Optimale Kurse für hyperaktives Baby

Geschrieben von Hasenmutter am 04.08.2007 um 01:16 Uhr
Hallo,
ich habe eine 8 1/2 Monate alte Tochter und sie ist motorisch gesehen schon recht weit.
Sie krabbelt flink wie ein Wiesel, zieht sich allein in den Stand und hangelt sich sogar
schon allein die Couch herunter. Im Moment wird alles bestiegen, was nicht "Niet- und
Nagelfest" ist ... auch die Mama  Ich muss nur einmal in die Hocke gehen, dann zieht
sie sich direkt an meinen Sachen hoch. Sie will ständig auf den Arm und dann hüpfen oder
geworfen werden. Kurz: Von morgens bis abends setzt sie ununterbrochen eine unglaubliche
Energie frei.

Wir gehen 1 x die Woche zum Babyschwimmen und 1 x die Woche zu einer Eltern-Kind-Gruppe
(beides mit Sport verbunden). Wir gehen auch viel spazieren und ich nehme sie überall mit.
Trotzdem ist sie irgendwie nicht ausgelastet. Nun suche ich noch nach einem weiteren Kurs,
der sie vielleicht ein wenig auslastet.

Kann mir jemand speziell hierfür einen guten Kurs empfehlen? Oder sollte ich noch anderes
unternehmen?

Ich hoffe, dass ich hier ein paar gute Tipps oder auch neue Denkanstöße erhalten kann.
Grüße von der Hasenmutter 
Antwort von He-Physis-Physio am 07.02.2008 um 16:57 Uhr
Liebe Hasenmutter!

Laut Ihrer Beschreibung scheint für mich alles in Ordnung zu sein. Das Bewegungsverhalten
und der Wunsch nach Bewegungserfahrungen scheint dem Alter entsprechend zu sein.
Natürlich kann ich als Physiotherapeut nicht beurteilen, ob ihr Kind wirklich hyperaktiv
ist, aber als Vater von drei Kindern weiß ich ganz genau über die Grenzen bescheid.
Ob energetisch,körperlich oder psychisch gesehen sind eben irgendwann einmal die Reserven
aufgebraucht.

Kinder brauchen  Grenzen.
Sie müssen auch tolerieren, daß die Mama oder der Papa nicht immer zur Vrfügung steht. Sie
nicht ständig unterhält, trägt, wirft, füttert bis alle Nähte platzen,...........
Schließlich braucht jeder Mensch auch seinen Rhythmus. Ob groß oder klein.

Das bedeutet oft "Konflikt" ich weiß. Ob in einem selbst oder mit der Umwelt.
Ich arbeite mit einer Psychotherapeutin zusammen, die sich mit dem Thema Burn-Out
Prophylaxe bei und für Mütter bzw. Eltern beschäftigt.
Vielleicht könnte sie hier hilreich sein?

Ich persönlich würde nicht noch einen zusätzlichen Fixtermin installieren- eher würde ich
für mich eine fixe freie Zeit installieren wo ich ganz alleine bin und Energie tanken
kann.

Mit lieben Grüßen:
Gerhard Maier
Antwort von beryll am 16.12.2008 um 21:25 Uhr
Liebe Hasenmutter,

ich arbeite in Schulen und Kindergärten kreativtherapeutisch mit auffälligen Kindern, die
z.T. auch hyperaktiv sind. Grundsätzlich ist bei Kindern von Geburt an das Bedürfnis nach
Bewegung sehr unterschiedlich. Mit 8-einhalb Monaten von einer echten Hyperaktivität zu
sprechen, ist, so denke ich, zu früh. Wenn sie ihrem Kind Gutes tun möchten, so bieten Sie
ihm viel kreative Ausdrucksmöglichkeiten an. Schenken sie ihm zu gegebenen Anlässen
Musikinstrumente, die es leicht bedienen kann (Mundharmonika, Rasseln (die gibt es auch in
leise!), Klanghölzer, etc), wenn sie das Zimmer ihres Kindes einrichten, so achten Sie
darauf, dass es gute Möglichkeiten hat, sich Höhlen zu bauen, geben Sie Ihrem Kind Farben
und Papier jeder Art zum Malen und Matschen. Singen Sie mit ihrem Kind. Ich stelle immer
wieder fest, dass mit vielen Kindern zuhause kaum gesungen wird.
Vergessen Sie aber dabei nicht sich selber. Suchen auch Sie sich gute (wenn möglich
kreative) Betätigungen. Das macht Spaß und man kann die Anspannung, die sich immer wieder
aufstaut herauslassen. 
Es würde mich übrigens interessieren, wie sich Ihr Kind inzwischen entwickelt hat. 

Liebe Grüße.... beryll
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