Schüchternheit - Soziale Phobie

Schüchternheit - Soziale Phobie

Schüchternheit: Die Angst, die zu Isolation und Krankheit führt

Schüchternheit ? ein weltweites Phänomen, das viel zu wenig Beachtung findet, weil sich die Betroffenen zurückziehen und stumm leiden. Doch Angst- und Panikstörungen gehören in der Allgemeinbevölkerung zu den häufigsten psychischen Störungen.

Schüchterne sind angenehme Zeitgenossen, denn sie sind höflich, zuvorkommend und rücksichtsvoll. Sie erbringen durch ihren Perfektionismus meist gute oder gar sehr Leistungen und drängen sich nicht in den Mittelpunkt. Sie sind weder aufdringlich noch streitsüchtig.

Doch wie sieht das ein Betroffener?

Die Angst, mit fremden Menschen in Kontakt zu treten und in größeren Runden kommunizieren oder gar etwas präsentieren zu müssen, sitzt tief und lähmt das soziale Verhalten. Häufig fürchten ängstliche Personen, etwas Lächerliches zu sagen, beim Antworten zu stottern oder gar nichts sagen zu können. Soziales Beisammensein unter Fremden wird daher zur Qual. Der Schüchterne hat noch dazu die Befürchtung, dass andere ihn ständig beobachten und bewerten oder sich sogar insgeheim über ihn lustig machen könnten. Dabei ist diese Furcht ? objektiv betrachtet ? nicht begründet, da Schüchterne meist weder hässlich noch dumm sind.

Die Folgen aus diesem ängstlichen und zurückgezogenen Verhalten sind nicht selten Arbeitslosigkeit oder niedrig bezahlte Jobs, Einsamkeit, da sich das Kennenlernen von Lebenspartnern als schwierig erweist und letztlich nicht selten Krankheit, da häufige Angstzustände, Unzufriedenheit und soziales Ausgestoßensein nicht spurlos an einem vorübergehen können. In mehr als zwei von drei Fällen kommt es gleichzeitig zum Auftreten weiterer psychischer Probleme wie andere Phobien (z.B. Agoraphobie), Alkoholmissbrauch oder ?abhän­gigkeit sowie depressive Störungen.

Woher kommt diese Angst?

Schüchternheit entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren: genetische, psychodynamische und neurobiologische Einflüsse, aber auch Lernprozesse.

Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass die Wahrscheinlichkeit, schüchtern zu werden, erheblich höher ist, wenn man Eltern hat, die selbst schon unter einer Sozialen Phobie oder anderen neurotischen Störungen gelitten haben. Auch reines Imitieren elterlichen Verhaltens spielt ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Rolle für das eigene Verhalten. Traumatische Kindheitserfahrungen, wie z.B. sexueller Missbrauch, Gewalt oder Alkoholabhängigkeit eines Elternteils, zeigen dagegen erstaunlicherweise keine bedeutende statistische Häufung, auch wenn die Zahlen auf ein leicht erhöhtes Risiko, an sozialer Angststörung zu erkranken, hindeuten. Lediglich eine frühere länger andauernde Trennung von Vater und/oder Mutter erhöht als einziger Umweltfaktor dieses Risiko um ein Dreifaches. Insgesamt berichten Sozialphobiker aber häufiger von belastenden Ereignissen in der Kindheit sowie von Eltern, die sich abweisend verhielten, ihnen zu wenig Liebe und Geborgenheit gaben oder einen überbehütenden Erziehungsstil praktizierten.

Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Schüchternheit mit neurobiologischen und neurochemischen Veränderungen des Gehirns zusammenhängt, ist einerseits für Eltern möglicherweise entlastend, auf der anderen Seite für Betroffene wohl eher ernüchternd. Ist hierauf überhaupt Einfluss zu nehmen oder muss man sich mit seinem Schicksal abfinden? Die gute Nachricht ist: Sie können ? und tun dies unbewusst jeden Tag ? Ihre Gene und neurobiologischen bzw. neurochemischen Prozesse beeinflussen! Allerdings sollten Sie als schüchterner Mensch in einer angstreduzierenden und selbstwertstärkenden Weise eingreifen und sich nicht noch weiter durch Rückzug und hinderliche Gedanken beeinträchtigen!

Was genau ist bei ängstlichen Menschen im Gehirn verändert?

Es scheint eine Disbalance zwischen zwei Hormonsystemen zu existieren. Der Dopamin- und Serotoninhaushalt ist nach neuesten Untersuchungen bei Schüchternen nicht ausgeglichen, d.h. sehr vereinfacht ausgedrückt, es gibt zu wenige Glückshormone und zu viele Angst auslösende Hormone in Bezug auf das Sozialverhalten. Schüchterne übertreiben dadurch in ihren Befürchtungen, was die Häufigkeit und das Ausmaß an problematischen Folgen einer misslungenen zwischenmenschlichen Interaktion angeht.

Zu allem Überfluss beschäftigt sich auch ihr Gehirn noch extrem mit negativen Vorstellungen, blendet positive Erfahrungen oder Gedanken weitestgehend aus und speichert überwiegend Negatives.

Wie sieht der Weg aus dieser Negativ-Spirale aus?

1. Werden Sie aktiv und sprechen Sie über Ihr Leiden! Besuchen sie informierende Kurse zu diesem Themenkreis, treten Sie einer Selbsthilfegruppe bei oder holen Sie sich professionelle Unterstützung bei Psychologen, Psychiatern oder Psychotherapeuten!

2. Unternehmen Sie gezielt etwas gegen Ihre Angst! Machen Sie sich einen Handlungsplan (ggf. mit externer Unterstützung), der sie ?zwingt?, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, zu kommunizieren und Beziehungen aufrecht zu erhalten. Ersetzen Sie ihre negativen Gedanken und Selbsteinschätzungen durch positive und realistische. Holen Sie sich Feedback von anderen ein und äußern Sie auch mal Ihre Meinung!

3. Unterlassen Sie alles, was abhängig macht! Weder übermäßiges Essen noch Alkohol oder Tabletten bringen Sie Ihrem Ziel, geschätzt und geliebt zu werden und ein freudvolleres Leben zu führen, näher.

Nur das kontinuierliche Arbeiten an sich selbst kann Schüchterne erfolgreich aus ihrer Selbstblockade befreien! Anzuraten ist dabei eine professionelle Begleitung durch einen Psychotherapeuten.

Verfasser und Verantwortlich für den Inhalt:
Martina Gessner, Dipl.-Psych., Heilpraktikerin (Psychotherapie), Coach, Trainerin, Beraterin, Move and Grow, 85604 Zorneding
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Martina Gessner Dipl-Psych Heilpraktikerin Psychotherapie Coach Trainerin Beraterin  Move and Grow 85604 Zorneding Martina Gessner, Dipl.-Psych., Heilpraktikerin (Psychotherapie), Coach, Trainerin, Beraterin,
Move and Grow, 85604 Zorneding
http://www.therapeutenfinder.com/therapeuten/gespraechstherapie-zorneding-martina-gessner.html

Kommentare zu diesem Artikel

Nina Schröder schrieb am 30.06.08 dazu:

Guten Tag!
Ich freue mich sehr darüber, dass es auch andere gibt, denen es so geht wie mir! Und es ist sehr erfreulich, dass man sich dafür interessiert und es neben Therapien auch noch Selbsthilfegruppen und Forums gibt. Ich bin schon seit längeren in einer Therapie.. Aber ich würde auch gerne zu einer Selbsthilfegruppe gehen! Nur das Problem ist, dass ich hier in Hamburg keine finde! Also wenn mir jemand bei meinem Prroblem helfen könnte, würde ich mich sehr darüber freuen!

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