Lusttöter für die Beziehung

Lusttöter für die Beziehung

Was verdirbt uns den Spaß - was sind Lusttöter in der Beziehung?

 

Der verloren gegangenen Lust, dem nicht erfahrenen Spaß, trauern wir nach und fühlen uns durch das Schicksal betrogen, beraubt. Wir sagen „Ich habe meine Lust, den Spaß, verloren“. Aber Lust und Spaß sind keine Taschen, die man einfach verliert oder sich stehlen lässt. Schauen Sie mal auf Ihr Leben zurück. Hatten Spaß und Lust da überhaupt einen Platz? Gab es Zeit und Kraft für Sie? Sind sie verloren gegangen oder haben Sie sie langsam, aber sicher aus Ihrem Leben verbannt? Haben Sie sie verdrängt, vergessen - abgestellt?

 

Ursachen, Erklärungen und Gründe für fehlende Lust und Spaß gibt es viele. Manche überraschen uns, überfahren uns, kommen ungebeten daher. Andere haben wir selbst in unser Leben eingelassen und ihnen die größte Priorität eingeräumt.

 

Krankheiten, Medikamente, Operationen können nicht nur körperliche Auswirkungen auf unsere Lust haben, sondern auch auf unsere BEREITSCHAFT, Spaß zu erleben. Der Verlust naher Menschen, des Arbeitsplatzes, einer Außenbeziehung; finanzielle Probleme, Sorgen um Kinder, Arbeit oder um das Älterwerden verbannen die Lust; die Wechseljahre, eine Schwangerschaft, die Zeit nach der Geburt - all das hat einen Einfluss auf unsere Psyche, auf den Körper, auf die Beziehung, auf unsere Lust, auf den Spaß im Leben.

 

 

Wer beruflichem oder sonstigem Stress ausgesetzt ist, kann versuchen, diesen mit Sex zu kompensieren, um wenigstens in einem Lebensbereich Spaß zu haben. Für die meisten Menschen ist Stress auf lange Sicht aber einer der „erfolgreichsten“ Lust - und Spaßtöter (unter Stress produzieren wir Cortisol, ein Hormon, das die Lust vernichtet).

 

Wir haben uns an die Vorstellung gewöhnt, dynamisch, ehrgeizig und leistungsstark sein zu müssen, um geschätzt zu werden. Funktionieren ohne zu klagen: Je voller der Terminkalender, um so toller fühlen wir uns - 24 Stunden pro Tag, und 365 Tage pro Jahr, Jahr für Jahr. Gut. Sogar überdurchschnittlich gut. Tolle Leistungen. Auch im Bett. ...Bis es irgendwann nicht mehr weiter geht. Kein Bock mehr. Aus! „Rien-ne-va-plus!“ Auch im Bett nicht! Und oft ist die Unlust im Bett das erste Anzeichen unserer Überforderung.

 

Zu hohe Erwartungen (an sich und an den Partner) machen Druck, aber keinen Spaß! „Wäre ich bloß so ein Latin-Lover, wie der Kumpel vom Stammtisch, der die Frauen immer so leicht rumkriegt! Oh, dann wäre mein Leben ganz anders“. Der Versuch, den super Macho zu spielen, obwohl man selbst ein eher schüchterner und ruhiger Typ ist, verspricht nichts Gutes!

 

Oder als Frau davon zu träumen, so zu sein wie die Models aus der Werbung: schlank und rank, aber mit vollen Brüsten und dicken Lippen, verführerisch, geil und immer bereit, eine lustvolle Gespielin, etwas versaut, aber doch im Herzen eine Heilige, eine perfekte Mutter, ehrgeizige Businessfrau, gute Tochter, tolle Freundin, sportlich, intelligent und hübsch...

 

Kennen Sie das? Wird Ihnen da nicht schwindlig?

 

 

Wir leben in einer Gesellschaft, in der viel über Sex gesprochen wird, wir werden ständig von erotischen Bildern bombardiert. Pornografischer Konsum ist online jederzeit bestell- und konsumierbar. Pornografie hat einiges zur sexuellen Befreiung und zur Luststeigerung beigetragen, sie ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Die angebotenen Bilder und Szenarien haben leider wenig mit der Realität zu tun, sie entstammen Fantasien und Wünschen. Sex, lustvoller Sex, Spaß spielt sich selten oder eher ausnahmsweise mal so ab. Stundenlanges Stöhnen, immer und überall und egal mit wem, super durch trainierte Körper, perfekte erotische Inszenierungen lassen die Erwartungen und Vorstellungen von der Wirklichkeit weit abrücken. Sie schaffen auf Dauer Überdruss, Übersättigung, Druck und Langeweile.

 

Wer diese Bilder und Szenarien als „erstrebenswertes Ziel“ betrachtet, der hält nicht lange durch! Kein Wunder, dass der Körper dann einfach streikt und uns nicht mehr gehorcht – der Penis richtet sich nicht auf oder erledigt den Job so schnell er kann, zum Frust aller Beteiligten. Die Vagina bleibt trocken und abweisend, keine Spur von Lust - „Auf unbestimmte Zeit geschlossen“.

 

Wer Rollen spielt und andere nachahmt, seien es die Supermachos aus den Pornodarstellungen oder die romantischen Typen aus den Hollywoodfilmen, der wirkt irgendwann langweilig. Es törnt ab, einen selbst und auch das Gegenüber. Hier ist nicht die Rede von bewussten (erotischen) Rollenspielen, sondern es geht um Authentizität, um Echtheit, darum ich selbst zu sein. Es geht um die Fragen: „Spiele ich jetzt etwas vor (ohne es zu wollen), um meinen Partner zu täuschen, um ihm zu gefallen, weil ich im Grunde unsicher bin, weil ich geliebt werden will, weil ich die Beziehung retten will? Oder mache ich es weil ich es will?“

 

Lustvolle Sexualität besteht aus einem stetigen, ausbalancierten Austausch von „Nehmen“ und „Geben“, von „ich selbst sein“, sich selbst wahrnehmen, auf seine eigenen Wünsche achten und gleichzeitig „beim Partner sein“, ihn oder sie wahrnehmen, auf seine oder ihre Wünsche eingehen. Die Kunst der lustvollen Sexualität liegt in dieser Balance: Rücksicht, aber in beiden Richtungen – Rücksicht für den Partner und Rücksicht für mich selbst. Es kann sehr lusttötend sein, einen Partner zu haben, der oder die ständig nur um mein Wohl bemüht ist. Und die unaufhaltsame und drängende Lust des Anderen zu spüren, kann unglaublich erregend sein.

 

„Ich möchte Dich, verstehst Du? Dich! Und nicht irgendwelche romantischen Küsse und Griffe aus Hollywoodfilmen, die Du nachmachst.“ - war die Aussage einer Klientin zu ihrem Partner... und dem Mann stiegen die Tränen in die Augen.

 

 

Paare mit kleinen Kindern rutschen unbemerkt in eine Phase des Elternseins, die sie vollkommen absorbiert: emotional, gedanklich, zeitlich und physisch. Aus Sorge um ihre Kinder, aus dem Wunsch heraus, perfekte Eltern zu sein, verwandeln sie sich in super funktionierende Teams, die die Firma Familie ohne viele Worte toll managen. Dabei merken sie nicht, wie sie sich als Paar aus den Augen verlieren.

„Wir verstehen uns super! Wären wir Geschwister, wäre es toll. Aber ich möchte wieder einen Mann haben, spüren, dass er mich als Frau begehrt“, klagte mal eine Klientin...

 

Man wird zu Mami und Papi, redet sich sogar so an. Kleidung voller Babybrei, kein ungestörtes Gespräch mehr nur zu zweit als Paar, kaum Zeit für Umarmungen und Zärtlichkeit und immer die Sorge, dass das Baby aufwachen könnte. Im besten Falle gestohlene Momente der Zweisamkeit, ohne sich fallen zu lassen, ohne wirklich genießen zu können und eigentlich eher mit Lust zu schlafen als mit Lust auf Zärtlichkeiten! Könnte es sich lohnen über diese Fragen nachzudenken:

 

„Warum haben Sie diesen Mann, diese Frau damals gewählt, und ihn bzw. sie zu Ihrem Partner gemacht? Was hat Sie an ihm oder an ihr angezogen? Was an ihm oder ihr macht Sie scharf - als Mann, als Frau?“

 

Es gibt viele Mythen und Glaubenssätze, die durch unsere Köpfe schwirren und uns den Spaß an der Lust verderben.

 

Zum Beispiel:

  • Lust, Spaß und Sex müssen sich immer spontan ergeben, so wie am Anfang der Beziehung

  • Sex muss immer nett und zärtlich sein, er ist ein Ausdruck von Liebe

  • Wenn die Beziehung gut ist, ist automatisch auch der Sex gut

  • Mein Partner ist für meinen Spaß zuständig und verantwortlich

  • Wir müssen mindesten X-mal pro Woche Sex haben, sonst sind wir nicht normal

  • Es muss immer XY passieren, z.B. auf X-Weise zum Orgasmus kommen, sonst ist es kein echter Sex

  • Es muss immer ganz heiß hergehen, sonst zählt es nicht

  • Ein echter Mann will immer und kann ewig lange mit einem steifen Penis durchhalten

  • Frauen wollen sowieso weniger Sex und haben weniger Spaß

  • Es muss so werden, wie es am Anfang der Beziehung war

  • In einer langjährigen Beziehung kann es eh nicht mehr heiß hergehen, die Lust und der Spaß verschwinden einfach

 

Die Liste der Mythen ist beliebig erweiterbar. Haben Sie noch ein paar eigene Mythen bezüglich Spaß, Lust und Sex?Mythen, die Ihnen den Spaß verderben? Glaubenssätze, die Sie leiten und daran hindern, mehr Spaß zu haben? Wo kommen diese eigentlich her? Wer hat sie Ihnen mitgegeben? Zu welcher Zeit war es? Wo? Wäre es nicht an der Zeit, zu überprüfen, ob sie stimmen? Sie abzugeben?

 

Konfliktthemen, insbesondere die unausgesprochenen und unbewussten, belasten nicht nur die Partnerschaft sondern früher oder später auch das Sexualleben, und führen zu Rückzug, Groll und fehlender Lust. Solche Themen können zum Beispiel sein: der Wunsch nach Kindern, die Angst vor einer Schwangerschaft bzw. vor Elternschaft, Eifersucht (berechtigt oder unberechtigt), eine zu starke Bindung an die Herkunftsfamilie und dadurch entstehendes Ungleichgewicht zur aktuellen Partnerschaft, Untreue, Vertrauensbruch, heiraten wollen, zu viel oder zu wenig Nähe, das Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, zu wenig Eigenständigkeit u.v.m.

 

Sprechen Sie miteinander. Alleine oder suchen Sie die Hilfe von externen Therapeuten und Beratern. Konfliktthemen bauen Barrieren und Blockaden auf. Vielleicht nicht konstant. Aber immer wieder werden diese Blockaden und Mauern hochgefahren! Und irgendwann schafft man es nicht mehr von alleine, sie zu überwinden. Also, machen Sie sich rechtzeitig an die Arbeit!

  

Im Leben ist selten alles perfekt. Das ist auch gar nicht notwendig, um Spaß in der Partnerschaft zu haben.

 

Die entscheiden Frage für mich ist: Was kann ICH, was will ICH verändern, um Platz zu machen für mehr Spaß und Lust?

 

Es beginnt ja schließlich alles im Kopf!

 

 

Diana Lüchem

Beziehungs- & Sexualtherapie für Singles & Paare

Hypno-Systemische & MultiKulti Einzel-, Paar- & Sexualtherapeutin
HPG, Dipl. Farbgestalterin IACC, Dipl.-Ing.

 

ADRESSE:
Clemensstr. 24 (EG)
80803 München (Münchner Freiheit)

Festnetz +49-89-33 09 69 75
www.sexual-paar-therapie-muenchen.de  

 

Weitere Informationen:
http://www.sexual-paar-therapie-muenchen.de

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Diana Lüchem, Systemische Einzel-, Paar- & Sexualtherapeutin; (HPG) Dipl.-Ing., Beziehungs- & Sexualtherapie für Singles & Paare, 80336 München
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Diana Lüchem Systemische Einzel- Paar-  Sexualtherapeutin HPG Dipl-Ing  Beziehungs-  Sexualtherapie für Singles  Paare 80336 München Diana Lüchem, Systemische Einzel-, Paar- & Sexualtherapeutin; (HPG) Dipl.-Ing.,
Beziehungs- & Sexualtherapie für Singles & Paare, 80336 München
http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/beratung-und-systemische-therapie-muenchen-diana-luechem.html

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