Liebe als Schlüssel zur Heilung

Liebe als Schlüssel zur Heilung

Liebe als Schlüssel zur Heilung- ganzheitliche Therapie als Medizin der Person

Vortrag gehalten im Sommer 2007 in Bad Kreuznach

Ich habe dieses Thema gewählt, weil es eines der wichtigsten ist für Alle die entweder von Krankheit betroffen sind und gesunden wollen oder auch für diejenigen, die kranke Menschen auf Ihrem Weg zur Heilung begleiten und unterstützen. Es geht sozusagen um die Grundlagen. Es geht um das was ich im Laufe meiner ärztlichen Tätigkeit begriffen habe- Wie kommt es zu Krankheit? hat Krankheit vielleicht einen Sinn? und unter welchen Bedingungen kann Krankheit sich in Gesundheit verwandeln? Dieses Wissen, diese Erkenntnisse möchte ich heute gerne mit Ihnen teilen und ich lade Sie ein mit Ihrem ganzen Körper zuzuhören bzw. zu lesen . Vielleicht eine andere Art des Zuhörens. Ich nenne das die ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich lade Sie ein nicht nur darüber zu denken, was ich sage sondern auch nachzuspüren wie sich das in Ihrem Körper anfühlt. Spüren Sie bitte und nehmen Sie wahr.

Nehmen Sie Ihren Körper wahr. Spüren Sie wie es sich in Ihre Brust anfühlt ob es sich eng oder weit anfühlt. Angenehm oder unangenehm. Wenn wir nicht nur Denken sondern zusätzlich wahrnehmen ist das schon eine ganzheitliche Entscheidung dh. Wir verlassen gewohnte Pfade Vorgänge ausschließlich über unseren Verstand an uns heranzulassen. Unser Verstand ist nämlich nur ein Teil von uns. Wir haben uns daran gewöhnt je älter wir geworden sind unserem Denken eine Priorität einzuräumen. Wir sprechen von einer Kopflastigkeit unserer Gesellschaft. Wir sprechen auch von gesundem Menschenverstand. Ich behaupte allerdings, dass diese Priorität des Denkens so wie wir es gewohnt sind alles andere als gesund ist. Ich lade sie also ein nicht nur mit Ihrem mentalen Körper nicht nur mit ihrem Verstand zuzuhören, sondern auch mit Ihrem leiblichen, ihrem physischen Körper. Um den geht es nämlich auch. Der ist es nämlich an dem sich Krankheit, genauso wie in Ihrem psychischen Körper manifestieren kann. Fangen wir mit diesem physischen Körper an. Welchen Platz hat der in Ihrem Leben? Wie gesund ist Ihr Körper? Ist ihr Körper Ihr Werkzeug oder Ihr Freund? Lieben sie Ihren Körper. Erfreuen sie sich an seiner wunderbaren Funktion, an seiner Schönheit? Haben sie schon einmal zu sich gesagt: Ich liebe Dich? Kennen sie alle Bedürfnisse Ihres Körpers? Welche Signale sendet Ihr Körper Ihnen jetzt in diesem Moment? Und welche schon eine ganze Zeit?

Hier kommen wir schon zur ersten Funktion von Krankheit. Manche von Ihnen sind vielleicht bisher, davon ausgegangen, dass Krankheit keine Funktion hat sondern einfach Pech oder Zufall ist. Oder eine Strafe ?

Wenn Sie sich Ihrem Körper einmal liebvoll und mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit zuwenden, wenn Sie tief durchatmen und hinspüren, werden sie Signale entdecken die ihr Körper gibt. Es zwickt, sticht, drückt vielleicht immer wieder an einer Stelle. Der Rücken tut immer wieder weh oder die Brust.

Wie gehen sie mit solchen Signalen um? Die meisten Menschen sind gewohnt solche Signale, die ja Bedürfnisse, ausgedrückt in der Sprache Ihres Körpers sind zu ignorieren. Wir tun das weil wir es so gelernt haben. Ich behaupte jeder von Ihnen hat in der frühen Kindheit gelernt, Schmerzen Ängste und andere Gefühle zu ignorieren. Wer von Ihnen hat in der Kindheit etwas anderes gehört als: Du brauchst keine Angst zu haben, es tut ja gar nicht mehr weh usw. Kinder passen sich auf eine Weise an, dass sie solche Dinge dann herunterschlucken, sie sich verkneifen.

Was soll der Körper tun, was soll die Seele tun, wenn die kundgetanen Bedürfnisse nicht gehört werden? Wenn Sie heute etwas ignorieren, z.B. Eine Rechnung nicht bezahlen wird dann durch Ihre Untätigkeit das Problem gelöst?

So wie wir gelernt haben Signale zu ignorieren tendieren wir meistens im zweiten Schritt, nämlich wenn die Symptome hartnäckig bleiben dazu in die Apotheke zu gehen und uns Tabletten zu kaufen. Das Signal soll verschwinden. Oder wir gehen zu Arzt. Der soll das dann wegmachen, was wir nicht haben wollen. Am besten rausschneiden wenn`s geht. Hoher Blutdruck ? Am besten blutdrucksenkende Medikamente und dann weitergelebt wie bisher.

Diese Art des Umgangs mit Krankheit hat aber einen wesentlichen Nachteil. Ich behebe damit ja nicht den Grund der Störung sondern ich unterdrücke das Symptom. Wenn Sie eine Alarmanlage haben, was tun sie wenn die losgeht? Rufen Sie den Elektriker und bitten ihn die Anlage auszubauen oder abzuschalten? Sicher nicht, weil sie den Sinn dieses Alarmsignals verstanden haben. Krankheitsentstehung auf dieses Bild übertragen würde bedeuten. Alarmanlage blinkt und hupt. Ich versuche sie zu ignorieren, wegzuhören, wenn das nicht mehr geht schaltet der Elektriker sie ab oder baut sie aus und ich komme gar nicht auf die Idee, das die Anlage deshalb so laut getönt hat, weil mein Safe gerade ausgeräumt wird und ich jetzt nicht nur ärmer sondern für die Zukunft noch schlechter dann bin. Weil ich keinen funktionierenden Schutz mehr habe.

An diesem Beispiel wirkt das grotesk aber genauso gehen die meisten Menschen mit Signalen Ihres Körpers um.

Noch mal wie ist diese Art unseren Körper und unsere Emotionen zu unterdrücken entstanden. Ich behaupte, dass niemand hier als Kind bedingungslos geliebt wurde. Das ist kein Vorwurf an die Eltern. Ich selbst habe 3 Kinder und habe es nicht anders gemacht. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Liebe an Bedingungen geknüpft ist. Als Kinder leben wir unsere Emotionen unmittelbar. Angst, Wut, Schmerz, Trauer, Abneigung, Zuneigung, Freude usw. Wir sagen was wir denken und zeigen was wir fühlen. Wurden wir in unserer Kindheit darin bestätigt, dass unsere Gefühle erwünscht und richtig sind. Haben wir als Eltern unsere Kinder mit all Ihren Emotionen angenommen? Bei Mädchen ist es trotz allen Wandels noch heute so, dass vor allem Wut und Aggression unterdrückt werden. Wenn Du brav bist und ordentlich und fleißig, dann hat Mama und Papa dich lieb. Bei Jungen werden auch heute noch Äußerungen von Angst, Schmerz Trauer abgelehnt. Du bist doch schon ein großer Junge. Lern was, damit Du was wirst. Die Seele des Kindes kommt zu dem Schluss, dass Sie noch nichts ist, erst noch werden muss und wir versuchen uns zeitlebens anzustrengen um endlich etwas zu werden. Oft bis hin zum Herzinfarkt. Der Gedanke, der dahinter steht ist: So wie ich bin, bin ich nicht liebenswert. Wir haben gelernt unsere Emotionen herunterzuschlucken, manchmal bis hin zum Magengeschwür. Das passiert, wenn unser Magen von uns armen Schluckern ständig mit Angst, Wut usw. gefüttert wird sie aber nicht verdauen kann. Er verdaut sich schließlich selbst.

Wir haben manchmal die Nase so voll, dass unsere Nasennebenhöhlen sich entzünden und verstopft sind.

Unsere Zähne können verkümmern, wackelig werden weil wir uns verbieten Biss zu zeigen uns auch mal durch zu beißen. Zähneknirschen nachts ist auch so ein Symptom, ein Signal. Durchfall- wir haben einfach Schiss.

Patienten fragen mich manchmal: Herr Doktor, glauben Sie dass, das was ich habe psychisch oder körperlich ist. Womit sie oft meinen, wenn es psychisch sei bilden Sie es sich nur ein und wenn es körperlich ist dann ist es sozusagen echt.

Diese Trennung kann es aber gar nicht geben. Unser psychischer Körper, unser Seelenkörper und unser Mentalkörper sind eine Einheit. Es kann aber sehr wohl sein, dass die Signale eher in unserem Denken unserem Fühlen oder sichtbar an oder in unserem Körper in Erscheinung treten. Ein Bandscheibenvorfall ist nicht allein eine mechanische Sache. Patienten sagen oft sie hätten zuviel oder zuwenig gearbeitet. Nun bekommt bei gleicher Arbeit nur mancher einen Bandscheibenvorfall, genauso bekommt ihn auch nicht jeder Schreibtischtäter. Wenn wir krank geworden sind, fragen wir häufig warum gerade ich? Sinnvoller wäre zunächst zu fragen warum gerade dort. Warum ist es gerade der Rücken, das Herz, der Magen, die Schilddrüse, die Haut? Was wird mir hier von meinem Körper signalisiert? Was fehlt ihm? Ärzte fragen Patienten was fehlt Ihnen. Ich frage meistens noch: oder was haben sie zuviel?

Was ist aber nun der Sinn von Krankheit?

Wir haben schon verstanden, dass Krankheitssymptome als Aufwecker fungieren. Hallo, hier tut`s weh bitte schau nach was hier los ist. Kümmere dich bitte drum.

Zweitens zwingt uns Krankheit oft in die Horizontale. Wenn wir gezwungen sind uns hinzulegen ist es nicht mehr so leicht die Signale zu ignorieren. Wir gehen aber auch von der Kopflastigkeit in eine andere Ebene. Wenn wir liegen tragen wir unseren Kopf nicht mehr so hoch. Unsere Wahrnehmung verändert sich dadurch. Ich akzeptiere z.B das mein Körper jetzt Ruhe braucht. Haben sie sich schon mal einen ganzen Tag damit beschäftigt auf Ihren Körper zu hören und ihm das zu geben was er braucht? Der Körper zeigt uns was ihm wohl tut. Unsere Haut z.B ein 20 kg schweres Organ mit unzähligen Rezeptoren braucht Zärtlichkeit, liebevolle Umarmung. Wie oft geben Sie Ihr das?

Wenn wir im Bett liegen (man sagt ans Bett gefesselt sein, weil wir es ja selten freiwillig tun) sind wir gezwungen unserem Körper Ruhe und Erholung zu geben. Die damit verbundene Hilflosigkeit, lässt uns aber noch eine weitere Erfahrung machen. Nämlich, dass wir nicht alleine können. Das wir nicht unabhängig sind. Wir erfahren ganz bewusst auf andere angewiesen zu sein.

Das ist eine sehr wichtige Erfahrung. Viele Menschen glauben niemanden zu brauchen, alleine existieren zu können. Die steigende Anzahl von Singlehaushalten spricht davon beredt Zeugnis. Niemand kann alleine existieren. Wir sind immer teil einer Gemeinschaft. Wir können nicht einmal Kaffe trinken ohne das tausende von Menschen daran beteiligt sind. Unabhängigkeit ist ein kosmischer Witz. Viele Menschen leben aber in dieser Illusion von Trennung. Und so kommt es, dass unser Körper uns diese Erfahrung machen lässt. Krebs ist letztlich die Erfahrung, dass Zellen für sich anfangen zu wachsen, anderen Zellen die Nahrung wegnehmen und Zellen und damit Organe einengen und verdrängen. Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass Krebs in den westlichen Industrienationen so häufig ist. Was bedeutet es wenn einzelne Zellen in unserem Körper plötzlich glauben, dieser Körper wäre nur für sie da, die Anderen gingen sie nichts an. Wenn diese Zellen anfangen die Grenzen der anderen ohne Rücksicht zu überschreiten? Ich unterstelle bei dieser Betrachtungsweise einer Körperzelle die Fähigkeit zu intelligentem Handeln. Sicher, weil ich weiß wie intelligent jede einzelne Zelle unseres Körpers sein muss, damit dieses Wunderwerk von Körper überhaupt als Einheit in so einer Kompliziertheit sich überhaupt bilden und funktionieren kann. Wir alle sind ja letztlich aus der Verschmelzung zweier Zellen entstanden. Und die müssen genau wissen was Sie tun, damit daraus ein Mensch entstehen kann. Ihr Körper weiß genau was er tut. Und er tut mit allem was er tut etwas Sinnvolles. Aber wieso kann Leid, Krankheit sinnvoll sein? Sinnvoll ist es nur dann, wenn ich mich der Möglichkeit der Sinnhaftigkeit erst einmal öffne. Ein Sinn und damit auch die Möglichkeit der Heilung bleiben mir verschlossen wenn ich eine Sinnhaftigkeit gar nicht in Betracht ziehe. Glaube versetzt Berge, sagt man. Ein sehr hohes Ziel an dem wir meistens Scheitern werden. Ich habe noch keine Berge versetzt. Positives Denken und manche Heilslehren wollen und glauben machen, dass wir alles erreichen können wenn wir es nur wollen. Ich bin ein Meter neunundachtzig groß und ich kann mich weder durch meinen Glauben, noch durch mein Denken größer machen. Ich kann mir auch nicht vorstellen ewig zu leben oder niemals krank zu werden. Egal wie sehr ich meditiere oder was ich sonst tue. Menschen werden durch solche überzogenen Vorstellungen immer Scheitern und sich dann lieber auf das sichere Terrain des gewohnten zurückbegeben. Das ist ein psychischer Mechanismus der so funktioniert: Ich stelle mir eine Aufgabe, die unlösbar ist und an der ich Scheitern muss. Das gibt mir ein unangenehmes Gefühl, dass ich nicht mehr spüre wenn ich wieder zu meinem gewohnten Denken und Handeln zurückkehre. Ich habe die Beruhigung erfahren, dass das veränderte verhalten sowieso nicht funktioniert. Ich also gar nichts ändern kann, also auch nicht muss. Deshalb halte ich positives Denken für gefährlich.

Der Weg der mich zur Heilung führt ist ein anderer. Der erste Schritt ist es anzuerkennen was ist. Ich habe einen Bandscheibenschaden, einen Herzinfarkt oder Krebs und ich sage ja dazu. Wieso Ja ? Weil es so ist. Ich stell mich der Realität. Das Anerkennen dessen was ist hat schon etwas Heilsames. Als Alkoholiker kann ich erst meine Alkoholsucht in etwas anderes verwandeln, wenn ich mir mir eingestehe, dass ich zuviel trinke. Sie werden selbst erleben was das mit Ihnen macht. Es geht hier um ein liebevolles Annehmen um ein verstehendes Annehmen. Es geht nicht um Schuld oder Vorwurf. Schuld und Vorwurf, spüren sie bitte selbst bei sich nach ob das stimmt was ich sage, machen nicht gesund sondern krank. Liebevolles Annehmen ist ein Schritt mit meinem Körper mit meiner Krankheit in Frieden zu kommen.

Patienten, die zu mir in meine Praxis kommen, haben oft schon einen langen Weg mit ihrer Krankheit hinter sich. Sie waren manchmal schon bei vielen Ärzten, bei vielen Spezialisten. Ich nenne sie dann liebevoll Kapazitätenkiller.

Meine erste Arbeit in diesen Fällen ist zu fragen warum Ihnen keiner helfen konnte. Es sind ja gute Ärzte und Therapeuten bei denen sie gewesen sind. Ich behaupte die Ursache liegt am wenigsten bei den anderen, im Außen, sondern im Innen bei Ihnen selbst. Alles was diese Patienten erlebt haben, was Ihnen widerfährt haben sie selbst kreiert. Wir sind unsere eigenen Schöpfer. Das widerspricht radikal einem Glaubenssatz, der mächtig unser gesamtes Erleben bestimmt. Wir sind nämlich viel eher geneigt uns als Opfer zu sehen. Was haben wir denn damit zu tun, dass uns dies oder jenes widerfährt? Ich behaupte, dass wir vielmehr Täter sind, als wir uns eingestehen wollen. Täter in dem Sinne, dass wir etwas dazu getan haben wie es uns heute geht. Ich frage noch einmal, wie viel Liebe, Lust, Genus, Freude geben wir uns, wie gut sind wir zu uns? Andersherum, wie viel unterdrückte Emotionen, Selbstverurteilungen, Ablehnung muten wir unserem Körper und unserer Seele zu? Wir sind die Schöpfer unseres Lebens, wir haben es durch unser Tun, durch unser Denken genauso erschaffen wie es jetzt ist. Das bedeutet aber vor allem, dass wir nicht ohnmächtige Opfer sind, sondern mächtige Schöpfer. Wir haben uns unsere Krankheit erschaffen und wir haben auch die Macht uns unserer Heilung zu erschaffen. Wir sind selbst verantwortlich für alles Angenehme und unangenehme was uns geschieht. Alles was uns im Leben geschieht will angenommen werden. Es liegt in unsere Menschlichkeit begründet, dass wir nicht immer sofort verstehen, warum diese oder jene Erfahrung jetzt gerade in unser Leben tritt. Gerade unangenehme Dinge begreifen wir erst Jahre später als notwendige Erfahrung für unsere Entwicklung. Bejahendes fühlen aber führt einzig und allein zur Verwandlung. Wir können nichts loswerden, nichts kann sich im Leben auflösen oder verschwinden. Letztlich besteht alles was ist aus Energie. Wir können diese Energien eine Zeitlang ignorieren, unterdrücken aber nicht loswerden. Wir können sie aber verwandeln. Annahme ist der erste Schritt zur Verwandlung.

Klassische Homöopathie mit einem einzigen Mittel, gewählt aufgrund des von Hahnemann gefundenen Ähnlichkeitsgesetzes, führt zu so einer Verwandlung. Hahnemann glaubte noch, die daniederliegende Lebensenergie durch Gabe des Simile zu heben. Wir wissen heute, das Energie sich nur wandeln kann und wir sie weder heben noch senken können. Wir können aber mit homöopathischen Mitteln die Richtung beeinflussen in die diese Energien fließen. Wenn sie im Einklang mit dem Leben, der Natur, den kosmischen Gesetzen ist werden wir heil. Das Wort heil bedeutet ganz, vollständig. Letztlich ist dies nichts anderes als Liebe. Während der Anamnese erfährt der Patient vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben, dass jemand ihm ein oder zwei Stunden am Stück mit ganzer liebevoller Aufmerksamkeit zuhört. Dies eröffnet einen ungeheuren Raum. Nicht nur ich als Arzt erfahre etwas über diesen einzigartigen Menschen, sondern der Patient erfährt sich auch selbst als Ganzheit. Mit allem was ihn ausmacht. Seine Beschwerden, seinen Ängsten, seinen Vorlieben, Abneigungen, Unverträglichkeiten und Bedürfnissen. Hier tritt der Mensch plötzlich in den Vordergrund, als Subjekt, als einzigartige Person. Es ist immer wieder ein Erlebnis einem Menschen auf diese Weise zu begegnen. Das dann gefundene Homöopathische Mittel heilt nicht auf stofflicher Ebene. Es ist vielmehr von seiner Stofflichkeit, durch Verreibung, Verdünnung und Verschüttelung befreit

Auf der Energieebene wirksam. Für naturwissenschaftlich Denkende Menschen ist von Stofflichkeit befreite Energie nicht vorstellbar. Sie ist einfach nichts. Wer sich mit Physik beschäftigt, weiß allerdings, dass alle Materie aus Teilen besteht, die aus immer kleineren Teilen zusammengesetzt sind. Wir wissen, dass Materie aus diesen immer kleineren Untereinheiten, Moleküle, Atome, Elektronen, Quanten, Quarks usw. besteht. Besteht letztlich alles aus Nichts? Oder besteht letztlich alles aus reiner Energie? Diese Energie ist mit herkömmlichen Methoden ab einem bestimmten Punkt nicht mehr messbar. Sie ist allerdings gleichwohl erfahrbar z.B nach Gabe eines homöopathischen Mittels. Ähnliches möge mit ähnlichem geheilt werden. Hahnemann hat dieses Gesetz bewusst in der Möglichkeitsform formuliert. Obwohl die Homöopathie erstaunlich oft und auch in schweren Fällen Heilung befördern kann, wird jede Heilung egal durch was unterstützt letztlich durch den Kranken selbst verursacht. Und jede Heilung ist ein kleines Wunder. Homöopathie ist deshalb eine so tief wirkende Heilweise weil das Ähnlichkeitsgesetz nicht nur in der Homöopathie gilt, sondern ein universelles kosmisches Gesetz ist. Das wäre Thema eines eigenen Vortrags. Nur soviel sei angemerkt. Alle Schönheit, alle Logik entsteht durch Vergleich mit ähnlichem. Das unähnliche wird erst durch Ähnliches erfahrbar und umgekehrt. Denken sie darüber nach welcher Frieden auf einmal herrscht, wenn ich zu meinem schlimmsten Feind sagen kann. Ich bin Dir ähnlich, das was ich an Dir gehasst habe habe ich nur bei Dir gehasst weil ich es auch bei mir ablehne.

Eine weitere ganzheitliche Therapie ist die TCM. Die traditionelle chinesische Medizin. Es ist eine auf jahrtausendelanger Beobachtung von Vorgängen in der Natur beruhende Heilmethode, die in ihrer Ganzheit im Westen noch nicht begriffen wurde. Das äußert sich unter anderem darin, dass in der westlichen Medizin nur ein Ausschnitt, nämlich im wesentlichen Akupunktur zur Schmerzbehandlung eingesetzt wird. Traditionelle chinesische Medizin ist aber viel mehr. In der TCM macht die Akupunktur vielleicht 10 Prozent der Therapie aus. Sie besteht aus dem Verständnis von allen Lebensvorgängen und alle Maßnahmen dienen dazu den erkrankten Menschen in seiner Ganzheit zu verstehen und zu unterstützen wieder in eine gesunde Ordnung zu kommen.

Vor der Therapie steht die Diagnostik. Anhand der Zunge, des Pulses, dem Glanz der Augen, der Körperhaltung und der Beschaffenheit der Haut erkennt der chinesische Arzt den Zustand von Jin und Yang sowie von Qi und Blut nicht nur in den einzelnen Organen, sondern auch in der jeweiligen Funktion der Organe. Er kann ein Ungleichgewicht diagnostizieren und durch verschiedenste ineinander greifende Maßnahmen ausgleichen. Die TCM kennt hiefür neben Akupunktur, Ernährung, Kräutermedizin, QI-Gong, Tai-Qi und Tuina Massage.

Das was hier von chinesischer Medizin meist praktiziert wird und was die Krankenkassen bezahlen entspricht etwa dem, was sie an chinesischer Küche zu essen bekommen, wenn sie bei Mc Donalds essen gehen, wenn die ihre ChinaWochen haben.

Ein weiterer Bestandteil ganzheitlicher Therapie ist mir vor ca. 10 Jahren begegnet. Nämlich das Familienstellen. Es ist eine Therapieform, die in nur drei Jahrzehnten eine weltweite Verbreitung gefunden hat. Die Möglichkeiten des Familienstellens sind zuerst von Bert Hellinger gefunden worden. Das Wissen auf das sich diese Therapie gründet ist eigentlich uraltes Menschheitswissen. Man könnte sagen, das wir dabei sind dieses uralte Wissen, was bei vielen Naturvölkern als schamanisches Wissen zum Teil die Zeit überdauert hat bei uns im Westen gerade wieder entdeckt wird. Im Familienstellen sind alle Teile enthalten. Es ist viel mehr als eine weitere psychotherapeutische Methode oder eine Technik. Im Familienstellen finden wir das Ähnlichkeitsgesetz Hahnemanns wieder. Man wählt Stellvertreter für sich und wichtige Mitglieder seines Systems aus einer Gruppe aus und stellt diese auf. Nach dem Prinzip der stellvertretenden Wahrnehmung geben die aufgestellten Personen Informationen über den Zustand des aufgestellten Systems. In der ursprünglichen Form der Aufstellung schaut der Klient nur zu wie die Stellvertreter agieren. Sehr schnell wird sichtbar wer fehlt oder wer an einem Platz steht an dem er sich nicht wohl fühlt. Durch Umstellen und dazustellen ausgeschlossener ( vergessener ) Personen gibt es irgendwann eine Ordnung in der es allen im System gut geht.

Dieser Aspekt beinhaltet die Phänomenologie. Das ist das furchtlose (Hellinger) anschauen, dessen was sich zeigt. Es ist wie in der chinesischen Medizin einfach die genaue Beobachtung von Vorgängen die allgemein kosmisch gültig sind und das probeweise Herstellen einer Ordnung. Für Klienten kann das Familienstellen eine außerordentlich heilsame Wirkung haben.

Zuletzt möchte ich noch auf die Chirotherapie oder Osteopathie eingehen. Durch kleine Impulse werden z.B blockierte Gelenke gelöst. Diese Methode ist dann eine ganzheitliche wenn ich Ihre Prinzipien verstanden habe. Mit der Lösung der Blockierung zeige ich dem Körper eine Möglichkeit. Schau mal so fühlt sich das an, wenn der Wirbel wieder richtig steht. Der Körper kann quasi wieder die Erfahrung unblockierter Energie neu machen. Ein anderer Aspekt ist allerdings meines Erachtens noch viel wichtiger. Die Frau eines Kollegen hat es mal so formuliert. Die Patienten wollen gedrückt werden. Liebevolle körperliche Berührung beim Einrenken, bei der Massage, Reiki oder einfach beim Händegeben am Anfang und Ende einer Behandlung hat etwas Heilendes. Unser Körper sehnt sich nach liebevoller Berührung. Nach angenommen sein. Wir wünschen uns so sehr Liebe. Von anderen. Von den Eltern, vom Partner oder der Partnerin. Letztlich steht auch hinter dem Wunsch nach Annerkennung die wir uns z. B. von unserem Chef wünschen, der Wunsch geliebt zu werden.

Liebe ist aber ein Geschenk. Die Bedingung hierfür ist die Annahmen von mir selbst. Ich sorge gut für mich. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wie Dich selbst ist der meist nicht beachtete Teil. Sich selbst annehmen heißt frei von eigener Verurteilung mich selbst voll und ganz zu lieben. Mit allem auch dem was ich am liebsten nicht haben würde. Ich genieße regelmäßig. ( physischer Körper )

Drücke ich meine Emotionen aus Wut, Trauer, Ohnmacht, Freude (psychischer Körper)

Ich bitte sie nehmen Sie sich Zeit für Emotionen, die immer wieder auftreten.

Bejahendes Fühlen führt zur Verwandlung

Unterdrückung fühlt zur Steigerung. Bsp. Angst wird wenn sie immer unterdrückt wird irgendwann zur Panik.

Alles was passiert will angenommen werden, man muss nicht alles sofort verstehen: Die Voraussetzung ist, dass ich mich der Möglichkeit der Sinnhaftigkeit öffne. Bsp. Mann der aus dem Fenster fiel. Den Schluss möchte ich gerne Nelson Mandela durch einen Text anlässlich seiner Regierungsübernahme sprechen lassen

Unsere tiefste Furcht ist nicht, dass wir nicht genügen.

Unsere tiefste Furcht ist es, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.

Es ist unser Licht, das uns am meisten Angst macht

und nicht unsere Dunkelheit.

Wir stellen uns die Frage, wer bin ich,

so brillant, wunderbar, talentiert und hervorragend zu sein?

Übrigens, wie kommst du dazu, es NICHT zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.

Dich klein zu halten, dient der Welt nicht.

Dich klein zu halten,

damit die anderen um dich herum sich nicht unsicher fühlen,

das hat nichts mit Erleuchtung zu tun.

Wir sind geboren, um die Größe Gottes, der in uns lebt, zu verwirklichen.

Diese Größe ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in jedem Menschen!

Und wenn wir unser Licht leuchten lassen, dann geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis dasselbe zu tun.

Wenn wir selbst frei von Angst sind,

dann sind die Anderen durch unser Dasein auch frei.

Es ist höchste Zeit, über unseren Schatten hinauszuwachsen und uns zu erinnern, wer wir sind.

Es ist eine Befreiung, dem eigenen Tod ins Gesicht zu sehen.

Daraus erwacht die Freiheit, das Leben voll und ganz zu leben.

Jeder Zeit bereit, alles loszulassen und gerade dadurch alles zu empfangen.

Dann haben wir nichts mehr zu verlieren!

Nelson Mandela

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, wünsche Ihnen, dass sie viel heilsames hier mitgenommen haben und stehe Ihnen gerne noch für Fragen zur Verfügung

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Dr.med, Eugen Schippers, Arzt, , 55590 Meisenheim
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