Die Apfelbeere

Geschrieben von Helmut Gobsch* am 17.04.2008 um 20:26 Uhr
Sekundäre Pflanzenstoffe - wichtig für und in der Natur

Die vorbeugende Wirkung der Aronia gegen Arteriosklerose und Herzinfarkt geht auf
spezielle sekundären Pflanzenstoffe in den Beeren zurück. Die Hobbythek hat in der
Vergangenheit schon öfter über sekundäre Pflanzenstoffe berichtet und sie z. B. im
Zusammenhang mit anderem Obst und Gemüse vorgestellt. Auch hier geben sie den Früchten die
schönen Farben. Die sekundären Pflanzenstoffe verhelfen der Pflanze außerdem auf besondere
Weise, gesund zu bleiben. Anders als Menschen und Tiere können Pflanzen praktisch keine
Stoffe ausscheiden, sie haben weder Urin noch Kot. Stattdessen lagern sie die
Stoffwechselendprodukte in Form der sekundären Pflanzenstoffe in den Früchten oder auch in
anderen Pflanzenteilen ab. Manche dieser Stoffe riechen oder schmecken für Ungeziefer so
unangenehm, dass die Pflanze von Läusen und anderen Parasiten verschont bleibt, wie
beispielsweise der Lavendel oder eben die Aronia, welche aus diesem Grund überhaupt nicht
mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden muss.
Die auffallend leuchtende Farbe mancher Beeren leistet der Pflanze aber auch in Bezug auf
ihre Ausbreitung gute Dienste, denn sie lockt besonders Vögel an. Die Beeren werden von
den Vögeln gefressen und die Kerne, also die für die Vermehrung der Pflanze wichtigen
Samen, werden von diesen wieder ausgeschieden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Vogel meist
schon ein gutes Stück weit geflogen, so dass die Pflanze in dem Vogel einen idealen
"Verbreitungshelfer" gefunden hat, den sie dafür mit den leckeren Beeren belohnt.

Anthocyane und Polyphenole

Die Gemeinsamkeit der blauen Trauben, aus denen der Rotwein hergestellt wird, und den
Aroniabeeren sind die schon optisch auffallenden Farbstoffe, die die Früchte fast
schwarz-blau und den Saft leuchtend dunkelrot erscheinen lassen. Es handelt sich um die
sekundären Pflanzenstoffe Anthocyane, aus der Gruppe der Polyphenole. Anthocyan kommt von
Antho und das steht für Blüte oder Schmuck, und Cyan weist auf eine leuchtend
schwarz-blaue Farbe hin. Den Anthocyanen verdankt die Frucht nicht nur ihre Farbe sondern
auch ihren Geschmack. In der Aronia sind die Anthocyane besonders stark angereichert, sie
sind sogar in mehr als dreifacher Menge gegenüber den blauen Trauben konzentriert. Andere
Früchte wie Erdbeeren, Kirschen, rote oder schwarze Johannisbeeren werden noch weiter
übertroffen.
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