Sprachtherapie versus Sprachförderung

Sprachtherapie versus Sprachförderung

Sprachtherapie versus Sprachförderung

Seit Jahrzehnten sind in Deutschland in diversen Institutionen (z.B. Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen etc.) Sprachtherapeuten tätig. Dennoch besteht in der allgemeinen Bevölkerung wenig Wissen über diesen Berufsstand, der in unserer Kommunikationsgesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen müsste. So ist zumindest die Berufsbezeichnung ?Logopäde? durchaus bekannt. Es gibt jedoch viele weitere Berufsgruppen, die sich mit den Themen Sprach-, Stimm-, Sprech- und Schluckstörungen auseinandersetzen, z.B. Diplom Sprachheilpädagogen, Atem-, Stimm- und Sprecherzieher, klinische Linguisten etc.

Arbeitsfelder Sprachtherapie

Was genau ist die Aufgabe dieser, zusammengefasst als Berufsgruppe im Folgenden Sprachtherapeuten genannt, Fachleute? ?Da werden Leute behandelt, die stottern oder lispeln.?, so eine häufige Antwort. Tatsächlich leisten Sprachtherapeuten jedoch weit mehr.

Ihre Aufgabenfelder beinhalten neben der Befunderhebung, Beratung und Therapie bei Aussprachestörungen und Störungen des Redeflusses auch Sprachentwicklungsstörungen. Dazu gehört beispielsweise ein nicht altersgerecht entwickelter Wortschatz, der gravierende Sprachverständnisstörungen zur Folge haben kann, oder auch eine unausgewogene Grammatik. In der sprachtherapeutischen Praxis werden auch Kinder behandelt, die Probleme mit der auditiven Wahrnehmung haben. Diese kleinen Patienten ?verschlucken? unbetonte Silben und/oder Wörter oder stellen diese um. Sie können Geräusche im Raum nicht orten oder wichtige Geräusche nicht von unwichtigen Geräuschen filtern. In einem Raum mit vielen Hintergrundgeräuschen (z.B. Kindergarten oder Schule), können sie der gesprochenen Sprache nicht folgen, da die Umgebungsgeräusche sich für sie als alles andere überlagernd darstellen. Sprachtherapeuten arbeiten auch eng mit Kieferorthopäden zusammen, z.B. bei Patienten, die durch ein muskuläres Ungleichgewicht im Mund-Rachenraum Zahn- oder Kieferfehlstellungen entwickelt haben. Häufig kann durch ein qualifiziertes und regelmäßig durchgeführtes Übungsprogramm eine teure ?Klammerbehandlung? verhindert werden.

Auch erwachsene Patienten profitieren von Sprachtherapie. Häufig ziehen neurologische Erkrankungen (wie z.B. Schlaganfall, Morbus Parkinson, MS, ALS etc.) eine Sprach- oder/und Schluckstörung nach sich. Menschen, die immer häufiger noch mitten im (Berufs-) Leben stehen, Familie haben und beruflich engagiert sind, sind durch eine der o.g. Erkrankungen plötzlich nicht mehr in der Lage, das gesprochene Wort zu verstehen, sich ihrer Umwelt durch Sprache mitzuteilen oder gar ihre Nahrung selbständig zu sich zu nehmen. Versuchen Sie sich nur ein oder zwei Stunden vorzustellen, in denen Sie Ihrer Sprache beraubt sind, oder einen Tag, an dem Sie sich nicht getrauen, zu essen oder zu trinken aus Angst, sich lebensgefährlich zu ?verschlucken?. Unvorstellbar? Und doch leben wir alle tagtäglich mit dem Risiko, einen dieser Schicksalsschläge ? als Patient oder Angehöriger- zu erleiden.

Sprachstörungen und ihre Folgen

Sprache stellt in einer Kommunikationsgesellschaft das wichtigste Gut dar, an dem alle Menschen selbstverständlich teilhaben sollten. Sie ist jedoch auch ein sehr kompliziertes und, wie bereits beschrieben, störanfälliges System.

Werden Sprachstörungen im Kindesalter nicht oder zu spät erkannt und qualifiziert behandelt, so ziehen sie häufig mannigfaltige Folgeprobleme (soziale Ausgrenzung, Aggressivität, fächerübergreifende schulische Probleme, niedrige Schulabschlüsse, Probleme im Berufsleben) nach sich. Die Nicht- oder Fehlbehandlung erwachsener Patienten verhindert eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft und in das Berufsleben. Auch hier stellen soziale Isolation und Depression eine große Gefahr dar.

Sprachförderung

?Sprachförderung bereits im Kindergartenalter!? So die häufig geäußerte Forderung in den Zeiten nach Bekanntwerden der desaströsen Pisa-Ergebnisse.

Worin besteht der Unterschied zur Sprachtherapie? Sprachförderung soll als allgemeine, fördernde Maßnahme von Erzieherinnen in den Kindergärten durchgeführt werden. Es werden Sprachförderprogramme (z.B. Kon-lab) und die dazugehörenden einführenden Seminare organisiert und finanziert. Und dann? In den meisten Fällen zieht der Kindergartenalltag ein; mit Hektik und riesigem Arbeitspensum in zu großen Gruppengrößen, Vertretungen z.B. im Krankheitsfall, zeitintensiven ?Problemkindern? in der Gruppe etc.. Sprachförderung kann häufig nur begleitend oder im ?Gießkannenprinzip? durchgeführt werden.

Leider entsteht durch das Schlagwort ?Sprachförderung? oftmals eine trügerische Sicherheit seitens der Eltern. Ihr Kind ist ja in guten Händen, der Kindergarten fördert diesen wichtigen Bereich, da werden ja keine Störungen auftreten. Oder? Zweifel sind gerechtfertigt! Sprachförderprogramme und Sprachstandserhebungen im Kindergarten richten sich nicht an sprachauffällige Kinder im medizinischen Sinne. Erzieherinnen erhalten zwar eine Zusatzqualifikation, die im Vergleich zur Logopädenausbildung oder dem Studium der Sprachheilpädagogik hinsichtlich zeitlichem und inhaltlichem Aufwand durchaus als Crashkurs zu bezeichnen sind. Sie stellen ?nur? eine allgemeine Fördermaßnahme dar. (Auch diese darf natürlich nicht unterschätzt werden. Gerade für Kinder mit Migrationshintergrund stellt der Kindergarten häufig den ersten Kontakt mit der deutschen Sprache dar!) Sprachgestörte oder sprachbehinderte Kinder werden häufig ?mitgezogen?, eine frühzeitige Diagnose wird schlimmstenfalls verschleppt.

Fachlich qualifizierte Sprachüberprüfung und -förderung

Betrachtet man Sprache und funktionierende Kommunikation in ihrer Wichtigkeit und zugleich immanenten Komplexität wird deutlich, dass hier qualifiziertes und fachlich versiertes Personal benötigt wird. Sprachtherapeuten, ob Logopäden, Diplom- Sprachheilpädagogen, klinische Linguisten etc., sollten in Einrichtungen wie Kindergärten, Horten, Schulen, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen jederzeit zur Verfügung stehen, um lebensentscheidende Diagnosen stellen und bei Bedarf qualifizierte Förderung und/ oder Therapie durchführen zu können.

Delfin 4

Delfin 4 brachte neue Hoffnungen und Befürchtungen. Alle 4-jährigen wurden zur Sprachüberprüfung gebeten. Das Testverfahren ist aus sprachwissenschaftlicher Sicht durchaus als gut durchdacht zu bezeichnen. Die Durchführung blieb jedoch in vielen Fällen schwierig. Die kleinen Prüflinge hatten häufig ganz andere Interessen, als die im Eilverfahren als Testleiter herangezogenen Lehrer. So scheuten auch sprachlich gewandte Kinder die Testsituation und erzielten mitunter Ergebnisse, die nicht im Verhältnis zu ihren tatsächlichen Fähigkeiten stehen.

Begrüßenswert ist die flächendeckende Überprüfung dennoch, zeigen sich so ungeschminkt die oftmals defizitären Leistungen der Kleinsten. Da die Testung nicht von Therapeuten durchgeführt wird, kann es sich nachweislich nicht um ein hausgemachtes Problem handeln. In der Vergangenheit hatte die Berufsgruppe der Sprachtherapeuten oftmals eine Sprachüberprüfung in Kindergärten angeboten. Da jedoch befürchtet wurde, diese wollten sich durch Überprüfungen nur ein neues Klientel rekrutieren, wurden diese Angebote abgewiesen.

Nun steht nicht nur das Land NRW ratlos vor den erzielten Fakten und man darf fragen: Und jetzt? Wer stellt fachlich fundiert fest, worum es sich bei den "Sprachproblemen" der einzelnen Kinder handelt? Schüchternheit? Mangelnde Sprachvorbilder? Therapeutisch zu behandelnde Sprachstörungen? Organisch, kognitiv, entwicklungs- bedingte Sprachstörungen?

Alle auffällig gewordenen Kinder in Sprachfördermaßnahmen zu stecken kann nicht der richtige Ansatz sein. Viele würden aus solchen Aktivitäten keinerlei Nutzen ziehen können! Wichtige Entwicklungszeit zieht ins Land, bis weitere Maßnahmen eingeleitet werden können.

Es gibt durchaus fachlich versierte Berufsgruppen in Deutschland, die das Know-How aus den Bereichen Sprachwissenschaft, Linguistik, Psychologie, Medizin, Pädagogik anzuwenden bereit und in der Lage sind.

Gern stehen wir für Ihre Fragen bereit! Wir freuen uns auf SIe!

Weitere Informationen:
http://www.sprachtherapeuten-online.de

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Janina Scholz, Dipl. Sprachheilpädagogin; psychologische Lebensberaterin, Personal Coach, Sprachtherapeutische Gemeinschaftspraxis, 50765 Köln
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Janina Scholz Dipl Sprachheilpädagogin psychologische Lebensberaterin Personal Coach  Sprachtherapeutische Gemeinschaftspraxis 50765 Köln Janina Scholz, Dipl. Sprachheilpädagogin; psychologische Lebensberaterin, Personal Coach,
Sprachtherapeutische Gemeinschaftspraxis, 50765 Köln
http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/logopaedie-koeln-janina-scholz.html

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