Bloß keine Abhängigkeiten!

Bloß keine Abhängigkeiten!

DIE ZEIT 21/2005 Bloß keine Abhängigkeiten!

Selbsthilfegruppen von Patienten sollen offen legen, von wem sie Geld erhalten. Dies fordert Arne Schäffler von Transparency International.

Die Zeit: Selbsthilfegruppen leisten wichtige Arbeit, haben aber wenig Geld. Kann man ihnen verübeln, dass sie sich von der Pharmaindustrie sponsern lassen?

Arne Schäffler: Transparency International ist nicht generell gegen Sponsoring. Wir verlangen nur Transparenz für alle Beteiligten _ die Mitglieder der Selbsthilfegruppe, Rat suchende Patienten und politische Entscheidungsträger, bei denen die Stimmen der Selbsthilfegruppen erhebliches Gewicht haben.

Zeit: Kann man Sponsoring so gestalten, dass Gruppen ihre Unabhängigkeit bewahren?

Schäffler: Viele Initiativen bemühen sich ja um Abgrenzung und Eigenständigkeit. Um sie zu unterstützen,hat Transparency Regeln als Diskussionsgrundlage entwickelt und vorgestellt. So sollten sämtliche Einkünfte einer Selbsthilfegruppe im Internet dokumentiert werden. Das kostet wenig Arbeit und macht für jeden sichtbar, woher das Geld kommt. Außerdem müssen die Gruppen ihre Sponsoringverträge offen legen, damit mögliche Interessenkonflikte erkennbar werden.

Zeit: Die Dachverbände der Selbsthilfe und einige Initiativen haben bereits Selbstverpflichtungserklärungen beschlossen. Reichen die nicht?

Schäffler: Wir finden die Erklärungen zu vage. Da heißt es zum Beispiel, eine Selbsthilfeorganisation »wird vermeiden, in Abhängigkeit von einem bestimmten Unternehmen oder einer bestimmten Person zu geraten«. Das ist keine konkrete Norm, sondern eine unverbindliche Zielvorstellung. Die Selbsthilfegruppen werden mit der Frage allein gelassen, wie sie das bewerkstelligen sollen. Die besonders problematischen nichtfinanziellen Leistungen von Pharmaunternehmen werden kaum thematisiert.

Zeit: Warum sind die nichtfinanziellen Leistungen besonders problematisch?

Schäffler: Die Einflussnahme geschieht verdeckt. Solange es um Geld geht, kann man das nach außen transparent machen. Aber die Pharmaindustrie lässt zum Beispiel Agenturen in Personalunion für das eigene Unternehmen und für die Initiativen arbeiten. Oder sie bietet Beratung und Serviceleistungen für Veranstaltungen, die Gestaltung der Website oder der Jahreskonferenz an. So etwas halten wir für indiskutabel.

Zeit: Selbstverpflichtungserklärungen sind freiwillig. Wie kann man sie verbindlicher machen?

Schäffler: Die Krankenkassen werden ihre Zuschüsse von 2006 an an die Voraussetzung binden, dass die Initiativen eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet haben. Transparency drängt allerdings darauf, die existierenden Erklärungen klarer und nachprüfbar zu fassen. Sonst wird sich nichts wirklich ändern. Wir wünschen uns außerdem, dass die Dachverbände der Selbsthilfegruppen Instanzen schaffen, vor denen Konflikte ausgetragen werden. An diese Schiedsstellen könnten sich Patienten wenden, die sich nicht objektiv beraten fühlen, aber auch Hersteller, die bei einer anstehenden Zusammenarbeit Orientierung suchen. Dann hätten alle Beteiligten Spielregeln, an die sie sich halten können.

DIE ZEIT 1

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