Tempel auf Zeit: Unser Körper als Bedingung zur Befreiung

Tempel auf Zeit: Unser Körper als Bedingung zur Befreiung

Unser Körper ist unser Tempel.  Halte ihn rein und sauber für die Seele, die in ihm wohnt. (B.K.S Iyengar)

Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen heutzutage Yoga machen, ohne nach Erleuchtung zu streben. Die lange geheim gehaltenen Techniken der Yogis sind tatsächlich dazu angetan, die Einheit von Mikrokosmos und Makrokosmos, von Geist-Seele und Gott zu erfahren. Und dabei spielt der sogenannte „diamantene Körper“ eine wichtige Rolle. Denn er ist sozusagen der „Ort“ an dem Erleuchtung stattfindet. Er ist der Empfangskanal für einen Vorgang, der unser getrenntes Bewusstsein von „Ich“ und „Außen“ auslöscht und uns somit den kurzzeitigen oder dauerhafte Zustand vollkommenen Friedens eröffnet.

Um den Körper überhaupt in einen Zustand zu bringen, der dieser Erfahrung aushält (! Hierzu bitte die Erfahrungsberichte von zB Goraksha Nata und Kundalini beachten) und ermöglicht, ist nicht nur eine über lange Zeit wiederholte materielle Reinigung erforderlich, sondern vor allem die Schulung des Körpers, Energie zu leiten. Um die hierfür gegebenen Kanäle (Nadis) zu öffnen und die ganz konkret körperliche Disziplin zu entwickeln, Energie zu lenken, werden Asanas ausgeführt. Das sind Körperhaltungen, die nicht nur den grobstofflichen Körper, sondern auch die anderen Ebenen unseres Seins, in einer bestimmten Weise im Energiefeld ausrichten.

Dass die sportlichen Asana-Folgen von bis zu 20 Stellungen pro Unterrichtsstunde in den Yogazentren hierzu ebenso wenig angetan sind wie verklärt-esoterische Rituale hedonistischer Europäer, wird deutlich, wenn wir den Gelehrten Svatmarama in der Yoga-Pradipika ernstnehmen:

Die Wissenschaft des Hatha-Yoga ist streng geheim zu halten von dem Yogi, der nach Erleuchtung strebt. Sie ist kraftvoll im Verborgenen, bedeutungslos, [wenn sie] zur Schau gestellt wird. (…) Wozu viele andere Positionen, wenn Siddhasana einmal perfektioniert ist?
Der Fluss des Prana ist mit Kevala-Kumbhaka gelenkt und kontrolliert. Wahrlich der Zustand von Unmani steigt sofort ohne Anstrengung spontan und von alleine auf.

 

Vielmehr wird mit dem Hatha-Yoga (der Meisterung des Körpers auf dem Weg zur Erleuchtung) angestrebt, den Körper als „Antenne“ oder „Eingang“ zu einem befreienden Bewusstseinszustand zu begreifen und zu schulen. Der Yogagelehrte George Feuerstein sagt herzu: „ Der Zugang (und die Verbindung) zum (Makro-)Kosmos findet sich innerhalb des Körper-Geist-Mikrokosmos.“

Dazu müssen wir allerdings wieder lernen, wirklich zu spüren und unsere Sinne zu verfeinern. Für einen Yogin ist es leicht, ein einzelnes Organ wahrzunehmen (und auch willentlich zu beeinflussen)- ebenso wie in jeder noch so ungewöhnlichen Körperhaltung zu verharren. Der Effekt ist eine präzise und absichtsvolle Kommunikation – zunächst einmal mit unserem körperlichen Mirkokosmos – die uns früher oder später auch zu einer Verfeinerten Perzeption des Makrokosmos führt.

Eine tägliche Praxis von etwa 2, 3 Asanas, jede bis zu 10 Minuten gehalten und dreimal wiederholt, kann in kurzer Zeit eine ganz erstaunliche Erhöhung emotionaler Stabilität, körperlicher Sensibilität und geistiger Klarheit bringen.

 

Lass Nahrung deine Medizin sein

(George Oshawa, Begründer der Makrobiotic)

Als ich 1991 kurz nach dem Tod meiner Mutter an das Kushi Institute for Macrobiotics, Massachuettes kam, hatte ich schwere Depressionen, war deutlich unterernährt und fühlte mich trotzdem „zu dick“ und ernährte mich im Wesentlichen von weißem Zucker.  Und ich kam nicht etwa aus Interesse an der Makrobiotik nach Becket, sondern weil ich eine Freundin dort in einer Sekte glaubte und sie da rausholen wollte J. Ich hielt mich von allen Belehrungen und Gemeinschaftsaktivitäten fern – das einzige, was ich gezwungener Maßen „mitmachen“ musste, war, das Essen zu essen, das dort für alle gekocht wurde,

Bei aller Skepsis stellte ich bereits nach wenigen Tagen eine radikale Veränderung meiner körperlichen, geistigen und emotionalen Verfassung fest.

Kurzum – nach ein paar weiteren „Zufällen“ studierte ich diese recht komplexe Ernährungslehre bei Michio Kuchi direkt, erlebte, wie er mittels einer yin-yang-Kosmologie sehr präzise, mir inhaltlich damals noch sehr fremde Diagnosen stellte und schwerstkranke Menschen binnen kurzer Zeit allein mithilfe von Nahrungsmitteln kurierte.

Seitdem weiß ich einmal mehr, dass ich über den Körper gezielt Einfluss auf meinen Gesamtzustand nehmen kann.  Dass emotionale und geistige Verfassungen ebenso wie körperliche Störungen durch bestimmte Nahrungsmittel hervorgerufen – und auch kuriert werden können. Die makrobiotische Küche hat eine Reihe klarer Gesetze – und wer sie beherrscht, braucht keine Medikamente mehr.

Aber auch für den gesunden Menschen ist eine zentrierende Ernährung hilfreich: Alle Extreme (in der yin-yang-Kategorisierung) wie Tierkörper, tierische Sekrete (milch, Honig), weißer Zucker, Alkohol, jede Form synthetischer Stoffe (Medikamente, Lebensmittelzusätze, synthetische Drogen) führen zu einem Ungleichgewicht – auf allen Ebenen. Und im Ungleichgewicht sind weder Klarheit noch Frieden möglich. Hingegen sind Getreide, gedünstete Gemüse, fermentierte Produkte wie Miso, Shoyu, Sauerkraut, etc.  und ein ausreichendes Maß an Hülsenfrüchten die ideale Basis, um ausgehend vom Körper zu einer umfassenden Balance zu finden.

Auch hier wird deutlich, dass die Sorge um unseren Körper und um das, was wir ihm zuführen, Voraussetzung für jede Form persönlicher Entfaltung und Zufriedenheit ist.

Wer es nicht glaubt, betrachte einfach einmal Menschen, die sich seit Jahren von Convenience-Produkten ernähre: Sind sie geistig klar ? Sind sie emotional stabil ? Strahlen sie Kraft aus ?

 

„Unerreichbar sein bedeutet, dass man die Welt um einen her nur wohldosiert berührt. Man isst nicht fünf Wachteln, man isst nur eine. Man zerstört nicht die Pflanzen, um eine Barbecuegrube zu machen. Man setzt sich nicht der Kraft des Windes aus, wenn es nicht unumgänglich ist.“ (Carlos Castaneda)

Die Rolle des Körpers aus schamanischer Sicht zu verdeutlichen, wird mir eine besondere Freude – aber auch Herausforderung sein. Kann ich hier doch (wie auch beim Tantra) zurück zum Phänomen der Ekstase kehren – ein Wiederspruch scheinbar, denn die Ekstase führt uns durch den Körper zur Ent-Körperung.

Nicht umsonst habe ich allerdings genau dieses Zitat von Castaneda gewählt, in dem er – wie auch die alten Yogis in ihren Yamas und Niyamas – auf die Kontrolle, die Mäßigung hinweist, die vonnöten ist, wenn es um die Erschließung der innewohnenden Kraft geht.

 

Ekstase ist nicht gleichzusetzen mit Lusterfahrungen, in denen wir unseren Trieben und Impulsen folgen. Ekstase setzt – bei schamanischen Ritualen ebenso wie bei Samadhi - eine außerordentliche Konzentration von Kraft in der Körpermitte voraus, die erst an einem Punkt jenseits der Schmerzgrenze kanalisiert und freigesetzt wird.

Zu einer solchen Selbst-Überwindung ist nur imstande, wer sich wirklich ballastfrei hält.

Und mit Ballast meine ich nicht nur ein konsum-und lustgetriebenes Leben (wenn man das überhaupt so nennen kann), mit all seinen Verstrickungen, Verpflichtungen und Konsequenzen, sondern auch mental-emotionalen Ballast, der sich in unserem Körper festsetzt.

Prüfe deinen Körper einmal hinsichtlich seiner Durchlässigkeit: Was passiert, wenn Du eine Stunde eine 40-Grad-Steigung hinaufsprintest ? Was passiert, wenn Du Dich – wie die Kinder – in die Position der „Brücke“ begibst – und sie,  sagen wir: 15 Minuten lang hältst ? Was passiert, wenn Du 10 Minuten lang springst und so kräftig Du kannst durch den Mund atmest ? … all dies sind „Übungen“, Tests, um die im Körper festsitzenden Blockaden zu lokalisieren und zu lösen. Oft ist eine solche „Lösung“ mit Schmerzen verbunden – zunächst – bis Du in einen ekstatischen Zustand eintrittst, der orgiastische Qualität haben kann. Danach – bist Du weiter. Durchlässiger. Dauerhaft….

Diejenigen unter Euch, die ein paar von Oshos Übungen kennengelernt haben, sich in Tensegrity oder Bioenergetik versucht haben, haben vielleicht eine Ahnung von den Räumen, die sich jenseits der Ekstase erschließen.

Allerdings lohnt es sich einen Blick auf die Nachhaltigkeit dieser Bewusstseinserweiterung zu werfen: Der „Konsum“ ekstatischer Erfahrungen ist nicht gemeint, wenn in der schamanischen Praxis Ent-Körperung angestrebt wird. Vielmehr geht es um die Überwindung bindender Vorstellungen darüber, was uns ausmacht, darüber, dass wir getrennte Wesen sind, die über ihren (mentalen) Willen irgendetwas bestimmen könnten.

Die schamanische Ekstase dient dem Dienst. Sie „wirft“ den Körper in die große Kraft, stellt sich den Wesen zur Verfügung, verzichtet letztlich auf den Besitz, die Kontrolle des „ich“, und damit auch des Körpers.

Ein verwahrloster, schwacher und träger Körper kommt gar nicht in die Schwingung, diese Klippe zu überspringen.

Und „wach“ und „elastisch“ wird ein Körper nicht durch Fülle sondern durch Konzentration. Auch und besonders auf materieller Ebene:

Sicher hast Du schon einmal Leute beobachtet, die unter einfachen Bedingungen leben, teilweise sogar unter vermeintlichen Mangelbedingungen (eine Schale Reis und wenn der Regen es ermöglicht hat, etwas Grünzeug dazu). Und vielleicht hast Du bemerkt, dass diese Menschen oft außerordentlich klar und kraftvoll sind. Sie schlafen auf harten Böden, Essen wenig, schleppen schwer, laufen viel. Und sie vermeiden oberflächliche Unterhaltung.

 

Hier kommt sie wieder zusammen, die Wechselwirkung von grobstofflichem und feinstofflichem Sein. Und so hoffe ich, ich konnte Dich bestärken, deinen Körper zu nutzen, zu stärken und zu dem Instrument werden zu lassen, das er sein kann.

 

Die diversen hier besprochenen Techniken vermittle ich in meiner Arbeit. Halte einfach ein Auge auf die kommenden Wochenendkurse.

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