Eine Befindensstörung zu haben, bedeutet nicht im Lot zu stehen

Eine Befindensstörung zu haben, bedeutet nicht im Lot zu stehen

„Die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, mit welcher der gesunde Mensch auf- recht stehen kann, steht im krassen Gegensatz zur Komplexität des Regelvorganges, dessen Mechanismen sich erst in neuerer Zeit zu klären beginnen“ (Schmidt, Thews, G. Lang)

 
Das obige Zitat erschien im Buch “Physiologie des Menschen“ (Springer, 2000). Tatsächlich warf für die Autoren die Regulation vom aufrechten Stand noch viele Fragen auf, die aber noch bis Heute nicht ganz geklärt sind. Die Festestellung des von ihnen beschriebenen “krassen Gegensatzes“ lässt sich genauso auf den therapeutischen  Effekt übertragen, die eine geglückte Regulierung vom aufrechten Stand in direktem Vergleich mit gängigen Bewegungstherapeutischen Verfahren für den betroffenen Patienten bedeuten kann. Denn was bei der Osteopathie oder Chiropraktik zu einer Behebung einer lokalen Bewegungseinschränkung führt, ruft bei der Regulation der aufrechten Körperhaltung zu einer systemischen Umstimmung des ganzen Menschen hervor. Damit gehen Heilreaktionen vom gesamten Halte- und Bewegungsapparat und von der viszeralen Situation bzw. vom vegetativen Organismus einher. Eine echt globale daher ganzheitliche Wirkung. Nach meiner 24 jährigen Praxiserfahrung scheint also nichts wirksamer auf den Gesamtorganismus einzuwirken, wie eine erfolgreiche Umstimmung der Körperhaltung. Und diese findet immer durch eine klinisch objektiv feststellbare Veränderung der ruhenden, aufrechten Körperposition im Raum beim Patienten statt. Es ist als ein Vorgang des “Ins-Lot-Stimmens“ zu bezeichnen, eine Tätigkeit die jener eines Klavierstimmers ähnelt. Das Stimmen der Einzeltöne der Tastaturen eines Klaviers ist durchaus mit der Vertikalabstimmung der verschiedenen Körperanteile aufeinander. So wie Saiten, die erst auf einem Instrument aufgespannt zum Erklingen gebracht werden, braucht der haltende Muskel für die Bildung der notwendigen Spannungskraft seinen kontraktilen Ton, seinen Tonus. Beim ruhenden Stand wird das Richtmaß hierfür durch das Vertikal-Lot gebildet.
Der besondere “Ton“ auf den Körperteile, wie z.B Extremitätengelenke, Becken, Wirbelsäule, Schulter und Kopf aufeinander eingestimmt werden, passt sich primär dem Vertikal-Lot an, er richtet sich regelrecht nach ihm aus. Und es ist der Muskeltonus, der die Grundspannung der Skelettmuskulatur darstellt. Indem er mitunter für die feste Verankerung der Gelenke, für die Qualität der Gewebsspannung und der Zellaktivität verantwortlich ist, sorgt der Muskeltonus für die strukturelle Integrität aller Körperanteile im Menschen (Bischof, 2006).
Eine Abschwächung vom Muskeltonus führt zur Kraftlosigkeit und dem Empfinden von Mutlosigkeit. Eine übermäßige Erhöhung vom Muskeltonus so wie sie bei Streßzuständen vorkommt, führt zu einem allgemein verspannten und gereizten, “verstimmten“ Zustand im Körper. Gerade dieses “Verstimmtsein“ äußert sich durch Befindensstörungen mannigfaltiger Art, die den Grund für den Besuch der meisten Patienten in die Naturheilpraxis bzw. manuelle Praxis auslöst.
Hierbei sind es nicht nur unklare Schmerzbilder oder nicht organisch manifeste Beschwerden, die zur Verstimmung der betroffenen Patienten führen, sondern auch mentale Blockaden, worin sich Verfestigungen mancher Denkabläufe oder Denkgewohnheiten bemerkbar machen.
Jacobson (1885-1976), ein amerikanischer Physiologe und Internist, der die Methode  der “Progressiven Muskelentspannung“ entwickelte, konnte in seinen Forschungen den Zusammenhang zwischen Denkprozessen und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Veränderungen im Muskeltonus beweisen. Schon alleine die Vorstellung einer Aktion, wie z.B. das Fahrrad fahren, mobilisiert bereits das hierzu notwendige Muskelprogramm im Menschen. Es sind zwar sehr kleine Bewegungen, die in diesem Falle abgerufen werden, aber sie verdeutlichen eindrucksvoll die Beziehung zwischen mentaler und neuromuskulärer Tätigkeit. Das ist auch der Grund, warum aufgrund dieser sog. “reziproken Aktivierung“ eine Veränderung vom Muskeltonus eine Veränderung der mentalen Aktivität mit sich bringen kann. Darum wird eine Methode, die einen entscheidenden Einfluß auf eine solch wichtige Schnittstelle, zwischen dem somatischen und dem psychischen System, ausübt, eine besonders  therapeutische ganzheitliche Wirksamkeit haben.  Sätze von  Patienten am Ende der Behandlung wie: “Ich stehe jetzt ganz anders da!“ oder “ Mein Stand fühlt sich ganz leicht an!“ geben dies wieder. Diese beeindruckende Aufhellung vom Gemüt geht mit der Umstimmung einher, die durch die veränderte Körperhaltung im Lot erreicht wird. Sie erfasst nicht nur die Regulierungsparameter vom Halte- und Bewegungsapparat, sondern auch jene vom Kreislauf (Blut, Lymphe), von den Verdauungssäften und den Körperausscheidungen. Die Behebung von funktionellen Halte-und Bewegungsstörungen, von klinisch nicht feststellbaren bzw. unklaren Organsysmptomen und psychischen Verstimmungen, die vereinzelt oder miteinander kombiniert als manifeste Befindensstörungen in Erscheinung treten, ist die eigentliche Domäne der Quaternio-Therapie. Befindensstörungen verweisen alle insgesamt auf einen körperlichen und seelischen Zustand, der einfach nicht im Lot ist. Es hat sich im Verlaufe meiner Tätigkeit als “Lot-Einstimmer“ gezeigt, dass mannigfaltige Funktionsstörungen vom knöchernem Achsenorgan, von den peripheren Gelenken, von den Muskeln, Sehnen, interstitiellem Bindegewebe und von den viszeralen Organen durch die therapeutische Korrektur der ruhenden Standposition tatsächlich behoben werden können. Diese erstaunliche Feststellung lässt sich aber durch die Tatsache erklären, dass die aufrechte Position beim Menschen das eigentliche Ziel der Phylogenese und der embryonalen Entwicklung ist. Alles im Menschen ist auf das Erreichen vom Stand und den sich daraus ergebenden Gang ausgerichtet. Und diese Ausrichtung gibt quasi den funktionalen Gleichklang aller auf den Muskeltonus eingestimmten physiologischen Systeme und Subsysteme vor. So ist es möglich zusammenfassend zu sagen, dass die therapeutische Regulation vom Muskeltonus vielleicht der eigentliche universelle Schlüssel zur Behebung von den meisten Befindensstörungen ist. Nicht aber von manifesten Erkrankungen. Hier erfährt die Methode ihre klare Grenzen. Freilich lässt sich die Grenze zwischen Befindensstörung und bereits stattfindender Erkrankung nicht immer leicht demarkieren. Aus einer chronischen Befindensstörung kann sich aber eine Erkrankung entwickeln. Dann verschwinden die anfänglich widersprüchlichen, unklaren und flüchtigen Symptome und formieren sich zum evidenten diagnostizierbaren Krankheitsbild. So können z.B aus dem wiederholten lumbalen Schmerz ein Bandscheibenprolaps oder aus dem immer wiederkehrenden sporadisch auftretenden Unwohlsein im Oberbauchbereich eine manifeste Gastritis entstehen. Das ist der Grund, warum eine solche Methodik ein so wichtiger Beitrag zur Salutogenese und Prävention zu leisten vermag. Denn selbst bei der Abwesenheit von Symptomen kann überprüft werden, ob der Mensch, ob Kind, Erwachsener oder alter Mensch im Lot, im Einklang mit seinem “tönenden“ Soll-Zustand, seinem vom Haltungsorganismus intendierten Tonus steht.
Im Basler Wochenendseminar am 06. und 07. Juli dieses Jahres werden die Grundlagen zur Quaternio-Therapie vermittelt.
Die Diagnostik und Therapie der Körperhaltung im Lot umfasst unter anderem Elemente der Osteopathie, Posturologie und der Renner-Methode.
Sie ist als ein ganz eigenständiges Heilverfahren zu betrachten, das nicht nur für die manuell therapeutische Praxis eine Bereicherung darstellt.

                                                                                                                          

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