Dialog mit inneren Bildern nach C. Hunou

Dialog mit inneren Bildern nach C. Hunou

Stand: 02.04.2015

?Dialog mit inneren Bildern? erlaubt uns ?in Vitro? zu üben?

Was sind innere Bilder?

Innere Bilder kommen aus unserem Unterbewusstsein. Wenn wir uns in der Tiefenentspannung eine ehemalige Situation vorstellen, sind gleich alle Informationen in dieser Vorstellung enthalten: die Gefühle, die dazugehörigen Körperwahrnehmungen, die dazugehörigen Gedanken und Erinnerungen und die dazugehörigen Impulse. Genau das können wir uns im ?Dialog mit inneren Bildern? zunutze machen.

Erkenntnis aus der Wissenschaft?

Die inneren Bilder sind durch unsere bisherigen Erfahrungen entstanden und sind in unserem Gehirn gespeichert. Das Gehirn macht keinen Unterschied, ob eine Erfahrung in der Innenwelt oder in der Außenwelt gemacht wird, denn wir sehen nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn (siehe Film: ?What the Bleep do we know?). Machen wir eine neue Lebenserfahrung, verändern sich unsere inneren Bilder und die neuronalen Wege im Gehirn, sprich unser Verhalten aber auch die Information in den Zellen.

Wenn wir durch ?Vorsagen? ein Bild verändern, passiert innerlich keine Veränderung im Gehirn. Wenn wir etwas tun, ohne das Gefühl vorher anzunehmen, passiert auch keine Veränderung. Die inneren Bilder verändern sich zwar aber nicht die neuronalen Wege im Gehirn. Eine Lebenserfahrung, die etwas im Gehirn bewirkt, beinhaltet eine Situation, ein zugelassenes intensives Gefühl, eine Körperwahrnehmung, eine Emotion und einen Impuls, der ausgedrückt wird und eine Reaktion unseres Gegenübers. Wenn dies passiert, dann geschieht ganz tief in uns eine grundsätzliche Veränderung.

Eine emotionale Methode:

Wenn ein Klient mit einer körperlichen Beschwerde oder mit einer unangenehmen Situation, die ihm immer wieder begegnet (z. B. wenn er immer an den ?falschen? Partner gerät), zu einer therapeutischen Sitzung kommt, beleuchtet er in Begleitung des Therapeuten die Ursachen in der Innenwelt (in seinem Unterbewusstsein). Der Therapeut stellt dem Klienten nur Fragen, die ihm helfen, an sein Gefühl heranzukommen, das hinter den Beschwerden oder hinter der bestimmten Situation verborgen ist. Irgendwann einmal in der Sitzung kommt der Klient an sein unterdrücktes Gefühl heran, welches er erst einmal ganz schwer annehmen kann. Es kann zum Beispiel Ohnmacht mit Erstarrung sein. Genau dann ist es wichtig, den Klienten dorthin zu begleiten, statt ihn gleich wieder aus der Empfindung herauszuholen. Vorausgesetzt, der Therapeut kann mit Ohnmacht und Erstarrung umgehen, kann der Klient in Resonanz mit dem Therapeuten leichter das Gefühl zulassen und diesem den nötigen Raum geben. Dann heißt es, nur noch präsent zu sein und dem Klienten Zeit zu lassen, bis er merkt, dass das Gefühl nicht so unerträglich ist, wie er dachte, sondern ihn sogar trägt. Die inneren Bilder ändern sich bald von alleine. Die Erstarrung vergeht, die Ohnmacht verwandelt sich in Hingabe oder Abwehr (Selbstschutz). Dann kann es sein, dass sich neue Impulse von alleine zeigen und dass die Situation einen ganz anderen Ausgang bekommt, nämlich einen positiven. Diese neuen Bilder werden Im Gehirn neben den alten Bildern gespeichert. Sie haben so viel Kraft, dass sie uns dann erlauben, in der Außenwelt einen neuen Weg in ähnlichen Situationen zu gehen, nämlich wie in der Innenwelt

Einengende Verhaltensmuster lösen sich auf

Nach so einer Erfahrung haben wir die Erstarrung und die Ohnmacht ?abgeholt? (ins Bewusstsein geholt). Erst dann können sich weitere unterdrückte Gefühle zeigen, z. B. Hilflosigkeit, Schuld oder Ekel. Es kann vielleicht sogar noch tiefer gehen? Die tiefsten Gefühle sind Selbsthass oder Scham. Manche Klienten, die im Sinne ihrer Eltern ?unerwünscht? auf die Welt gekommen sind oder das ?falsche? Geschlecht hatten, und/oder in der Kindheit schwer gedemütigt/missbraucht wurden, tragen oft tief in sich Scham und Selbsthass (?Wenn ich mich so zeige, wie ich bin, werde ich nicht geliebt?). Diese Gefühle nehmen sie selbst gar nicht wahr, aber sie fühlen sich im Leben oft leer, ängstlich und sind von der Meinung ihrer Mitmenschen abhängig. Wenn sich solch ein Klient die Scham wie den Selbsthass bewusst gemacht hat, stärkt das mit der Zeit merklich seine Selbstakzeptanz, sein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Auch von der Außenwelt bekommt der Klient gleich ein anderes Feedback und er beginnt, die Außenwelt ebenfalls anders wahrzunehmen. Seine Gefühle sind ihm bewusster, sie kontrollieren ihn nicht mehr. Er ist handlungsfähiger und kann sein Leben selbst gestalten. Er weiß, dass es seine eigene Entscheidung ist, sich zu hassen oder sich zu lieben, so wie er ist. Er kann sich frei für die Liebe entscheiden, aber selbst wenn er sich wieder einmal hassen sollte, lässt er dieses Gefühl zu, was ihn wiederum zurück in die Selbstakzeptanz/Selbstliebe führt. Er ist frei und nicht mehr durch Schuldgefühle oder fremde Meinungen manipulierbar. Die körperlichen Beschwerden können mit der Zeit gänzlich verschwinden oder stark gelindert werden. Das einengende Verhaltensmuster hat sich aufgelöst.

Fazit:

Wenn wir die Gefühle annehmen und sie kennen lernen, passiert meistens folgendes:

  • Der Klient macht die Erfahrung, dass diese Gefühle nicht bedrohlich sind
  • es entwickelt sich daraus einen wahren Impuls, den der Klient in der Innenwelt mit dem Körper oder mit der Sprache nachgehen kann.
  • Die mit dem Gefühl blockierte Energie kommt im Körper wieder zum Fliessen, was der Klient in seinen eigenen Körper sofort wahrnehmen kann.
  • Das Gehirn integriert eine neue Lebenserfahrung. Die Person benötig das Verhalten nicht mehr, weil sie das Gefühl nicht mehr zu vermeiden braucht. Sie hat ihre Handlungsfreiheit erweitert.

Mehr Information finden Sie in meinem Artikel neben meinem Profil

Verfasser dieses Artikels:
Therapie, Beratung und Stressbewältigung in der Kinderwunschzeit Pascale Chartrain
Heilpraktikerin für Psychotherapie, Zertifizierte BKiD-Kinderwunschberaterin,Trauerbegleitung, Traumatherapie, 13353 Berlin

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