeicheldrüse Aufschluss gibt, während die Zungenbasis, (hintere Teile) auf
eventuelle Darmerkrankungen schließen lässt.
Bei der Behandlung der genannten Organe verschwinden diese Zeichen allmählich auf der
Zunge.
Das kann sehr lange dauern, vorübergehend infolge der Ausscheidungsphasen sogar zu
Verschlechterungen am Zungenbild führen.

Die Zungendiagnostik bezieht viele Symptome in ihre Schlussfolgerungen mit ein. Dennoch
will sie nur als eine Hinweisdiagnostik verstanden sein, die den gezielten Einsatz
anderer Methoden zur Befunderhebung ermöglichen soll.

Weitere Informationen:
http://www.naturheilpraxis-krohn.de

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