Sag niemals nie!

Sag niemals nie!

"Ab morgen bin ich Nichtraucher", "Ich gehe jeden Tag mindestens eine Stunde laufen", Ich nehme nächstes Jahr zwanzig Kilo oder mehr ab" "Nie wieder Kuchen" - die meisten Meineide werden wohl am 31. Dezember jeden Jahres geschworen. Und am 1. Jänner gleich wieder gebrochen. Das liegt aber nicht an Silvester, das liegt an dieser speziellen Art der Vorsatzbildung.

Wie fühlen Sie sich denn beim Lesen folgender Sätze:

"Nie wieder Schokolade"

"Ab sofort bin ich eisern und diszipliniert"

"Jeden Tag Sport" (am besten gleich zwei oder drei Stunden....)

"Jeden Samstag muss die Waage ein halbes Kilo weniger anzeigen als am Samstag davor"

"Es gibt nur mehr Naturschnitzel, keine panierten Schnitzel mehr" "Ab sofort nur mehr Schinken statt Salami"

"Der Sonntagskuchen ist gestrichen"

Es gibt unter denStudien zum Thema "Selbstkontrolle" eine, die besonders beeindruckende Ergebnisse liefert: In einem US - Amerikanischen College wurden Studentinnen in zwei Gruppen eingeteilt.Die einen waren "gezügelte Esser" - also Menschen, die jede Kalorie auf die Waagschale werfen, die zweite Gruppe "spontane Esser" - also Essen vorwiegend nach Hunger- und Sättigungsgefühl. Beide Gruppenerhielten einen oder zwei Milchshakes als "Vorspeise" und anschließend durften sie nach Belieben Eis essen. Die "spontanen Esser" nahmen entsprechend der Menge Milchshakes, die sie vorher erhalten hatten, weniger Eis zu sich; die "gezügelten Esser" wesentlich mehr,nach dem Motto "jetzt is´ eh scho wurscht". Kommt Ihnen das auch bekannt vor? Man bemüht sich, achtet auf jedes Detail und bei der kleinsten Überschreitung der selbstgesetzten Grenzen fällt das ganze "Kontrollgebäude" in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

Was tun? Ungezügelt weiter essen bis zum Platzen? Selbstverständlich nicht. Es gibt neben der so genannte "rigiden Selbstkontrolle" (alles, was die Worte "nie wieder", "Ab sofort", "für immer" usw. beinhaltet) noch eine zweite Möglichkeit, sich selbst zu beobachten und Vorsätze zu fassen: die "flexible Selbstkontrolle".

Bei dieser Art werden ganz konkrete Vorsätze auf einen bestimmten, eher kurzen, Zeitraum gefasst und behutsam formuliert. Wenn jemand zum Beispiel täglich eine Semmel mit 7 dkg Salami (und Butter darunter) isst, kann er / sie sich folgenden Vorsatz überlegen: "Ich versuche, nächste Woche nur 5 Salamisemmeln zu essen". Das Wort "versuche" lässt eine Hintertür offen und reduziert so den Druck, der ausgeübt wird. Obendrein sind die heißgeliebten Salamisemmeln ja nicht verboten und die Reduktion erfolgt auch (vorerst) nur für eine Woche. Der Druck ist also relativ erträglich. Zur Kontrolle empfiehlt es sich zum Beispiel eine "Stricherlliste" zu führen, jede Semmel wird eingetragen. Und je näher man am Ende der Woche dann dem Ziel ist (es waren tatsächlich 5 oder gar nur vier - oder aber es waren 6 - eine weniger als sonst, etwa 700 kcal weniger als sonst!), desto höher das Erfolgsgefühl, das wiederum die Motivation und das Durchhaltevermögen steigert. Noch besser wirkt es, wenn Sie sich dafür auch noch sofort belohnen. In der Woche darauf könnte es dann noch eine Semmel weniger sein, oder keine Butter darunter mehr oder nur mehr 5 dkg Salami oder Schinken statt Salami - unterschätzen Sie diese Erfolge nicht, vor allem, wenn es auf diese Weise ja doch gelingt, die Essgewohnheiten ("Ernährung" ist reine Vernunftsache, wir wollen aber "essen", oder?) langfristig in die richtige Richtung zu ändern. Was zählt, ist nicht die möglichst rasche Gewichtsreduktion, was zählt, ist eine Reduktion, die ab einem gesunden Zielgewicht dann auch ein Leben lang gehalten werden kann - glauben Sie mir: das ist eine weitere Herausforderung!

Druck erzeugt nicht nur in der Physik Gegendruck! Je höher das Ausmaß an "Selbstdisziplin" ist, desto störungsanfälliger ist es auch. Die Folgen? Schwanken zwischen Kasteiung und Essanfällen, Selbstvorwürfe, das Gefühl der "Willensschwäche", sinkendes Selbstvertrauen, sinkendes Selbstwertgefühl (als ob dieses nicht sowieso schon oft genug im berühmten "Keller" wäre!), sinkende Motivation und ein Misserfolg mehr. Ein Misserfolg, den wir aber verhindern könnten, wenn wir uns die Latte etwas niedriger legen. Massive Eingriffe in langjährige Lebensgewohnheiten wie zum Beispiel Essen, die sich ja aus irgendwelchen triftigen Gründen etabliert haben, erzeugen unbewussten Widerstand und rufen Gegenregulationen hervor. Je stärker der Druck, den man auf sich selber ausübt, desto heftiger die Gegenregulation. Sowohl bei angenehmen Anlässen (Grillfeste, Weihnachten, Geburtstage...!) als auch bei den vielen kleinen oder auch nicht so kleinen Unannehmlichkeiten - kaum greift man einmal (ausnahmsweise) in die Schoko-Lade, ist auch schon eine ganze Tafel weg - und die Suche nach der nächsten Tafel beginnt. Weil´s eh schon wurscht is. Weil es aber nicht "wurscht" ist, ob jemand 50 kcal Schokolade mit Genuss isst oder 500 kcal auf einen Sitz (noch dazu mit schlechtem Gewissen) verschlingt, zahlt es sich aus, seine Selbstkontrolle etwas flexibler zu gestalten!

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