Stress beginnt im Kopf (3) - Leichter Lernen durch Bewegung

Stress beginnt im Kopf (3) - Leichter Lernen durch Bewegung

Liebe Leserinnen und Leser,

als erstes möchte ich Ihnen Danke sagen. Danke für Ihr großes Interesse an meinen Artikeln, danke, dass Sie meine Artikel posten und danke, dass ich inzwischen LeserInnen bis in die Schweiz hinein habe!

Heute möchte ich Ihnen ein Thema näher bringen, das mich wirklich empört. Und wahrscheinlich werden Sie nach der Lektüre dieses Artikels genauso empört sein wie ich.

Wie immer möchte ich Ihnen am Anfang vorschlagen, eines meiner kleinen Experimente mitzumachen. Und hier kommt es schon: Bitte stellen Sie sich auf ein Bein. Stellen Sie sicher, dass Sie dabei nicht hinfallen können. Während Sie auf einem Bein stehen, singen Sie bitte ein Lied, egal welches. Können Sie auf einem Bein stehen, während Sie singen?

Können Sie auch auf einem Bein stehen, während Sie einfache Rechenaufgaben laut und leise im Kopf lösen?

Sprechen Sie einen Satz und hören Sie auf den Klang Ihrer Stimme, während Sie auf einem Bein stehen. Können Sie das?

Und hier kommt noch ein zweites Experiment zum selben Thema: Bitte schreiben Sie irgendeinen Satz. Achten Sie dabei darauf, wie schwer oder wie leicht sich der Stift in Ihrer Hand anfühlt und wie sich die Bewegungen des Stiftes für Sie anfühlen – leicht und locker oder eher ungelenk?

Jetzt stellen Sie sich bitte hin und machen Sie Überkreuzbewegungen. Führen Sie den rechten Ellenbogen zum linken Knie und den linken Ellenbogen zum rechten Knie, immer über Kreuz, immer im Wechsel. Wenn Sie möchten, können Sie dabei auch mehr Schwung nehmen und hüpfen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie dabei nicht hinfallen können.

Wenn Sie die Bewegung heraus haben, wenden Sie jetzt bitte Ihren Blick nach ganz oben links und machen Sie weiter Überkreuzbewegungen, so lange, wie es sich für Sie richtig anfühlt.

Können Sie Überkreuzbewegungen oder fallen Sie Ihnen schwer? Fällt es Ihnen schwer, in die linke obere Ecke zu gucken, während Sie die Bewegung machen? Dann machen Sie noch ein bisschen weiter, solange, bis sich die Bewegung leicht anfühlt.

Und jetzt schreiben Sie denselben Satz, den Sie eben geschrieben haben, noch einmal. Wie fühlt sich der Stift in Ihrer Hand jetzt an? Wie fühlen sich die Bewegungen Ihrer Hand für Sie an? Und jetzt vergleichen Sie einmal Ihr Schriftbild mit dem Satz, den Sie vor wenigen Sekunden geschrieben haben. Na – verblüffend oder?

 Und jetzt stellen Sie sich bitte nochmal auf ein Bein und tun Sie das, was Ihnen eben am schwersten gefallen ist, singen, rechnen oder hören Sie auf Ihre Stimme, während Sie auf einem Bein stehen. Wie hat sich das jetzt für Sie verändert?

Wenn Sie das Experiment mitgemacht haben, dann wird Ihnen vielleicht aufgefallen sein, dass allein durch diese kleine Überkreuzbewegung ein deutlicher Unterschied zwischen dem Vorher und Nachher besteht. Vielleicht konnten Sie vorher gar nicht auf einem Bein stehen oder die Überkreuzbewegungen sind Ihnen schwer gefallen und jetzt können Sie das plötzlich?

Die oben beschriebene Überkreuzbewegung stammt aus dem Brain Gym®, über das ich schon in meinem letzten Artikel geschrieben habe. Heute möchte ich aber noch ein bisschen weiter gehen.

Aus den USA stammt die Erkenntnis, dass Lernen etwas mit Bewegung zu tun hat. Der Begründer von Brain Gym®, Paul E. Dennison, ein Lehrer, der in den 60ger Jahren ein Projekt mit Kindern mit Leseschwächen leitete, stellte fest, dass es einen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit, auf einem Bein zu stehen und der Fähigkeit, Lesen zu lernen, gibt. Anscheinend können Kinder mit Lernschwächen auch nicht gut auf einem Bein stehen. Er stellte weiterhin fest, dass sich durch einfache Überkreuzbewegungen die Fähigkeit, auf einem Bein zu stehen und auch die Fähigkeit, Lesen zu lernen in gleichem Maße verbessern.

Er folgerte daraus, dass Überkreuzbewegungen anscheinend unsere Fähigkeit zu Lernen fördern.

Lernen ist angeboren und muss einem Kind nicht beigebracht werden. In den ersten Monaten und Lebensjahren lernt ein Kind eine unglaubliche Menge an Informationen. Es entdeckt sich selbst, es fängt an, sich durch Krabbeln fortzubewegen und es kombiniert diese Überkreuzbewegung mit den Eindrücken des Sehens, Hörens, Tastens, Riechens und Schmeckens. So entdeckt es seine Welt und kombiniert Wahrnehmung mit Bewegung. Im Gehirn des Kindes bilden sich Strukturen heraus, die die Grundlage für die spätere Fähigkeit zu lernen sind. Irgendwann kann Ihr Kind stehen, es klettert und springt und wieder sind es Überkreuzbewegungen, die kombiniert werden mit Sinneseindrücken. Manchen Eltern ist es nicht bewusst, dass Toben, Bewegung und Spiel die Grundlage für das Herausbilden des Gehirns ihres Kindes sind, indem es Spiel und Bewegung mit Informationen verknüpft.

Paul E. Dennison stellte weiter fest, dass es Kinder gibt, die diese Fähigkeiten in der Bewegung anscheinend noch nicht in ausreichendem Maße gelernt hatten. Diese Kinder konnten nicht nur schlecht auf einem Bein stehen, sie waren auch besonders unruhig oder in anderer Weise verhaltensauffällig.

In seinem Buch „Brain Gym® - Das Handbuch“ beschreibt er gemeinam mit seiner Frau Gail E. Dennison die Anzeichen bei Kindern dafür, dass bestimmte Fähigkeiten in Ihrem Gehirn noch nicht vollständig herausgebildet sind:

  • die Unfähigkeit, gerade auf einem Stuhl zu sitzen und beide Beine auf den Boden zu stellen
  • die oben schon genannten Probleme, auf einem Bein zu stehen
  • Ruhelosigkeit
  • ziellose, hyperaktive Bewegungen
  • extrem leichte Ablenkbarkeit
  • ungewöhnlich angespannte oder schwache Muskeln
  • Schwierigkeiten, einen Ball zu fangen
  • Schwierigkeiten, einen Satz gerade zu schreiben
  • ungleich große oder verdrehte Buchstaben
  • Laut Lesen ohne Verständnis
  • Verspannungen im Nacken und Schwierigkeiten, den Kopf zu drehen.

Bei Überkreuzbewegungen überwindet man die Mittellinie auf der grobmotorischen Ebene. Wenn diese Fähigkeiten als Kind nicht richtig herausgebildet wurde, dann kann es zu anderen Schwierigkeiten, die Mittellinie zu überwinden auch auf anderen Ebenen kommen. Lesen und Schreiben sind ein Überwinden der Mittellinie auf der feinmotorischen Ebene. Überkreuzbewegungen erfordern die Koordination von Armen und Beinen und Augen und genau dasselbe betrifft auch für das Fangen eines Balls.

Dasselbe kann für Sie auch als Erwachsener noch gelten. Die Fähigkeit zu lernen ist angeboren und Lernen soll leicht fallen. Wenn Lernen, Lesen und Schreiben und das längere Konzentrieren auf eine Sache Stress für Sie bedeuten, wenn Sie stattdessen eher ruhelos sind, dann kann es sein, dass sich auch in Ihrem Gehirn die Überkreuzstrukturen nicht richtig herausgebildet haben. Unser Gehirn funktioniert aber über Kreuz. Wenn Sie mit dem linken Auge sehen, dann denkt Ihre rechte Gehirnhälfte und umgekehrt. Wenn alle Strukturen voll vorhanden sind, fällt Ihnen das Überwinden der Mittellinie leicht, Sie können leicht auf einem Bein stehen, Lernen fällt Ihnen leicht und Denken fällt Ihnen leicht. Wenn nicht, haben Sie möglicherweise Stress, weil Ihr Gehirn versucht, die fehlende Verknüpfung auf andere Weise auszugleichen. Oder Sie können eben manches nicht und dann haben Sie wahrscheinlich erst recht Stress.

Dennison stellte in seinem Projekt fest, dass durch seine Übungen die Leseschwäche der meisten Kinder in kurzer Zeit verschwand. Und nicht nur das, auch die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder und die fehlende Konzentrationsfähigkeit ließen deutlich nach, wenn die Übungen regelmäßig ausgeführt wurden. Inzwischen wird Brain Gym® überall auf der Welt angewendet und es gibt Berichte von amerikanischen Schulen, die Brain Gym® in ihren Schulalltag integriert haben. Dort wird nicht nur von einer Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und des Lernens, sondern auch von einer Leistungsverbesserung und einer Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit der Kinder berichtet, dies wirkt sich auch auf die Disziplin und den Umgang der Kinder in der Gruppe aus.

Und das auf spielerische Art und Weise, denn Brain Gym® kann leicht ins Spiel integriert werden. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Literatur, wie man auch mit Kleinkindern Überkreuzbewegungen im Spiel machen kann und es gibt auch spezielles Spielzeug, das Überkreuzbewegungen fördert.

Soweit, so gut. Wie aber sieht es in unserem Land aus? Haben Sie ein Kind, das unruhig, verhaltensauffällig oder hyperaktiv ist und sich nicht konzentrieren kann?

Sie sehen jetzt, warum ich so empört bin, nicht wahr?

Wenn Sie solch ein Kind haben, dann haben Sie wahrscheinlich die Erfahrung gemacht, dass diese Merkmale als Symptome für ADS oder ADHS gelten. Während seit den 60ger Jahren Brain Gym® überall auf der Welt erfolgreich und mit Spaß angewendet wird, stigmatisieren wir in Deutschland immer mehr Kinder als krank und stellen sie mit Medikamenten ruhig.

Ich glaube, Sie teilen meine Einschätzung, dass es skandalös ist, was wir da tun. Unsere Kinder brauchen unsere Liebe und unsere Unterstützung und nicht, dass sie ruhig gestellt werden, nur weil das bequemer ist.

Die Rechtslage in Deutschland verbietet mir, Heilversprechen für Krankheiten abzugeben und das tue ich hiermit auch ausdrücklich nicht. Jedes Kind und jeder Erwachsene mit Lernstörungen und Verhaltensauffälligkeiten ist ein Einzelfall. Brain Gym® wird wissenschaftlich nicht anerkannt, obwohl eine Vielzahl von Studien von den Erfolgen mit Brain Gym® berichtet. Wenn Ihr Kind krank ist und medizinische Hilfe benötigt, nehmen Sie diese in Anspruch und suchen Sie einen Arzt auf. Dieser Artikel ist keine Empfehlung, die medizinische Therapie Ihres Kindes abzubrechen.

Aber könnte es nicht sein, dass sich die Überkreuzstrukturen im Gehirn Ihres Kindes noch nicht richtig herausgebildet haben? Könnte es sein, dass durch das viele Sitzen am Computer schon von Kleinkindern die Bewegung fehlt, die notwendig ist, um Überkreuzstrukturen im Gehirn Ihres Kindes überhaupt herauszubilden? Könnte es sein, dass Sie die medizinische Therapie Ihres Kindes durch Brain Gym® unterstützen könnten?

Wenn Sie Eltern eines solchen Kindes sind, dann möchte ich Ihnen ans Herz legen, sich zu informieren. Lesen Sie Bücher über Brain Gym®. Lassen Sie Ihr Kind Überkreuzbewegungen machen. Lassen Sie Ihr Kind große Liegende Achten auf Papier malen. Integrieren Sie Brain Gym® ins Spiel Ihres Kindes. Wenn Sie neben einer medizinischen Therapie weitere Unterstützung haben möchten, nehmen Sie Kontakt zu Kinesiologen auf, die eine Ausbildung in Brain Gym® haben. Der Berufsverband der Kinesiologen, die Deutsche Gesellschaft für Angewandte Kinesiologie e.V. vermittelt Ihnen die Adressen gut ausgebildeter Kinesiologen auch in Ihrer Nähe.

Auch wenn Sie Pädagoge sind, wenn Sie Erzieher, Lehrer oder Schulleiter sind, möchte ich Ihnen ans Herz legen, sich über Brain Gym® zu informieren und zu prüfen, ob es möglich sein könnte, Brain Gym® in Ihren Schulalltag zu integrieren.

Unsere Kinder brauchen Ihre Hilfe!

Wäre es nicht fatal, wenn es so einfach wäre und wir alle nichts tun?

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Meinung zu diesem Artikel schreiben!

Herzlichst Ihre

Ilona Herbrig
Kinesiologin, Heilerin, Energetischer Coach

Praxis für Stressprävention & Energiearbeit, Bremen

Weitere Informationen:
http://www.ilona-herbrig.com

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Ilona Herbrig, Zertifizierte Kinesiologin AfK, Energetische Heilerin, Energetischer Coach, Praxis für Stressprävention & Energiearbeit -, 28195 Bremen
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Ilona Herbrig Zertifizierte Kinesiologin AfK Energetische Heilerin Energetischer Coach  Praxis für Stressprävention  Energiearbeit - 28195 Bremen Ilona Herbrig, Zertifizierte Kinesiologin AfK, Energetische Heilerin, Energetischer Coach,
Praxis für Stressprävention & Energiearbeit -, 28195 Bremen
http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/energiearbeit-geistheilung-ilona-herbrig-bremen.html

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